Stollberger shoppen und feiern in City

Milde Temperaturen, viel Musik, engagierte Händler und zahlreiche Besucher haben die 10. Einkaufsnacht zum Erfolg gemacht.

Stollberg.

Es ist ein ungewöhnliches Treiben gewesen, am Samstagabend auf der Flaniermeile von Stollberg. Auf dem harten Pflaster der Herrenstraße tanzen Mädchen und Jungen der Tanzschule Köhler-Schimmel. In fünf Gruppen zeigen knapp 40 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren, was sie gelernt haben. Rund um das Geschehen surrten Kameras, Blitzlicht erhellte den Abendhimmel. Eltern, Großeltern und Freunde der Akteure rangelten ein wenig um die besten Plätze für die Aufnahmen. "Für fast alle Beteiligten war es der erste Auftritt von Publikum. Die Aufregung ist natürlich groß gewesen", sagt Tanztrainerin Bianca Hertel.

Die Schau der jungen Tänzer ist nur ein Event zur 10. Stollberger Einkaufsnacht gewesen. Von der Herrenstraße bis zum Postplatz gab es sportliche Aktivitäten, Spiel und Spaß für Kinder und Erwachsene, Rabattaktionen der 40 teilnehmenden Händler und Gewerbetreibenden sowie Livemusik von acht Bands und Solisten. Zahlreiche Fackeln tauchten die Innenstadt in ein romantisches Licht, Luftballons und Lampions trugen zu einem einzigartigen Flair bei. Was vor zehn Jahren als Versuch begann, hat sich zu einer beliebten Veranstaltung mit großer Resonanz entwickelt. Zu ungewohnter Einkaufszeit schlenderten außergewöhnlich viele Menschen durch die Stollberger Innenstadt. Die traditionelle Einkaufsnacht wurde durch die angenehm milden Temperaturen zu einem Freiluft- Spätsommerfest. Händler verlegten die Bewirtung der Besucher nach draußen. Stühle, Bänke und sogar Sessel luden nach dem Bummeln zum Ausruhen ein. In den Läden gestöbert wurde aber auch. Im Shop der Freien Presse kauften Kunden Bücher und Kalender, für Tickets war die Nachfrage an dem Abend dagegen gering. Gerne gekostet wurden die Aronia-Produkte. "Wir wissen aus Erfahrung dass zur Einkaufsnacht nicht die großen Umsätze gemacht werden", sagt Alexander Walther von der gleichnamigen Buchhandlung. "Aber wir freuen uns, wenn sich die Besucher umschauen und mit uns ins Gespräch kommen und sich beraten lassen."

Miteinander reden, vorurteilslos andere Menschen und Kulturen kennenlernen, das war auch der Wunsch der Mitglieder des Vereines Menschlichkeit als Tradition. An ihrem Begegnungspavillon auf der Herrenstraße konnte beim Verkosten fremdländischer Spezialitäten Klängen der Gruppe "Youma" gelauscht werden. Zahlreiche Menschen blieben stehen, ließen sich spontan von der ausgelassenen Stimmung mitreißen, klatschten im Rhythmus und applaudierten den Musikern aus Syrien, die jetzt in Chemnitz leben. "Ich habe so etwas noch nie gehört und auch wenn ich die Sprache nicht verstehe, die Musik spricht mich sehr an", sagte Besucherin Gerit Menge aus Aue. "Eine tolle Aktion von den Mitgliedern des Vereines, die nicht nur reden, sondern auch was tun", meinte Lars Wetzel aus Lichtenstein.

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