Thalheim schafft Digital-Tafeln für Schule an

Neue Ausrüstung für modernen Unterricht löst Diskussion aus

Thalheim.

Die Kreidezeit ist vorbei. Nicht ganz. Aber es häufen sich die Zeichen, dass Tafeln, so wie man sie bisher aus Schulen kannte, bald der Vergangenheit angehören. Auch in Thalheim lässt sich diese Entwicklung beobachten. Dort hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, moderne Digital-Tafeln für den Unterricht in drei Klassenzimmern der Oberschule zu kaufen. Doch im Gegensatz zu den meisten Entscheidungen, die im Thalheimer Rathaus gefällt werden, gab es diesmal auch mehrere Gegenstimmen. Vier Räte sprachen sich gegen die neue Technik aus, zwei enthielten sich, vier stimmten dafür.

Digital-Tafeln werden nicht mehr mit Kreide beschriftet. Stattdessen können Lehrer mit einem Stift oder mit dem Finger direkt auf die berührungsempfindliche Oberfläche schreiben. Mithilfe eines Computers, der mit den Tafeln verbunden ist, lassen sich zudem Inhalte wie Bilder erzeugen. Für die Oberschule ist die Technik nicht ganz neu. Laut Bürgermeister Nico Dittmann gibt es seit 2018 einen Testraum in der Einrichtung.

Mehrere Räte stellten infrage, ob solche Geräte tatsächlich notwendig sind. Auch Johanna Stampfer, die als Lehrerin arbeitet, zog den Sinn der Digital-Tafeln in Zweifel: "Also, wenn du uns fragst: Es ist Müll." Sie habe erlebt, wie es zu technischen Problemen kam. Dittmann hielt dagegen, dass es der ausdrückliche Wunsch des Oberschuldirektors Andreas Kalkbrenner gewesen sei, die neuen Digital-Tafeln anzuschaffen. In der Einrichtung habe man gute Erfahrungen damit gemacht.

Laut Dittmann sind die Digital-Tafeln Teil des medienpädagogischen Konzepts, das in der Schule entwickelt wird. Er räumte ein, dass die Technik in ein paar Jahren womöglich nachgerüstet werden muss. Theoretisch könnte sich auch herausstellen, dass Lehrer und Schüler die Geräte nicht ausreichend nutzen. Doch Dittmann wies auch darauf hin: Die Stadt muss die Anschaffung nicht bezahlen. Rund 30.000 Euro wird in die neue Technik investiert - Fördergeld, das der Freistaat zur Verfügung stellt. Für Folgekosten kommt allerdings der Schulträger auf, sprich: die Stadt Thalheim. Dazu zählen Ausgaben für Wartungen oder Reparaturen. (pc)

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