Thalheimer Bibliothek ist wieder regelmäßig geöffnet

Mit der Auflösung des Gemeinnützigen Fördervereins Thalheim hat auch der Fortbestand der örtlichen Bibliothek auf Messers Schneide gestanden. Doch mit dem Teelicht ist nun eine Lösung gefunden worden. Ab sofort wollen die Ehrenamtlichen durchstarten.

Thalheim.

Sie wissen nicht genau, über wie viele Medien sie überhaupt verfügen, und auch eine gezielte Büchersuche über Computer oder Schlagwortregister ist derzeit noch nicht möglich. Doch seitdem der Thalheimer Verein Teelicht den Bestand der örtlichen Bibliothek übernommen hat, ist so viel passiert, dass man nun in die Offensive gehen möchte, um Leser anzulocken.

"Am ersten Juli haben wir die Bibliothek vom Gemeinnützigen Förderverein Thalheim übernommen. Seither haben wir vor allem die Räumlichkeiten entrümpelt", erklärt Vereinschefin Andrea Vogel. Vier Ehrenamtliche stehen bereit, um nun auch regelmäßige Öffnungszeiten an zwei Tagen pro Woche abzudecken. Gefördert wird das Ganze mit Aufwandsentschädigungen durch die Bürgerstiftung "Wir für Sachsen".

"Das Lesen kommt heute im Alltag oft zu kurz, auch durch die Digitalisierung. Deshalb müssen wir nun vor allem einen festen Leserkreis finden", beschreibt Matthias Diehl, der Leiter des Jugendtreffs, die Herausforderung. "Dabei wollen wir alle Altersklassen ansprechen."

Vorhanden sind derzeit hauptsächlich Belletristik und einige Sachbücher. Alle anderen Medien, darunter vor allem die einst verfügbaren Schallplatten, CDs oder Videos, wurden von den Vorgängern entsorgt. Unter den Büchern finden sich dennoch viele Dauerbrenner, darunter Bücher von Charlotte Link und Konsalik, von Dan Brown, J. R. R. Tolkien oder Joanne K. Rowling.

Weil allein mit der Ausleihe heutzutage aber kaum mehr ein Blumentopf zu gewinnen ist, wollen die vier ehrenamtlichen Helfer auch ein bisschen Wohlfühl-Flair schaffen. Eine kleine Leseecke soll zum Lesecafé aufgepeppt werden. Auch Lesestunden für kleine Bücherwürmer können sich Klaus Angelstein und Ines Drechsel vorstellen. Dabei ist die räumliche Zukunft der Bibliothek noch nicht in trockenen Tüchern. Sicher ist nur: Voraussichtlich bis Jahresende kann ein Raum im Erdgeschoss des ehemaligen Beruflichen Bildungszentrums Thalheim genutzt werden.

Die Zahl der Bücher soll in dieser Zeit noch aufgestockt werden. Dabei hofft man auf Bücherspenden. Willkommen ist vor allem neuere Literatur im Bereich Belletristik, besonders Krimis und Romane.

Die Bibliothek befindet sich im ehemaligen BBZ-Gebäude auf der Äußeren Heinrichstraße 1a. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr. Die Nutzung der Bibliothek ist kostenfrei möglich.


Verein GFTE in Liquidation

Der Gemeinnützige Förderverein Thalheim Erzgebirge (GFTE) wurde 1991 gegründet, mit zwölf Mitgliedern. Er diente als Auffangbecken für Arbeitslose nach der Wende, erklärt Uwe Fabian, ehemaliger Chef des GFTE.

Projekte, an denen der GFTE mitgewirkt hat, seien beispielsweise die Sanierung der Zwönitz, der Parkplatz am Stadtbad, der Spielplatz von Rentners Ruh, die Treppen am Friedhof und einige der Buden, die noch heute auf dem Weihnachtsmarkt stehen.

Finanziert wurde der Verein laut Fabian durch Geld vom Arbeitsamt (ABM, 1-Euro-Jobber) und den Verkauf von alten Möbeln und Kleidern an bedürftige Menschen.

Der GFTE hatte seinen Sitz einst an der Robert-Koch-Straße, hinter der Neukirchner Fabrik. Als diese abgerissen wurde, sollte auch ein Anbau der Fabrik abgerissen werden, wofür es aber letztendlich keine Fördermittel gab. Der entkernte Anbau blieb stehen, ist heute eine Ruine.

Der Verein mit seiner Bibliothek sowie Kleider- und Möbelkammer kam mietfrei im Beruflichen Bildungszentrum (BBZ) unter, das der Eigentümer inzwischen an die Stadt verkauft hat. Derzeit wird der Verein aufgelöst. (pc)

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