Turnen, Fußball und Ringen von damals bis heute

In Auerbach arbeiten sieben Hobby-Autoren derzeit an einer Chronik über den örtlichen Sport. Diese wird über 300 Seiten dick.

Auerbach.

Der Vereinssport ist in Auerbach seit mehr als 100 Jahren ein zentraler Bestandteil des Gemeindelebens. Für sieben Hobby-Autoren war das vor zehn Jahren Grund, sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Obwohl im 6. Buch der Chronik-Reihe über Auerbach eigentlich mehrere Vereine im Mittelpunkt stehen sollten, wurde der Plan geändert. Denn beim Sichten stellte sich heraus, dass allein das Material zum Thema Sport so umfangreich ist, dass es sich lohnt daraus eine Schrift zu erstellen. Für den Titel "Von de Turnmäd, de Schiehbäschützer und de Überstärzer" hat das Autorenteam Begriffe aus den drei ältesten Sportarten in Auerbach Turnen, Fußball, Ringen gewählt.

Auf 336 Seiten ist eine Chronologie des örtlichen Sports entstanden. Die Erstauflage des Buches beträgt 350 Stück. Der Verkauf beginnt zum Weihnachtsmarkt am 30. November. Regelmäßig haben sich die Autoren Matthias Schletter, Günter Häcker, Armin Höfer, Frank Bayer, Ines Münzner, Isabell Gräbner sowie Albrecht Grunert zusammengesetzt, um die einzelnen Berichte zu einem Ganzen zusammen gefügt. Mehr als 500 Abbildungen, Fotos, Belege, Urkunden, Zeitungsausschnitte teilweise aus der Ortschronik oder als Leihgabe von Nachfahren Auerbacher Sportler sind eingearbeitet worden. "Wir haben viel in Archiven recherchiert und die Abteilungen angeschrieben und um Zuarbeit gebeten. Aber ein Buch oder eine Schrift lebt nicht nur von Fakten. Vor allem authentische Erzählungen und Erinnerungen machen es lebendig", so Armin Höfer, Abteilungsleiter Sektion Ringen. "Leider ist ein Großteil der Unterlagen über die Gründung der Sportbewegung bei Bränden vernichtet worden." Ortschronist Frank Beyer weiß: "Es wird immer schwieriger, Zeitzeugen zu finden, die über Erlebtes berichten können."

Es sind die Turner gewesen, die in Auerbach Vorreiter der Sportbewegung waren. Vor 142 Jahren wurde der Turnverein gegründet. Durch die Entwicklung der Strumpfindustrie stieg die Einwohnerzahl in Auerbach, Sportvereine waren ein willkommener Ausgleich. So gab es im Jahr 1931 490 aktive Mitglieder, das waren knapp zehn Prozent der damaligen Bewohner. Heute zählt der Verein 197 Sportlerinnen und Sportler in elf verschiedenen Abteilungen.

Im Gegensatz zu den Aktiven des 1905 gegründeten Kraftsportvereines Ring- und Stemmklub, die ihren Sport von Anfang an wettkampfmäßig betrieben, präsentierten die Turner ihr Können zu Festen und Feiern. Durch diese publikumswirksamen Auftritte durften sie sogar während des Krieges im Reichssportbund aktiv sein. Alle anderen Sportvereine wurden verboten, wodurch der Wettkampfbetrieb zum Erliegen kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte unter dem Dach der Gewerkschaft eine Neugründung. Nach den Ringern und Gymnastikfrauen folgten die Fußballer. Regionale Betriebe übernahmen die Trägerschaft. Von der Gründung der DDR 1949 bis zur politischen Wende hieß der Verein Betriebssportgemeinschaft BSG Fortschritt Auerbach, dann erhielt er den Namen SV Auerbach 05. Anfangs wurde im Freien geturnt, später entstanden zwei Sportstätten. Am Wochenende wird am Arbeiterheim der neu gebaute Sportplatz eingeweiht.

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