Weltmarktführer baut komplett neuen Standort in Stollberg

Pro Beam Systems zieht mit aktuell 130Mitarbeitern von Neukirchen nach Stollberg. Die Wahl fiel aus vielen Gründen auf die Große Kreisstadt.

Stollberg.

Das nennt man wohl Win-win-Situation, also einen Zustand, von dem alle profitieren: Die Firma Pro Beam Systems zieht von Neukirchen nach Stollberg und investiert dort 13 Millionen Euro in den neuen Standort.

Für das Unternehmen für Elektronenstrahlanlagen ist das ein unternehmerisch notwendiger Schritt, wie der Vorstandsvorsitzende Nicolas von Wolff betont: "Wir befinden uns in der Transformation zum industriellen Sondermaschinenhersteller. Am neuen Standort können wir ein Gebäude konzipieren, das optimal zu uns passt." So wird die Bürofläche verdoppelt. In Neukirchen hat sich das Unternehmen zuletzt sogar mit Bürocontainern behelfen müssen. An den Bürokomplex angeschlossen wird eine nagelneue Fertigungshalle. Das insgesamt 39.000 Quadratmeter große Grundstück bietet zudem die Möglichkeit in Zukunft weiter zu expandieren. Eine Möglichkeit, die in Neukirchen nicht bestanden hätte. In den Planungen für den Neubau sind solche Optionen bereits angelegt.

Pro Beam System entwickelt für seine Kunden Maschinen. Diese liefern die notwendigen Komponenten, die dann in der eigenen Halle zusammengebaut werden. Dort werden sie getauft und vor allem von den Kunden abgenommen. Sodann werden die Maschinen zerlegt und zum Kunden ausgeliefert.

Vom Umzug profitiert auch die Stadt Stollberg. Denn die Firma Pro Beam Systems ist nicht nur in ihrer Nische Weltmarktführer, das Unternehmen beschäftigt zudem 130 Mitarbeiter. Perspektivisch soll die Belegschaft sogar auf 160 Mitarbeiter ansteigen. Die Mitarbeiter sind ein wesentlicher Grund, warum der Standortwechsel innerhalb der Region stattgefunden hat. "Wir sind mit und wegen unserer Mitarbeiter in der Region verankert", sagt von Wolff. Daher habe das Unternehmen sie auch bei der Standortsuche eingebunden. "In der Region gibt es ein hervorragendes Know-how für Maschinen- und -werkzeugbau", betont Benno Birke, Geschäftsführer von Pro Beam Systems. Das Unternehmen seinerseits lockt mit einem interessanten Kundenstamm beispielsweise in der Automobilbranche sowie in Luft- und Raumfahrt. Landrat Frank Vogel (CDU) formuliert es so: "Ohne Pro Beam hebt kein Flugzeug ab." Das hat auch für Beschäftigte einen Reiz.

Die Stadt Stollberg wird das künftige Firmengelände erschließen und mit einer neuen Straße anbinden. Dafür sind fast 1,9 Millionen Euro einkalkuliert, 283.000 Euro davon übernimmt die Große Kreisstadt selbst. Der Rest ist gefördert. Die Verkehrsanbindung ist für Pro Beam Systems ein weiterer wesentlicher Faktor für die Übersiedlung nach Stollberg. "Wir setzen auf lokale Zulieferer und kurze Wege", sagt Birke. Das nicht zuletzt wegen der Qualität, die die erzgebirgischen Partner garantieren.

Der Straßenbau ist - so es die Witterung zulässt - ab Mitte Februar geplant. Sobald dieser abgeschlossen ist, lässt Pro Beam Systems bauen. Im Sommer 2020 soll alles bezugsbereit sein. "Sie sind dann als weltweiter Technologieführer eine neue Perle an unserem Standort", sagte Oberbürgermeister Marcel Schmidt im Umfeld des ersten Spatenstiches am Freitagnachmittag. Ein wichtiger Termin für Stollberg und Pro Beam Systems. Das Unternehmen verband den zukunftsweisenden Termin direkt mit einer anderen Party: Das Unternehmen besteht seit 20 Jahren. Auch das wollte gefeiert sein.

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2Kommentare
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  • 1
    2
    Mike1969
    28.01.2019

    Herzlichen Glückwunsch. Warum nicht Chemnitz, da deren Gewerbegebiet gleich neben Neukirchen ist?

  • 7
    0
    CPärchen
    26.01.2019

    Das sind doch mal tolle Nachrichten aus der Region :)



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