Brite Mike Leigh stellt Venedig-Beitrag über Massaker vor

«Peterloo» heißt der Film von Mike Leigh, mit dem der Brite am Wettbewerb des Festivals in Venedig teilnimmt. Von Orson Welles war das letzte Werk der Regielegende zu sehen.

Venedig (dpa) - Der britische Regisseur Mike Leigh hat sich mit einem politischen Historienfilm beim Filmfest Venedig zurückgemeldet. Der 75-Jährige, der beim Festival bereits einen Goldenen Löwen gewann, stellte am Samstag «Peterloo» vor.

Der Wettbewerbsbeitrag handelt von einem Massaker bei Manchester im Jahr 1819, als eine friedliche Protestkundgebung für mehr Mitbestimmung von Regierungskräften niedergeschlagen wurde. Beim sogenannten Peterloo-Massaker starben zahlreiche Menschen, Hunderte wurden verletzt. Es gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie.

Der Film fokussiert auf Ereignisse vor dem Massaker. Wie die in Armut lebenden Arbeiter immer mehr Repressalien ausgesetzt sind und Hunger leiden, während die Eliten mit allen Mitteln das bestehende System erhalten wollen. Der Brite Leigh gewann 2004 den Goldenen Löwen für das Abtreibungsdrama «Vera Drake». Nun ist «Peterloo» einer von 21 Beiträgen im diesjährigen Festivalwettbewerb.

Die Tochter von Regielegende Orson Welles, Beatrice Welles, kam zwar nicht persönlich nach Venedig. Die 62-Jährige zeigte sich aber laut einer Mitteilung extrem erfreut über die Fertigstellung des letzten Welles-Films. Dass «The Other Side of the Wind» beim Filmfestival Venedig seine Premiere feiern konnte, «ist für mich als seine Tochter nicht nur außergewöhnlich, sondern sehr emotional», teilte sie mit. «The Other Side of the Wind» wurde schon vor rund 40 Jahren gedreht, war von Welles aber nie vollendet worden. Das fertig geschnittene Werk hatte am Freitag in einer Sonderaufführung Premiere in Venedig gefeiert.

«Wer weiß, was mein Vater im Schneideraum mit seinem letzten Film gemacht hätte?», fragte die Tochter. «Das wird ein Mysterium bleiben.» Die Menschen, die bei der Fertigstellung des Films geholfen haben, seien «die wahren, unbesungenen Helden.» «Ich danke ihnen allen persönlich.» Ob dies nun der Abschied von Orson Welles (1915- 1985, «Citizen Kane») sei? «Unmöglich!», schrieb Beatrice Welles. «Er hat viel zu viel hinterlassen.»

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