Die lustigen Zwerge

Kinder wollen beschäftigt werden - speziell in dieser Zeit, in der viele Familien jetzt Zuhause sind. Große Faszination für kleine Leute steckt im Erfinden von Geschichten. Und um solche lebendig werden zu lassen, braucht es nicht viel: Püppchen & Fantasie.

Es ist nicht immer leicht, die Kleinsten viele Stunden zu beschäftigen oder zu bestimmten alltäglichen Dingen zu motivieren. Der einfache Satz: "Iss bitte deine Schnitte auf", kann sich da schnell zu einer echten Machtprobe entwickeln, die vor allem eines braucht: Nervenstärke! Wenn allerdings genau denselben Satz der Kasper sagt, so wird seiner Bitte meist umgehend entsprochen.

Nein, es ist keine Böswilligkeit, die das Kind damit zeigen will. Nur ist es eben für die Kleinen mit viel mehr Reiz verbunden, etwas zu tun, was den Kasper erfreut. Schließlich ist der lustige Kerl mit der langen Mütze und der Schelle als Bommel ein Freund, dem der Dreikäsehoch einfach nichts abschlagen kann oder will!

Was heißt das? Nutzen Sie doch die lustigen Zwerge zur Motivation ihrer Kinder. Auch die Gute-Nacht-Geschichten werden lebendiger, wenn plötzlich richtige Figuren ins Spiel kommen. Finger- oder Handpuppen haben bis heute stets in allen Generationen Freude ausgelöst. Und mit ein wenig Fantasie lassen sich da echt aufregende Serien erfinden. Nicht immer muss dabei der Kasper der Held sein. Fingerpuppen haben zudem den Vorteil, dass sie klein sind, problemlos sogar mit auf Tour gehen können und dass viele Familienmitglieder mitspielen können. So weiß anfangs keiner, wie sich die Geschichte im Laufe des Spiels weiterentwickelt. Fast wie bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Doch derzeit sind die Geschäfte zu, und Fingerpuppen auch nicht überall erhältlich. Aber mit einfachen Mitteln, die jeder zu Hause hat, lassen sich Fingerpuppen eben auch ganz schnell selbst herstellen. Am Beispiel eines Clowns habe ich das mal gemacht. Als Kopf genügt ein alter Tischtennisball. Man benötigt außerdem: Farbige Stifte, Nähzeug, etwas Moosgummi oder Pappe, ein paar Knöpfe und Klebstoff. Als "Kleid" habe ich ein Stück Schlauchbinde genommen. Aber es gehen auch Stoffreste oder eines der unzähligen "einzelnen" bunten Kindersöckchen, das buchstäblich nach jeder Wäsche "übrig" bleibt.

Im Fall meines Clowns habe ich das Stück Schlauchbinde zunächst bunt bemalt und am oberen Rand mit Garn durchzogen, um es zuziehen zu können. Hände und Schuhe sind aus Moosgummi geschnitten und angeklebt. Ebenso die Knöpfe. Dem Tennisball verpasst man mit Stiften oder Farbe ein Gesicht. Roter Filz dient als "Frisur" und Nase. Die lässt sich ebenso mit einer roten Perle machen. Binnen einer halben Stunde ist der Clowns fertigt, kann über den Finger gestreift werden und los geht's! Wer das Ganze noch professioneller gestalten will, baut sich vielleicht aus einem Schuhkarton und etwas Strick noch ein richtiges Theater mit Vorhang (Stoffreste).

Fingerpuppen sind quasi die kleinen Geschwister der Handpuppen. Auch sie wieder zu entdecken, macht richtig Spaß, besonders dann, wenn die ganze Familie mitspielt oder als Publikum zuschaut.

Dass Puppenspiel heute wieder mehr Beachtung findet, ist nicht zuletzt so prominenten Puppenspielern und Bauchrednern wie Sascha Grammel zu verdanken. Er benutzt sogenannte Klappmaulpuppen. Dabei führt eine Hand des Puppenspielers Mund und Augen der Puppe. Zumeist über einen Stab werden die Gliedmaßen der Puppen bewegt. Puppenspiel ist übrigens eine anerkannte Form der darstellen Kunst.

Als Ursprungsraum für das Handpuppentheater wird Persien angenommen. Gliederpuppen, besser bekannt als Marionetten, sind bereits im antiken Griechenland bekannt. Marionetten sind jene Puppen, die an Fäden geführt werden. Diese Form des Puppenspiels bedarf jedoch besonderes Können. Oft wird diese Form des kunstvollen Figurentheaters innerhalb von Familien weiter gegeben. Wie beispielsweise das traditionelles Wandermarionettentheater von Uwe und Evelyn Dombrowsky, das mittlerweile in siebenter Generation gepflegt wird.

Puppen lösen seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Für Kinder sind Puppen Mitspieler auf Augenhöhe. Und damit sind wir wieder bei dem Kasper, dessen Bitte prompt erfüllt wird. Man muss eben nur aufpassen, wer den Kasper spielt.


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