Gesangs-Duo "Die Feisten" - "Enten haben keine Ohren"

Das Gesangs-Duo "Die Feisten" ist gerade mehr als angesagt. Die Auftritte von "Rainer und C" sind fast überall ausverkauft. Sie singen von Prostata, Liebe und Alltag.

Chemnitz.

Leise Töne hört man in der heutigen Zeit selten. Vielleicht ist genau das das Erfolgsrezept von Mathias Zeh und Rainer Schacht (gemeinsamer Künstlername "Rainer und C"). Sie sind nicht laut, sie erzählen mit ihren Liedern ganz leise Geschichten - keine verbalen Attacken, keine Hau-drauf-Entgleisungen, dafür eine ruhige, poetische Sprache in den Strophen und immer ein Schmunzeln im Gesicht. Das kommt an: die Stadthalle in Chemnitz am Donnerstagabend ausverkauft, einen Tag später in Dresden ausverkauft und am heutigen Samstag in Zwickau ausverkauft.

Zweieinhalb Stunden richtig gute Unterhaltung gibt es beim Programm "Junggesellenabschied". Das gleichnamige Lied erzählt von so einer Feier mit über 50-Jährigen. Da geht nur langsam (bis gar nicht) die Post ab: "Alle sind in die Jahre gekommen und haben irgendein Aua, eine Parkbank oder ne Wanderdüne hat wesentlich mehr Power!"

Rainer Schacht und Mathias Zeh sind seit über 30 Jahren befreundet. Rainer lebt in Mannheim und "C" in Kassel. Ihre musikalische Karriere begann mit dem Trio "Ganz schön feist", das sich aber 2013 nach 25 Jahren auflöste. Doch die eigentlich geplante Auszeit hielt nicht lang. Und die beiden Musiker gründeten fast nahtlos das Duo "Die Feisten".

Am Konzept haben sie nicht viel geändert: Mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, Geschichten aufschnappen und daraus Songs machen, die immer das Potenzial zum Schmunzeln haben. Humor ist eine hohe Schule, "Die Feisten" beherrschen sie perfekt. Und so wird aus einem Spaziergang am See der Song "Enten haben keine Ohren". Stimmt! Dieser Erkenntnis ein Lied zu widmen, ist mehr als Klamauk, es geht um das Alltägliche, die Wahrnehmung bekannter Bilder. Und es geht darum, mal einen anderen Blick auf die Dinge zu wagen.

In "Schemnitz" - wie das Duo mit großem Vergnügen immer wieder erwähnte - waren beide nicht zum ersten Mal. "Wir hatten einen Auftritt im letzten Kessel Buntes", erzählte Rainer am Donnerstagabend und versicherte: "Es lag aber nicht an uns, dass die Sendung abgesetzt wurde". Da hat er ganz sicher recht, denn 2017 erhielt das Duo den Deutschen Kleinkunstpreis, so was wie den Oscar des Genres.

Das Programm "Junggesellenabschied" ist ein Querschnitt durch ihr musikalisches Schaffen. Der "Nussschüsselblues" mit sechs "s" ist schon so was wie ein Klassiker. Denn was sich in einer Knabberschale auf einem Bar-Tresen außer Nüssen noch so alles verstecken kann, das schafft augenblicklich ein Kopfkino vom Allerfeinsten.

Doch nicht nur sprachlich bieten "Die Feisten" Außergewöhnliches. Auch musikalisch kann man sich dem Groove der Beiden nicht entziehen. Rainer Schacht zeigt als Multiinstrumentalist grenzenlose Spielfreude. "C" ist Leadsänger und greift regelmäßig zur Kistentrommel Cajon, Gitarre, Ukulele und Timple - einem gitarrenähnlichen Saiteninstrument der Kanaren. Eine Schublade für ihren Auftritt gibt es nicht. Sie selbst sagen über sich: "Zwei-Mann-Song-Comedy" - und das trifft es in jedem Fall!

Service "Die Feisten" treten im April 2020 in Chemnitz und Glauchau auf. Für beide Shows am 3. und 4. April gibt es jetzt schon Tickets in allen Freie-Presse-Shops.

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