Karoline Schuch als Kommissarin: «Habe mich davor gedrückt»

Für den ARD-Krimi «Die Toten am Meer» schlüpft sie das erste Mal in die Rolle einer Polizistin. Dabei würde Karoline Schuch statt Krimis am liebsten mal wieder eine Komödie drehen. Ihre privaten Pläne hat derweil die Corona-Pandemie durchkreuzt.

Berlin (dpa) - Eigentlich wollte Karoline Schuch in diesen Wochen mit ihrer Familie im Camper durch Italien reisen - wegen der Corona-Pandemie wurde daraus aber nichts. «Ich versuch's sportlich zu nehmen», sagt die Schauspielerin in einem Telefongespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

«Zuhause hat sich das Urlaubsfeeling noch nicht so eingestellt.» Immerhin: Langweilig ist der Mutter von zwei Kindern nicht. «Ich sitze in einem Riesenhaufen Lego.» Das neue Motto der Familie: «Say yes to the mess.» (Freunde dich mit dem Chaos an)

Am Samstag zeigt Das Erste (20.15 Uhr) den Film «Die Toten am Meer». Schuch spielt darin die Kommissarin Ria Larsen, die eine Mordserie im schleswig-holsteinischen Husum aufklären muss. Die Verbrechen erinnern an einen alten Fall.

Krimi-Erfahrung hat die 38-Jährige einige: So spielte sie zwischen 2001 und 2010 die Tochter des Kölner «Tatort»-Kommissars Freddy Schenk (Dietmar Bär). 2007 war sie in «Bevor es dunkel wird» Tochter eines «Tatort»-Opfer, wofür sie 2008 den Günter-Strack-Fernsehpreis erhielt. Nun übernimmt sie zum ersten Mal den Polizisten-Part. «Ich habe mich davor immer gedrückt», gesteht die Schauspielerin. Sie habe sich noch nicht reif genug für die Rolle gefühlt.

Die Figur der Ria findet Schuch spannend. Sie sei keine Sympathieträgerin und glaube, alles allein schaffen zu müssen. Über sich selbst sagt Schuch: «Ich bin ein Team-Player». Sie sieht aber auch Parallelen zwischen ihr und der Rolle: «Was uns verbindet, ist die Distanziertheit. Bis wir jemanden an uns heranlassen, dauert es eine ganze Weile - nur ich tue es irgendwann.» Für die Rolle hat Schuch neben dem Umgang mit einer Waffe auch Freistilschwimmen lernen müssen. «Das fand ich fantastisch.»

«Die Toten am Meer» sei ein solider, gut gemachter Krimi, findet die in Jena geborene Schauspielerin. Aber: «Ich würde mir wünschen, dass es zukünftig wieder eine buntere Fernsehlandschaft gibt.» Sie hoffe, dass sich die Menschen nach einer Zeit wie jetzt, die ja viel mit Angst zu tun habe, wieder nach humorvolleren Sachen sehnten. Das käme ihr gelegen. Schuch möchte wieder einmal in einer Komödie spielen. «Ich möchte mich gerne mal wieder beömmeln beim Drehen.»

Mit sechs Jahren begann Schuch Theater zu spielen, als Jugendliche wurde sie in einem Club von einem Schauspielagenten angesprochen. Ihre erste TV-Rolle hatte die Wahl-Berlinerin vor 20 Jahren in einer Daily Soap. Heute sagt sie: «Über «Verbotene Liebe» denke ich nicht mehr besonders viel nach.» Sie habe aber viel gelernt, etwa sich in kurzer Zeit viel Text «draufzuschaffen» und mit stressigen Situationen umzugehen. Neben den zahlreichen Drehs, die folgten, brauchte die Schauspielerin nach eigenen Angaben aber noch etwas für den Kopf - und studierte deshalb Psychologie.

«Was die Psychologie und das Schauspiel eint, ist das Interesse am Menschen», sagt Schuch. Das Studium sei für ihre Arbeit «total hilfreich». Sie findet Figuren spannend, die ihr etwas abverlangen, und in deren Welten sie sich hineindenken muss. So eine Rolle sei etwa die «Katharina Luther» (2016) gewesen.

Mit ihrer Leidenschaft ist die 38-Jährige nicht allein. Auch Bruder Albrecht Schuch ist Schauspieler. Gleich zwei Mal ist er dieses Jahr für den Deutschen Filmpreis nominiert - für seine Hauptrolle als Sozialarbeiter in dem Film «Systemsprenger» (2019) sowie für eine Nebenrolle in der Produktion «Berlin Alexanderplatz» (2020).

Früher hat die große Schwester ihm Ratschläge gegeben. Heute sei das anders. «Der braucht meine Unterstützung sowas von gar nicht mehr.» Karoline Schuch freue sich sehr über seinen Karriereerfolg. Die beiden Arztkinder hätten schon immer viel Spaß am Verkleiden gehabt.

Ihre eigenen Kinder (3 und 6) kann sie sich nicht am Set vorstellen: «Da sträubt sich alles in mir.» Zwar würden Kinder beim Dreh gebraucht. Sie habe aber oft erlebt, dass Eltern die Schauspielerei eher wollten als der Nachwuchs selbst. «Das finde ich völlig falsch.»

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