E-Audi-Produktion: Know-How soll von Zwickau in andere Werke getragen werden

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Nach dem Start des neuen Q4 e-tron im März dieses Jahres ist das VW-Werk für Audi zum größten Produktionsstandort für E-Autos geworden. Daran sind auch viele "Audianer" beteiligt.

Zwickau.

Die Produktion der neuen elektrischen Audi-Modelle Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron in Zwickau wird derzeit von rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VW-Tochter Audi unterstützt. Dabei handelt es sich vor allem um Nachwuchskräfte, die gerade erst ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben. Ihre Erfahrungen mit der Fertigung von E-Autos in Zwickau sollen sie nach dem einjährigen Einsatz dann wieder an ihren Heimatstandorten einbringen.

Der Leiter der Audi-Elektrobaureihe, Fermin Soneira Santos, zeigte sich am Dienstag zufrieden mit dem Start der E-Auto-Produktion in Zwickau. Genaue Stückzahlen wollte er zwar noch nicht nennen, Zwickau habe sich für Audi aber zum größten Produktionsstandort für Elektrofahrzeuge entwickelt. Außer in Zwickau baut Audi auch in Neckarsulm und in Brüssel vollelektrische Autos. "Wir sind gekommen, um zu bleiben", sagte Soneira Santos. Audi sei auf alle Fälle die nächsten sieben Jahre am Standort Zwickau und wahrscheinlich auch darüber hinaus. Der Anlauf der neuen Modelle sei eine "fantastische Teamleistung" gewesen. Man werde künftig noch stärker auf die Synergien innerhalb des VW-Konzerns setzen, sagte Soneira Santos.

Mit dem Produktionsstart des Q4 e-tron war Audi an seinen Gründungsort zurückgekehrt. 1909 war das Unternehmen von August Horch in Zwickau gegründet und ein Jahr später in "Audi" umbenannt worden. Die vier Ringe wurden das Markenzeichen der Auto Union AG, in der sich 1932 die vier Unternehmen Audi, DKW, Horch und Wanderer zusammenschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Audi in Bayern neu gegründet.

Das von den Audi-Fachkräften in Zwickau erworbene Know-how in Sachen Elektromobilität soll auch den Start des elektrischen Audi Q6 erleichtern, der am Stammsitz in Ingolstadt gebaut werden soll. Die VW-Tochter plant, ab 2026 neue Modelle nur noch mit Elektroantrieb auf den Markt zu bringen. Die Produktion von Verbrennern soll bis 2033 auslaufen. Mit der gemeinsamen Plattform des Volkswagenkonzerns, dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten, wird Audi bereits bis 2025 mehr als 20 rein elektrisch angetriebene Modelle am Markt haben. Die Markteinführung für den Q6 ist für 2023 vorgesehen.

Mit seiner Elektrostrategie sieht sich der Volkswagenkonzern voll im Trend, denn für Autokäufer sind Elektroantriebe zunehmend eine Alternative. Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg im September auf einen Höchstwert. Das geht aus den Daten des Kraftfahrtbundesamtes vom Dienstag hervor. 17,1 Prozent der Neuzulassungen waren demnach batterieelektrische Autos und 12,7 Prozent Plug-in-Hybride. Reine Dieselantriebe kamen auf 15,9 Prozent, Benziner auf 35,9 Prozent. Insgesamt wurden im September 196.972 Autos neu zugelassen. "Die Tatsache, dass die Kunden zunehmend Elektroautos nachfragen, motiviert auch unsere Belegschaft", sagte Carsten Krebs, Pressesprecher von VW Sachsen. Die Sorge einiger, dass man mit dem Elektroauto in Zwickau auf das falsche Pferd gesetzt habe, habe sich gelegt.

Das hat nach Ansicht von Stefan Loth, Geschäftsführer von VW Sachsen, auch mit der beispiellosen Qualifizierungsoffensive im Unternehmen zu tun. Mittlerweile gibt es 1500 der 8500 Beschäftigten in Zwickau, die eine Hochvolt-Lizenz besitzen. "Unser Bildungskonzept für die Elektromobilität exportieren wir jetzt weltweit an andere Standorte des Volkswagenkonzerns", sagte Loth.

Gemeinsame Plattformen und Technikmodule zu nutzen, gehört im VW-Konzern schon lange zur Strategie. "Die markenübergreifende Teamarbeit beginnt schon, wenn eine neue Plattform konzipiert wird", sagte Soneira Santos. Wichtig sei die richtige Balance zwischen unverwechselbarem Markencharakter und maximaler Synergie. Der Q4 e-tron aus Zwickau sei unverkennbar ein echter Audi, versicherte er.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.