FC Erzgebirge Aue gegen Magdeburg: Viel Kampf, wenig Glanz, kein Tor

Der FC Erzgebirge Aue hat am Sonntag im Ostduell mit dem 1. FC Magdeburg 0:0 gespielt. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns brachte die Veilchen im Heimspiel um den ersten Torerfolg der Zweitligasaison.

Aue.

Defensiv stabil, aber offensiv kaum Torgefahr - der FC Erzgebirge Aue hat am 2. genauso wie am 1. Spieltag in der Abwehr sicher gestanden. Anders als zum Auftakt beim 0:1 gegen Union Berlin, bei dem ein spätes Freistoßtor die Partie entschieden hatte, hielten die Veilchen am Sonntag im ersten Heimspiel der Zweitligasaison gegen den 1. FC Magdeburg den Kasten über die komplette Spielzeit sauber, ließ keinen gefährliche Chance des Aufsteigers zu.

Allerdings fand die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer vorn keinen Weg, den Ball im Netz unterzubringen. Resultat war ein 0:0, das intensiv umkämpft war, fußballerisch jedoch in weiten Teilen kein Zweitliganiveau hatte.

FCM-Trainer Jens Härtel konnte nach Abpfiff besser mit dem Remis leben als sein Gegenüber. "Wir haben unser Minimalziel erreicht, etwas Zählbares mitzunehmen", sagte Härtel. Meyer resümierte: "Wir sind nicht zufrieden. Wir hätten die Möglichkeit gehabt, die Partie für uns zu entscheiden."

Dreimal waren die Auer dem Tor nahe. In der 16. Minute zappelte die Kugel sogar im Netz. Sören Bertram überwand FCM-Torwart Jasmin Fejzic, doch die Unparteiischen hatten beim Zuspiel von Jan Hochscheidt eine vermeintliche Abseitsposition des FCE-Stürmers geahndet - die Anhänger der Veilchen hatten die knappe Situation anders gesehen. Die Fernsehbildern gaben den Erzgebirgern Recht, doch der Videoassistent ist in der 2. Bundesliga noch in der Testphase. Selbst wenn er die Szene anders bewertete, konnte er gar nicht eingreifen.

"Wenn wir in Führung gehen, wird es für uns einfacher. Magdeburg war mehr darauf aus, das Spiel zu zerstören. Das ist bitter", ärgerte sich Bertram. "Aber ich kann dem Schiedsrichter auch keinen Vorwurf machen. Es war sehr schwer zu erkennen."

Hinzu kamen zwei Torschüsse aus aussichtsreicher Position, die am Tor vorbei segelten. Im zweiten Durchgang ließ sich Magdeburgs Verteidiger Tobias Müller im Spielaufbau die Kugel abluchsen. Drei Auer Angreifer liefen auf zwei FCM-Abwehrspieler zu - doch Clemens Fandrichs Schlenzer von der Strafraumgrenze verfehlte das Ziel (58.) am Ende deutlich um zwei Meter das Gehäuse.

Im ersten Durchgang war es beim Distanzschuss von Pascal Testroet knapper. Der erst unter der Woche von Dynamo Dresden verpflichtete Stürmer zog aus der Drehung ab, Gäste-Schlussmann Fejzic wäre wohl chancenlos gewesen (33.), doch der sehenswerte Versuch wurde nicht gekrönt.

Der Neuzugang war im Vergleich zur Auftaktniederlage bei Union Berlin nicht die einzige Änderung in der Startelf. Dennis Kempe, Nicolai Rapp und Dominik Wydra liefen gegen den Aufsteiger von Beginn an auf, dafür saßen Fandrich, Malcolm Cacutalua, und Dimitrij Nazarov auf der Bank. Robert Herrmann stand nicht einmal im Kader.

Die Auer waren bemüht, Testroet in Szene zu setzen. Doch es haperte in vielen Situationen an der Genauigkeit, zu häufig schlichen sich technische Unzulänglichkeiten ein. "Ich denke, das Glas ist halb voll. Das letzte Quäntchen hat gefehlt. Wenn wir aber dranbleiben und weiter so arbeiten, dann werden wir noch viele Treffer und Siege feiern", zeigte sich der Mittelstürmer optimistisch.

FCE-Trainer Meyer machte noch Probleme im Zusammenspiel zwischen dem neuen Angreifer und dem Rest des Teams aus: "Die Laufwege sind eben noch nicht automatisiert. Auch die Raumaufteilung war nicht optimal. Die Jungs wissen auch noch nicht genau, wo sie die Flanken für ihn hinschlagen sollen." Der 38-Jährige erklärte nach seinem ersten Pflichtspiel im Erzgebirgsstadion, dass die Offensive im Vergleich zum 0:1 in Berlin einen Schritt nach vorn gemacht habe. "Wir waren mutiger, haben mehr Bälle in den Strafraum gebracht und mehr gefährliche Situationen kreiert", analysierte Meyer. "Am Ende müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir das Tor nicht erzielen."

Etwas kritischer fiel das Fazit von FCE-Präsident Helge Leonhardt aus: "Wir machen zwei Schritte vor und einen wieder zurück. In der Abwehr ist gar nichts angebrannt. Aber am Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Angriff müssen wir arbeiten. Dafür haben wir 24 Stunden am Tag Zeit."

Statistik Aue: Männel - Kalig, Tiffert, Rapp - Rizzuto (V), Wydra, Kempe - Kvesic (58. Nazarov), Hochscheidt (46. Fandrich) - Bertram (81. Iyoha), Testroet. Magdeburg: Fejzic - Müller, Schäfer, Erdmann - Butzen, Rother (89. Weil), Preißinger, Ignjovski - Türpitz (90.+3 Niemeyer), Beck, Costly (81. Bülter). SR.: Hartmann (Wangen); Zu.: 13.300.

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