Hat er am Samstag nun Zeit für die Familie, oder muss Boris Tashchy mit dem FC Erzgebirge beim SC Verl antreten? Foto: Picture Point/Sven Sonntag
Hat er am Samstag nun Zeit für die Familie, oder muss Boris Tashchy mit dem FC Erzgebirge beim SC Verl antreten? Foto: Picture Point/Sven Sonntag Bild: PICTURE POINT
FC Erzgebirge Aue
FC Erzgebirge: Verwirrung um Tashchy, der SC Verl und zwei Pflichtspiele in vier Tagen

Im Saisonendspurt muss der FC Erzgebirge Aue am Samstag beim SC Verl ran. Außerdem wartet am Dienstag das Sachsenpokalhalbfinale. „Wir können uns nicht erlauben, lässig zu werden“, sagt der Trainer.

Aue.

- Vier oder doch schon fünf? Das war die entscheidende Frage am Donnerstagnachmittag im sonnigen Erzgebirge. Gerade eben hatte Aues Trainer Pavel Dotchev seinen persönlichen Ausblick auf vier Tage gegeben, in denen gleich zwei wichtige Pflichtspiele für den FC Erzgebirge anstehen: Am Samstag (Anstoß 14 Uhr) die Drittliga-Begegnung beim SC Verl, am Dienstagabend (18 Uhr) das Sachsenpokalhalbfinale beim Bischofswerdaer FV. Und dann kamen plötzlich die Zahlen ins Spiel.

Zwei wichtige Spieler, sagte Pavel Dotchev, müsse er aufgrund von Gelbsperren beim SC Verl ersetzen: Boris Tashchy und Kilian Jakob. Doch während sich alle Statistiken bei Jakob sofort einig waren, sorgte die Personalie Tashchy für Verwunderung. Denn bei der Anzahl der Gelben Karten des ukrainischen Angreifers stand in den seriösen Statistikportalen des kicker-Sportmagazins wie auch in der Datenbank von „Transfermarkt.de“ nur eine „4“.

Der FC Erzgebirge recherchierte noch einmal selbst - und fand den Fehler: Die Verwarnung, die Boris Tashchy in der 40. Minute beim Heimspiel gegen den SC Freiburg II gesehen hatte, war sowohl dem kicker wie auch Transfermarkt.de offensichtlich durchgerutscht. Im Spielberichtsbogen des Unparteiischen aber fand sich der Eintrag zum Gelben Karton, weswegen man annehmen darf, dass die Verwarnung also amtlich und Tashchy gegen Verl gesperrt sein wird.

FC Erzgebirge: Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen

„Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut“, sagt Pavel Dotchev vor dem Kräftemessen des Tabellenachten beim Tabellenzwölften. Logisch: Aus den letzten drei Spielen holte die Mannschaft von Dotchev auch satte sieben Punkte. „Wir müssen jetzt weiter fokussiert bleiben. Wir können uns nicht erlauben, lässig zu werden“. Auch weil vorn in der Tabelle derzeit allerlei Überraschungen möglich sind, möchte Dotchev „den Fokus hochhalten“ - auch für das Auswärtsspiel im Sachsenpokalhalbfinale am Dienstagaben in Bischofswerda. Jetzt will Dotchev aber „nur an Verl denken“, denn „ich kann jetzt nicht an das Pokalspiel denken, da ich sonst alles falsch machen würde“, so der Trainer der Veilchen.

Für Freiburg-Torschütze Kilian Jakob kommen als Ersatz sowohl Korbinian Burger als auch Franco Schädlich in Frage. „Einer von beiden wird die Chance bekommen. Ich werde das Training heute noch abwarten und dann versuchen, die richtige Entscheidung zu treffen“, so Dotchev am Donnerstag. Neben Anthony Barylla und Maximilian Thiel fallen Omar Sijaric und Linus Rosenlöcher weiterhin aus. „Sijaric ist seit gestern im Lauftraining, während sich Rosenlöcher im Aufbautraining befindet“, verriet der Coach. Dafür ist Niko Vukancic nach seinem Comeback wieder voll integriert. „Er wird im nächsten Spiel auf jeden Fall zum Einsatz kommen“, sagt Dotchev.

Aue gegen Verl: nach 1:0 noch 1:2 im Hinspiel

Im Hinspiel verlor der FCE trotz 1:0-Führung noch mit 1:2 gegen den SC Verl. Danach stand Trainer Pavel Dotchev aufgrund seiner Spielerwechsel in der Kritik. „Dieses Spiel tut immer noch weh. Wir hatten das Spiel über 89 Minuten im Griff. Es war eine richtig tolle Leistung der Mannschaft. Durch die zwei späten Gegentore haben wir das Spiel dann aus der Hand gegeben“, ärgert sich Dotchev immernoch. Noch einmal soll das nicht passieren, auch wenn die Mannschaft aus der 25.000-Einwohner-Stadt südlich von Bielefeld seit fünf Ligapartien nicht mehr verloren hat. „Ich halte nicht so viel von solchen Statistiken. Jede Serie ist irgendwann zu Ende. Ich bin absolut optimistisch und zuversichtlich, auch trotz der Personalprobleme in Verl zu gewinnen“, sagt Dotchev. Trotzdem warnt er: „Das ist eine Mannschaft, die einen sehr guten, gepflegten Fußball spielt und auch sehr viel über spielerische Elemente kommt. Da müssen wir sehr gut verteidigen.“ Darüber hinaus betont Dotchev: „Wir haben nicht mehr viele Spiele übrig, daher können wir uns keine Fehler erlauben.“

Mit einem Sieg könne der FCE „weiter nach oben in der Tabelle schauen“ und „den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze aufrechterhalten“. Nur sechs Punkte beträgt der Abstand auf den ersten Aufstiegsplatz, auch wenn sich am Mittwochabend Saarbrücken im Nachholspiel noch vor Aue geschoben hat (2:1 gegen Unterhaching). „Die nächsten Spiele sind daher sehr wichtig“, sagt Dotchev. Am Samstag in Verl, am Dienstag in Bischofswerda. (delp)

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