499 Niners-Spiele in Liga zwei: Er hat immer mitgefiebert

Alexander Jahn ist seit über 20 Jahren Fan der Chemnitzer Basketballer. Wenn seine Niners morgen zum 500. Mal in Liga zwei auflaufen, wird er wieder hautnah dabei sein - und ordentlich schwitzen.

Drei Stunden Sauna hat Alexander Jahn heute Abend wieder in seinem Terminkalender stehen. Heiß wird ihm aber nicht in einer hölzernen Blockhütte oder im Wellnessbereich eines Schwimmbades - Alexander Jahn schwitzt unter dem bekanntesten Nischel der Welt. Als "Karli" wird der 39-Jährige heute durch die Hartmannhalle rennen, seine Hüften zur Tanzmusik bewegen, die Spieler abklatschen und auf der Tribüne für Stimmung sorgen.

"Karli" heißt das verniedlichte Abbild von Karl Marx, seit zwei Jahren ist er das offizielle Maskottchen der Zweitligabasketballer Niners Chemnitz. Und unter dem überdimensionalen Marx-Kopf steckt Alexander Jahn. Nicht ein Heimspiel hat er verpasst, seit das neue Kostüm geliefert wurde. "Zunächst wollte ich das gar nicht", sagt der Chemnitzer. "Aber als sich bis kurz vor dem Saisonstart 2016 niemand gefunden hatte, der sich in dieses heiße Kostüm zwängt, habe ich für die ersten Spiele zugesagt. Aus diesen ersten Spielen ist nun ein Dauerzustand geworden", sagt Jahn. "Aber was rede ich denn - es macht Riesenspaß."

Ob er sich für das morgige Spiel - es ist das 500. der Niners in Liga zwei - etwas Besonderes einfallen lässt, weiß er noch nicht. "Ich bin da eher spontan", sagt Alexander Jahn. Eines weiß er aber ganz sicher: "Es wird das nächste Heimspiel sein, dass ich seit 1999 nicht verpasse. Ich war immer dabei - als wir im vergangenen Jahr knapp den Aufstieg verpasst haben und als wir 2007 eine absolute Seuchensaison gespielt haben." Dass Alexander Jahn von den Niners in der Wir-Form spricht, hat einen guten Grund: Er ist von Anfang an dabei. Als es in Chemnitz mit der BG und dem ESV Lok noch zwei große Vereine gab, entschied er sich für Lok und sprang als 19-Jähriger im Känguru-Kostüm durch die Halle. "Das war ein Jahr lang das Maskottchen dort, es war von der Semperoper in Dresden ausgeliehen", erinnert er sich. Zum Basketball sei er einige Jahre zuvor durch einen Klassenkameraden gekommen. "Ich war Schachspieler, hatte auch Titel gewonnen. Dann fiel mir als 15-Jähriger irgendwann auf, dass mir das zu langweilig ist - also bin ich Basketballfan geworden", sagt Jahn.

Nachdem es mit dem BV Chemnitz und seinen Niners nur noch einen Verein gab, hielt der Edelfan zur Stange. Er gründete einen Fanclub, organisierte die Auswärtsfahrten der Fans, half bei der Spielauswertung und filmte Partien für das Trainerteam.

"Da wir zwischenzeitlich die Chem-Cat als Maskottchen mit einem anderen Mann darunter hatten, musste ich das nicht mehr machen", sagt Jahn. "Jetzt hüpfe ich aber wieder rum. Und so, wie die Saison angefangen hat, könnte es sein, dass ,Karli' in diesem Jahr richtig viel zu feiern hat. Ich bin optimistisch." Backen muss er dann aber auch noch. Denn nach jedem Sieg bringt er dem Team Muffins - aus dem Ofen, nicht aus der Sauna.

Niners gegen Schalke 04 Heute, 19 Uhr, Hartmannhalle. Tickets an der Abendkasse oder in allen "Freie Presse"-Shops.


Zwei Drittel ihrer Zweitliga-Heimspiele haben die Niners gewonnen

Nach reichlich 16 Jahren Zweitligazughörigkeit bestreiten die Niners

gegen den FC Schalke 04 ihr 500. Punktspiel in dieser Liga. Die Gesamtbilanz ist positiv. 262 Siegen stehen 237 Niederlagen gegenüber. Daheim wurden 165 Spiele gewonnen, 85 verloren. Auswärts sieht es anders aus. Nur 97-mal gingen sie als Sieger vom Parkett, 152-mal verloren sie.

Der höchste Erfolg war das 122:71 gegen Würzburg im Februar 2006. Die deftigste Niederlage kassierten die Niners im November 2015 bei

einem 39:94 in Vechta.

133 Spieler wurden seit 2002 eingesetzt. Nach wie vor die meisten Spiele bestritt Andreas Worenz mit 134. Der Österreicher könnte aber schon diese Saison Konkurrenz bekommen - wenn Virgil Matthews (105) und Jonas Richter (104) verletzungsfrei bleiben und das Team die Playoffs erreicht.

Nur fünf Akteure haben bisher die 1000-Punkte-Marke geknackt. Hier liegt Jaivon Harris mit 1764 Zählern vorn. Ihm folgen Gary Johnson (1415) und Virgil Matthews (1232). Rückkehrer Matthews könnte also durchaus Rang zwei erobern. (jz)

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