"An so einer Klatsche hat man schon zwei Tage zu knabbern"

Der ehemalige CFC-Profi Fabian Stenzel über das 0:5 mit Meuselwitz gegen seinen Ex-Club und und dessen Krise

Frustriert ließ er sich nach dem Abpfiff auf den Boden fallen: Abwehrspieler Fabian Stenzel vom ZFC Meuselwitz, der sechs Jahre beim Chemnitzer FC unter Vertrag stand, musste in der Regionalliga Nordost gegen seinen früheren Verein eine 0:5-Niederlage einstecken. Mario Schmidt sprach am Montag mit dem 32-Jährigen.

Freie Presse: Haben Sie die klare Heimniederlage gegen den CFC schon verdaut?

Fabian Stenzel: Noch nicht so richtig. Es war zwar abzusehen, dass die Chemnitzer in einer sehr guten Verfassung gegen uns antreten. Trotzdem nervt diese hohe Nieder- lage. An so einer Klatsche hat man als Spieler schon zwei Tage zu knabbern.

War Chemnitz am Sonntag so stark - oder Meuselwitz so schwach?

Beides trifft zu. Während wir kein gutes Spiel gezeigt haben, strotzte der CFC vor Selbstvertrauen und hat die Chancen reingemacht. Chemnitz war für uns eine Nummer zu groß.

Mit Ihrer Mannschaft stehen Sie auf dem vorletzten Tabellenplatz. Warum läuft es beim ZFC bisher nicht wie gewünscht?

Das kann man schwer an einem Grund festmachen. Unsere Chancenverwertung ist schlecht, dazu kassieren wir zu viele einfache Gegentore. Wenn es nicht läuft, kommt bei einigen Spielern noch der Faktor Kopf hinzu und es zieht Verunsicherung ein. Wir müssen uns in den nächsten Wochen aus dieser Situation herausarbeiten.

Sie waren von 2011 bis 2017 beim CFC, der um seine Existenz kämpft. Wie sehr bewegt Sie das noch?

Ich verfolge nach wie vor, was im Club passiert. Der Verein und die Stadt haben mindestens Drittliga-fußball verdient. Ich wünsche dem CFC, bei dem ich eine schöne Zeit hatte, dass er sich stabilisiert und die wirtschaftlichen Engpässe überwindet.

Im Sommer wurde in Chemnitz ein fast komplett neues Team aufgebaut. Stand dabei Ihre Rückkehr zur Debatte?

Das war kein Thema. Ich habe ja in Meuselwitz einen Vertrag bis zum kommenden Sommer. Es gab auch keine Anfrage vom CFC.

Wohnen Sie eigentlich noch in Chemnitz?

Ja, meine Freundin ist Chemnitzerin und hier beruflich verwurzelt. Mittlerweile bin ich auch Familienvater, habe eine zehn Monate alte Tochter.

Sie erwähnten, dass Ihr Vertrag in Meuselwitz 2019 ausläuft. Wie soll es anschließend weitergehen?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Ich könnte weiterspielen, denn mit 32 fühle ich mich noch fit. Ich wache morgens zum Glück nicht mit Rücken- oder Sprunggelenksschmerzen auf, wie das bei vielen langjährigen Fußballern der Fall ist. Die zweite Variante wäre, beruflich im Sportfitnessbereich aktiv zu werden. Gegenwärtig absolviere ich noch ein Fernstudium zum Fitness-Fachwirt.


Fabian Stenzel

Der heute 32-Jährige wurde in Lüneburg geboren. In seiner Heimatstadt durchlief er zunächst die Nachwuchsmannschaften des Lüneburger SK. Ab 2004 spielte er für dessen erstes Männerteam in der Niedersachsenliga. Drei Jahre später wechselte der Defensivmann zum FC Rot-Weiß Erfurt, mit dem er sich in der ersten Saison für die neugegründete dritte Profiliga qualifizieren konnte.

Ab 2011 trug Stenzel das Trikot des Chemnitzer FC, für den er in den darauffolgenden sechs Jahren 177 Punktspiele bestreiten sollte. Insgesamt lief der Wahl-Sachse 269-mal in der Dritten Liga auf, womit er zwischenzeitlich zu deren Rekordspieler avancierte.

Im Sommer vergangenen Jahres erhielt Stenzel keinen neuen Vertrag bei den Himmelblauen. Er schloss sich daraufhin dem Regionalligisten ZFC Meuselwitz an, bei dem er einen Kontrakt bis Ende Juni 2019 unterschrieb.ms

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