Aufstiegskampf und Abstiegsangst - Endspurt für CFC-Nachwuchs

Die U-17-Mannschaft der Himmelblauen kann den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen, die U 19 den Sprung in die höchste Spielklasse - und das alles trotz widriger Voraussetzungen.

Wenn ihm diese Konstellation vor der Saison in Aussicht gestellt worden wäre, er hätte sofort eingewilligt, sagt Torsten Wappler. Wappler ist Trainer der U-17-Mannschaft des Chemnitzer FC, die in dieser Saison erstmals in der Nachwuchs-Bundesliga antritt, der bundesweit höchsten Spielklasse. Vor dem letzten Spieltag am heutigen Samstag herrscht Hochspannung. Seine Mannschaft hat einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit Kiel belegt. Mit einem Sieg in der Auswärtspartie bei Union Berlin wären die Himmelblauen gerettet. Bei einer Niederlage sind sie auf Schützenhilfe anderer Clubs angewiesen, die auf die Konkurrenten im Abstiegskampf treffen. "Wir haben es selbst in der Hand. Das war so nicht zu erwarten", sagt Wappler.

Sein Team hat in der Premierensaison überraschende Ergebnisse eingefahren, unter anderem Dynamo Dresden, St. Pauli und Werder Bremen geschlagen sowie gegen RB Leipzig einen Punkt erkämpft. Ausgerechnet gegen den Tabellenvorletzten Tennis Borussia Berlin kamen die B-Junioren am vergangenen Wochenende aber nicht über ein 1:1 hinaus und verpassten den vorzeitigen Klassenerhalt. "Das hätten wir gewinnen müssen. Das war ärgerlich", sagt der Coach. Auf die heutige Partie blickten seine Jungs mit Anspannung und Vorfreude. Unter Umständen reicht ihnen sogar ein Remis. Er werde sich deswegen über die Spielstände der Konkurrenten, die zeitgleich antreten, informieren, so Wappler. Seine Spieler bekämen aber keine Informationen.

Ein Partie mit Endspielcharakter bestreiten auch die A-Junioren des CFC. Für sie geht es in der Regionalliga aber nicht gegen den Abstieg, sondern um den Aufstieg in die U-19-Bundesliga. Allerdings hat es das Team von Trainer Kay-Uwe Jendrossek am letzten Spieltag nicht selbst in der Hand. Die Mannschaft muss als Tabellenzweiter ihr Heimspiel am morgigen Sonntag (12 Uhr im Sportforum) gegen Tennis Borussia Berlin gewinnen und auf einen Ausrutscher von Tabellenführer Energie Cottbus im Heimspiel gegen Hansa Rostock hoffen. "Cottbus wird sich das aber nicht mehr nehmen lassen", sagt Jendrossek.

Der Coach ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. "Ich kann nicht genug Lob über die Jungs ausschütten", sagt er. Man sei mit einem sehr kleinen Kader von gerade einmal 16 Spielern gestartet. Dennoch verlor sein Team bislang nur drei von 25 Partien - eine davon aber ausgerechnet gegen Aufstiegskonkurrent Cottbus (1:4). "Da sind wir nicht an unsere Leistungsgrenze herangekommen", meint der Trainer.

Sollte es für seine Jungs nur zu Platz zwei reichen, gibt es dennoch noch eine Aufstiegschance. In einer Relegationsrunde mit Hin- und Rückspiel würde ein weiterer Aufsteiger ermittelt. Der Gegner kommt aus der Regionalliga Nord und steht noch nicht fest. Jendrossek kann auch dieser Konstellation etwas abgewinnen. "So ein richtiges Finale bringt die Jungs auch in ihrer Entwicklung weiter", meint er.

Unter Umständen qualifizieren sich also sowohl U 19 als auch U 17 des CFC für die Bundesliga. Der Chef des Nachwuchsleistungszentrums stellt klar, dass man trotz finanzieller Engpässe des Vereins in beiden Altersklassen auch antreten würde. "Wir wären dumm, wenn wir es nicht machen", sagt Thomas Köhler. Er lobt die Trainer für ihre Arbeit. "Wir müssen die Gesamtsituation betrachten. Wir mussten den Etat des Nachwuchsleistungszentrums kürzen, und trotzdem läuft es sportlich sehr gut." Mit Erik Tallig habe man zudem einen Spieler entwickelt, der den Sprung zu den Profis geschafft hat, betont Köhler.


CFC stellte neuen Fanbeauftragten vor

Fußball-Drittliga-Aufsteiger Chemnitzer FC hat einen neuen Fanbeauftragten. Ab dem morgigen 1. Juni ist Ralf Bernsdorf (Foto) für die Belange der Anhängerschaft zuständig, teilte der Verein am Freitag mit. Bernsdorf, 1967 im Harz geboren, war laut Verein viele Jahre für den Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN im Ausland tätig. In insgesamt 23 Ländern habe der heute 52-Jährige in den Bereichen Schulung sowie Aus- und Weiterbildung gewirkt, heißt es. Nach vier Jahren in Nigeria sei er 2016 der Liebe wegen nach Chemnitz gezogen, wo er als Berufseinstiegsbegleiter an einer Berufsschule tätig gewesen sei.

Bernsdorf tritt die Nachfolge von Peggy Schellenberger an, die jahrelang für die Fanbelange zuständig war. Nach der Trauerbekundung für einen verstorbenen Neonazi im Stadion vor einem Heimspiel des CFC Anfang März hatte sich der Verein von Schellenberger getrennt. Ihr Nachfolger Ralf Bernsdorf werde in Vollzeit beim Chemnitzer FC angestellt, teilte der Verein mit. (lumm)

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