CFC-Fanclubs rufen zu Boykott von Magdeburg-Spiel auf

Fans des Chemnitzer FC haben im Internet zu einem Boykott des Drittliga-Spiels gegen den FC Magdeburg am morgigen Freitag aufgerufen. Anlass dafür seien die jüngsten Entwicklungen wie der Antrag von Insolvenzverwalter Klaus Siemon auf Inhaftierung der Vorstandsmitglieder Annette Neuerburg, Frank Sorge und Andreas Georgi für die Dauer der Mitgliederversammlung am kommenden Montag, heißt es in einem Flyer, der auf einer Fan-Internetseite verbreitet wurde und den rund 50 Fangruppierungen unterzeichnet haben.

Die Verfasser des Schreibens werfen den Gesellschaftern und dem Insolvenzverwalter vor, die 50+1-Regel aushebeln zu wollen, wonach es Kapitalanlegern verboten ist, die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften wie der CFC GmbH zu übernehmen. Diesen Weg wolle man nicht mitgehen, schreiben die Anhänger. "Aus diesem Grund möchten wir zum Heimspiel gegen den FC Magdeburg ein Zeichen setzen und die GmbH dort treffen, wo es ihr am meisten wehtut: in ihrem Geldbeutel", heißt es weiter. Die Verfasser fordern den Erhalt des Vereins sowie des Nachwuchsleistungszentrums, die Wahrung der 50+1-Regel und die Respektierung von Fan- und Mitgliederinteressen.

Die Partie gegen den FC Magdeburg findet am morgigen Freitag um 19 Uhr im Stadion an der Gellertstraße statt. Vorab war ein Streit zwischen Insolvenzverwalter und Gesellschaftern auf der einen und dem Notvorstand auf der anderen Seite entbrannt. Der Insolvenzverwalter fordert vor der Mitgliederversammlung am Montag, mehr Gesellschafter für den Aufsichtsrat zu nominieren. Das lehnt der Notvorstand ab. Zuletzt hatte Siemon für den Fall, dass der Notvorstand seine Forderungen nicht erfüllt, beim Insolvenzgericht die Inhaftierung der drei Mitglieder des Gremiums für die Dauer der Mitgliederversammlung beantragt. Das Amtsgericht hatte dies in einer Stellungnahme abgelehnt.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    1
    d0m1ng023
    18.08.2019

    @cn3boj00
    Naja, die meisten von denen die das Spiel boykottiert haben, haben eine Dauerkarte. Dementsprechend gering ist der Verlust des Vereins, maximal beim Ausschank und Imbiss.

    Bei der Wahl des Aufsichtsrates, geht es ja darum dass keiner von den Investoren darin sitzen soll, weil sonst Interessenskonflikte entstehen. Schließlich muss der Aufsichtsrat die Investitionen der Investoren genehmigen. Und wenn mehr als die Hälfte der AR-Mitglieder Investoren sind, können die ohne Probleme die 50+1 Regel unterlaufen.

    Wobei bei fast allen Vereinen in Deutschland der AR zur GmbH gehört und nicht zum e.V. Weil ja der AR den Vorstand kontrolliert und der gehört erwiesenermaßen zur GmbH. Zum e.V. gehört meistens der Präsident, Ehrenrat, Verwaltungsrat und so.

    Aber der CFC hat ja noch nichtmal einen Präsidenten... Und beim CFC ist das sowieso alles bischen anders.

  • 3
    3
    cn3boj00
    16.08.2019

    Wenn "Fans" den Gegenstand ihrer Verehrung, eine Fußballmannschaft, boykottieren, ist wohl ein Witz. Das ist als würde ich nicht zum Konzert meiner Lieblingsband gehen weil ich den Chef ihres Plattenlabels nicht mag. Am Ende fehlen wieder etliche tausend Euro und es geht weiter bergab. Wollen das die "Fans" wirklich?
    Die 50+1 Regel hat auch überhaupt nichts mit der Wahl des Aufsichtsrates zu tun, denn die gilt für die Stimmenmehrheit in der GmbH, der Aufsichtsrat jedoch gehört zum Verein.
    Der Boykott ist ein Bärendienst für den Verein.

  • 12
    4
    SimpleMan
    15.08.2019

    @Chemnitzfan Und wenn es die GmbH treffen würde, dann würde es wohl nicht die Mannschaft treffen? Ohne die GmbH gebe es schon gar keinen Fußball mehr in Chemnitz. Wer die GmbH nicht möchte, der soll wenigstens so ehrlich sein und auch sagen, das er keinen Profifußball in Chemnitz möchte. Den Fußball für Investoren und Sponsoren zu öffnen, ist für mich der richtige Weg. Denn es kann nicht Aufgabe einer Stadt sein, für die Geschäfte eines Fußballvereins gerade zu stehen. Es gibt viele Chemnitzer, die interessieren sich nicht für Profifußball und wurden trotzdem in die Pflicht genommen. Sollten Notvorstand und "Fans" allerdings den Fußball lieber unter den Dach des Chemnitzer FC e.V führen wollen, dann sollten sie den Chemnitzer FC für den Breitensport aufstellen. Das wäre eine durchaus interessante Aufgabe, aber ein Stadion braucht man dafür nicht.

  • 13
    7
    Chemnitzfan
    15.08.2019

    Dümmer geht es nimmer. Ein Boykott trifft weder Siemon noch die GmbH. Es trifft die Mannschaft und die hat einen Boykott nicht verdient. Siemon sitzt am längeren Hebel und wenn er den Verein dicht macht, gibt es keinen höherklassigen Fussball und kein Nachwuchsleistungszentrum in Chemnitz. Darüber sollten die Boykottaufrufer mal nachdenken

  • 4
    8
    Lesemuffel
    15.08.2019

    Es wird wohl beim Ausschluss bleiben. Aber Frahn tut es moralisch gut, dass viele Menschen zu ihm stehen, die allesamt keine Nazis sind, aber mit Gefühl und Herz für Mitmenschen.

  • 8
    4
    SimpleMan
    15.08.2019

    @thombo01 "Soll "Frahn" heißen." Die erste Version war wesentlich orgineller.

  • 15
    6
    osgar
    15.08.2019

    Dieser Boykottaufruf ist an Dämlichkeit nun wahrlich nicht zu überbieten.
    Ich erinnere an den Herbst 2015, damals verlor der CFC ein Spiel gegen den ungeliebten Nachbarn aus dem Gebirge. Die Fans, die jetzt zum Boykott aufrufen, waren damals in ihrer Ehre und vor allem Arroganz tief getroffen und riefen zum mehrwöchigen Stimmungsboykott auf. Seit diesem Spiel ging es sportlich mit dem CFC bergab.
    Der IV wird sich sicher von diesem Boykott in keinster Weise beeindrucken lassen, ganz im Gegenteil.
    Bleibt festzuhalten, jeder Verein hat wohl doch die „Fans“, die er verdient.

  • 4
    13
    gelöschter Nutzer
    15.08.2019

    Soll "Frahn" heißen.

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    14
    gelöschter Nutzer
    15.08.2019

    Genau so muss das sein. Fragen sollte wieder eingestellt werden.



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