CFC-Kapitän: "Wir wissen, was wir den Fans schuldig sind"

Nach der Niederlage in Köln ist für die Himmelblauen eine Niederlage im Derby gegen Zwickau verboten, sagt Kevin Conrad. Was andernfalls droht, weiß er nur zu gut.

Das aktuelle CFC-Trainergespann Sven Köhler und Ulf Mehlhorn war Teil des FC Karl-Marx-Stadt, der im April 1989 durch ein spätes Tor von Jörg Illing die BSG Sachsenring Zwickau 1:0 bezwang. Am Freitag wäre das Duo wohl sicherlich hochzufrieden, wenn das Endergebnis wieder so lauten würde.

Doch die Himmelblauen haben in den vergangenen Wochen nicht gerade Selbstvertrauen getankt. Seit drei Spielen ohne Sieg, die letzten beiden Partien wurden gar verloren - diese Ergebnisse sind nicht dafür geschaffen, mit der allerbreitesten Brust die Heimaufgabe anzugehen. Nach der 0:1-Pleite in Köln mahnt Kevin Conrad jedoch zur Besonnenheit. "Natürlich hatte jeder auf der langen Busfahrt nach Hause und am Tag danach mit der Niederlage zu kämpfen", sagte der CFC-Kapitän und ergänzt: "Aber wir werden jetzt nicht in Unruhe verfallen, sondern uns ganz normal auf das Derby am Freitag gegen Zwickau vorbereiten."

Vorrangig appelliert der Innenverteidiger an sein Team, nicht nur im Spiel gegen, sondern auch mit dem Ball die Ordnung zu behalten. Die Niederlage bei Fortuna Köln sei aufgearbeitet. "Gegen Zwickau wollen wir die drei Punkte - und das nicht nur, um unser Konto aufzufüllen. Wir wissen auch, was wir den Fans schuldig sind", sagte Conrad.

Der 26-Jährige kann sich noch ganz genau erinnern kann, was nach der letzten Derbypleite gegen den FC Erzgebirge Aue passierte. Ein Teil der CFC-Fans bestrafte die Mannschaft danach mit einem wochenlangen Liebesentzug. Die Wirkung dieser Aktion blieb bis heute fragwürdig. "Auf jeden Fall wollen wir dieses Szenario verhindern", erklärt der Kapitän.

Um Zwickau zu schlagen, wurde die Trainingsintensität erhöht. Nach der Niederlage in Köln wurde der trainingsfreie Montag gestrichen. "Das ist aber auch normal. Denn wir spielen ja schon am Freitagabend", sagte Conrad dazu. Beide Teams trennt in der Tabelle ein Punkt, auch beim Aufsteiger aus Westsachsen lief es zuletzt nicht wie gewünscht. Er wartet ebenfalls seit drei Spielen auf einen Sieg. Dass sich beide Mannschaften schon zu DDR-Oberligazeiten heiße Duelle lieferten, hat Conrad gehört. "Schon wegen der geografischen Nähe beider Städte ist Derbystimmung angesagt."

Für ihn gibt es am Freitag auch ein Wiedersehen mit zwei Profis, die einst ihr Geld beim Chemnitzer FC verdienten. Jetzt geht Ronny König im Zwickauer Trikot auf Torejagd, Toni Wachsmuth ist der Kapitän des Aufsteigers. "Wir stehen zwar nicht mehr ständig in Kontakt, werden aber vor dem Spiel kurz quatschen und dann für 90 Minuten die Freundschaft ruhen lassen", kündigte Conrad an.

Beim Sieg des FC Karl-Marx-Stadt vor 27 Jahren waren 9600 Zuschauer Augenzeugen des Duells. Nun ist davon auszugehen, dass die diesjährige Auflage des Fußball-Klassikers noch mehr Fans sehen wollen. Für die Partie sind nach Angaben des CFC bereits 8000 Tickets verkauft. Es werde aller Voraussicht nach noch Tickets an der Abendkasse geben. Wegen des erwarteten Andrangs öffnen die Stadiontore am Freitag bereits 17 Uhr, teilt der Verein mit.


Nach Einbruch: Arbeit der Geschäftsstelle nicht beeinträchtigt

Diebe waren am Wochenende im Sportforum zu Gange. Sie brachen die Türen zur Geschäftsstelle und zu den Kabinen des CFC auf und entwendeten Wertsachen, darunter Laptops, berichtet Sportchef Stephan Beutel. Der Wert des Diebesgut beträgt laut Polizei 1700 Euro. Vermutlich, so Beutel, seien die Täter kurz vor der Rückkehr der Mannschaft vom Auswärtsspiel bei Fortuna Köln eingebrochen. Das Team kam am Samstag gegen 23 Uhr wieder in Chemnitz an. Die Arbeit des Vereins sei durch den Zwischenfall nicht beeinträchtigt, so Beutel. "Das ist einfach nur ärgerlich, weil überall Glassplitter rumliegen."

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1Kommentare
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  • 1
    1
    Ballfreund
    13.09.2016

    Zitat: Der 26-Jährige kann sich noch ganz genau erinnern kann, was nach der letzten Derbypleite gegen den FC Erzgebirge Aue passierte. Ein Teil der CFC-Fans bestrafte die Mannschaft danach mit einem wochenlangen Liebesentzug. +++ Schade, die Freie Presse hat es nach fasdt einem Jahr immer noch nicht geschnallt. Es brodelte schon vor dem besagten Spiel in der Kurve. Die Niederlage war nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Aber dazu müsste man ja mal recherchieren und sich mit paar Leuten aus der Kurve unterhalten. Das geht natürlich nicht, wenn man immer nur im Vip- und Presseraum unterwegs ist.

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