CFC-Sieg gegen Lok Leipzig: Rekord-Erfolg mit Warnsignalen

Die Himmelblauen haben den zehnten Sieg im zehnten Saisonspiel eingefahren. Stürmer Daniel Frahn übte dennoch Kritik am Team - und sein Trainer an den Schiedsrichtern.

Als Bayern München der Regionalliga haben Gegner den Chemnitzer FC schon bezeichnet. Damit tut man den Chemnitzern aber unrecht. Denn während der Rekordmeister schon Punkte liegen gelassen hat, dominieren die Himmelblauen die Regionalliga weiter. Am Samstag besiegten sie im Traditionsduell Lok Leipzig mit 3:1 (3:0) und bleiben damit ohne Punktverlust. Zehn Siege aus den ersten zehn Saisonpartien - das bedeutet nicht nur Platz eins in der Regionalliga, sondern auch einen Rekord in der Geschichte des CFC und die Einstellung der Bestmarke des FCB aus dem Jahr 2015.

Die Spieler nahmen das jedoch gelassen auf. Er habe erst kurz vor dem Spiel von dem möglichen Rekord erfahren, sagte Kostadin Velkov. "Wir reden gar nicht darüber." Wichtiger sei, was die Mannschaft am Ende der Saison erreicht habe. Es sei zu früh, sich über den Rekord zu freuen, meinte Velkov.

Für den bulgarischen Verteidiger kam die Partie gegen Lok Leipzig einer Achterbahnfahrt der Gefühle gleich. Velkov hatte mit seinem dritten Saisontor den CFC in der zwölften Spielminute auf die Siegerstraße gebracht. Dejan Bozic (16.) und Daniel Frahn per Foulelfmeter (25.) legten nach. Die Gäste wirkten in der ersten Halbzeit überfordert und unorganisiert. Der neue Lok-Trainer Björn Joppe sprach von "zum Teil dilettantischem Verhalten" seiner Spieler in den ersten 45 Minuten. CFC-Stürmer Daniel Frahn beschrieb die Leistung seines Teams im ersten Durchgang dagegen als die beste in dieser Saison. Wohl kaum ein Zuschauer rechnete zur Halbzeitpause damit, dass es noch einmal spannend werden könnte.

Das wurde es aber tatsächlich. Kurz nach Wiedebeginn stand erneut CFC-Verteidiger Kostadin Velkov im Fokus. Diesmal verlängerte er einen Eckball der Gäste mit dem Kopf zum 1:3-Anschlusstreffer ins eigene Tor (60). Von "Pech" sprach er nach der Partie. Allerdings agierten die Himmelblauen im zweiten Durchgang fahrlässig. Wäre der 2:3-Treffer der Leipziger nicht wegen einer Abseitsstellung aberkannt worden, wäre es wohl noch einmal knapp geworden. Negativer Höhepunkt aus Chemnitzer Sicht: Verteidiger Niklas Hoheneder sah nach einer Notbremse die Rote Karte.

Daniel Frahn nahm das als Warnung auf: "Wir haben gesehen, wir dürfen auch in dieser Liga nicht nachlassen", sagte der CFC-Stürmer. Mit der komfortablen Führung im Rücken habe man "den ein oder anderen Schritt weniger gemacht", so Frahn. Diese Einstellung müsse man aus den Köpfen herausbekommen. Der Trainer der Himmelblauen, David Bergner, betonte dennoch den guten Charakter der Mannschaft, die den Sieg in Unterzahl über die Zeit gebracht habe. Bergner kritisierte zugleich die Schiedsrichter. So hätte es den Eckball, der zum Tor der Gäste führte, nicht geben dürfen. Derartige Fehler würden sich wie ein Roter Faden durch die Saison ziehen: Zuletzt seien viele Entscheidungen der Schiedsrichter zuungunsten der Himmelblauen ausgefallen, so Bergner.

Der Coach muss seine Mannschaft bei der Auswärtspartie in Rathenow am Mittwoch umbauen. Neben dem rotgesperrten Hoheneder fehlen beim Auftritt beim Tabellenletzten auch Rafael Garcia und Matti Langer, die beide ihre fünfte Gelbe Karte sahen. In der Partie gegen das Top-Team aus Nordhausen am kommenden Sonntag sind sie damit aber wieder spielberechtigt.


Boykott-Aufruf aus der Fanszene

Der Disput um die künftige Ausrichtung des Vereins spaltet offenbar die Fanszene des CFC. Die Ultras hatten vor dem Spiel gegen Lok mit einem Flyer zu einem Stimmungsboykott aufgerufen. Hintergrund sind die Pläne des Insolvenzverwalters Klaus Siemon, die Profi-Abteilung und Teile des CFC-Nachwuchses in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Die Ultras sprechen sich nicht grundsätzlich dagegen aus, wollen aber ein Mitspracherecht der Mitglieder, das Siemon nicht vorsieht. Der Boykott-Aufrufblieb aber weitgehend ohne Folgen: Die Südtribüne war gut gefüllt und die Stimmung unter den 7438 Zuschauern gut. (lumm)

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