Chemnitzer FC und seine Fans sind in Aufstiegsstimmung

In souveräner Manier haben die CFC-Kicker in Erfurt die Tabellenführung verteidigt. Dabei konnte der Verein nicht nur auf dem Platz überzeugen.

Matchwinner Dejan Bozic rollte pflichtbewusst mit den Augen, als er nach dem Spiel gefragt wurde, ob das schon eine Art Aufstiegsfeier war, die da nach dem souveränen 3:0-Erfolg seines Teams in der Fankurve des CFC abging. "So weit ist es noch lange nicht", sagte der Stürmer, der zwei Tore und eine Vorlage zum Sieg beisteuerte. "Aber es macht schon großen Spaß, so vor der Kurve zu feiern. Nicht nur wir als Mannschaft sind eine eingeschworene Truppe, auch das Verhältnis zu den Fans ist großartig. Es ist beeindruckend, wie viele Anhänger heute nach Erfurt gekommen sind."

Beeindruckend war auch die Leistung des CFC. Denn nach einer eher durchwachsenen ersten Halbzeit, in der auch mit Glück kein Gegentreffer fiel, zeigte sich die neu formierte Elf in Halbzeit zwei als abgezockte Truppe. Eiskalt nutzten sie die Fehler der Gastgeber aus. Dabei spielte sich vor allem Bozic in den Vordergrund, der zunächst einen Pass von Frahn nutzte, später seinen aufgerückten Verteidiger Velkov mustergültig bediente und schließlich einen Ballverlust der Erfurter selbst nutzte.

In den ersten 45 Minuten sahen die knapp 7500 Zuschauer im stimmungsvollen Erfurter Steigerwaldstadion ein ausgeglichenes Spiel mit viel Tempo. Der CFC hatte Glück, als Itter und Keeper Jabubov mit vereinten Kräften auf der Linie retteten (23.), auf der anderen Seite hätte Bozic fast ein kurioses Tor erzielt. Tobias Müller nahm eine Grote-Ecke direkt aus der Luft, traf aber nicht das Tor sondern eben Bozic an der Schulter. Von dort segelte der Ball Richtung Erfurter Gehäuse, Keeper Cichos konnte ihn noch an die Latte lenken (28.).

Erfurt, bis dahin noch ohne Gegentor in der Regionalliga, machte dann nach dem Seitenwechsel die entscheidenden Fehler. "Wir haben gegen eine starke Chemnitzer Mannschaft gut dagegengehalten, allerdings reicht dabei eine gute Halbzeit nicht", analysierte Trainer Thomas Brdaric. "Die Spielstärke der Gäste konnten wir stören, zu ihren Chancen sind sie nur gekommen, weil wir Fehler gemacht haben."

CFC-Coach Bergner war seinerseits überzeugt davon, dass seine Mannschaft eben diese Fehler erst erzwungen hat. "Wir wussten, dass wir auf einen starken Gegner treffen und waren vorbereitet", sagte er. "Allerdings haben wir uns in der ersten Halbzeit noch zu wenig getraut, wir haben zu selten den Abschluss gesucht." Doch auch durch eigene kleinere Fehler oder Chancen des Gegners ließen sich die Chemnitzer nicht beirren und siegten am Ende auch in dieser Höhe verdient.

Was anschließend kam, hatte etwas von Aufstiegsfeier. Minutenlang wurden die Spieler von den reichlich 1000 mitgereisten CFC-Fans gefeiert, sogar eine gemeinsame Choreografie gab es zu bestaunen. Auf den nächsten Auftritt ihrer Mannschaft müssen die Fans nun etwas länger warten. Da die Regionalligisten erst in der zweiten Runde des Sachsenpokals in den Wettbewerb einsteigen, haben die Chemnitzer am kommenden Wochenende spielfrei. Das nächste Punktspiel steht dann am 25. August im Stadion an der Gellertstraße an, wenn der VfB Auerbach mit Ex-CFC-Coach Sven Köhler zum Derby nach Chemnitz kommt.


Kommentar: Aufbruchstimmung

Der Star ist die Mannschaft. Es geht nur über den Teamgeist. Wir müssen eine Einheit sein. All solche Sprüche hört man im Fußballgeschäft nur zu oft. In Chemnitz allerdings scheinen es die Verantwortlichen um Sportchef Thomas Sobotzik und Trainer David Bergner geschafft zu haben, dass es eben nicht nur Floskeln sind, die ihre neu zusammengeholten Spieler da täglich von sich geben. In Erfurt war eine Mannschaft zu sehen, die ein Spitzenspiel der Regionalliga in beeindruckender Manier gewonnen hat. Wenn der Teamgeist weiterhin stimmt, geht der Aufstieg nur über den CFC.

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