Corona bremst Chemnitzer Sportler aus

Die Profis der Niners und des Chemnitzer FC haben in den kommenden Tagen frei, weil ihre Punktspiele ausfallen. Auch auf die Amateure hat das Virus Auswirkungen. Am kommenden Montag sollen in vielen Sportarten weitere Entscheidungen getroffen werden.

Die Funktionäre der Chemnitzer Sportvereine mit Profimannschaften haben derzeit, ebenso wie Veranstalter von größeren Sportveranstaltungen, kaum eine ruhige Minute. Denn es ist nirgends klar, wie und ob die Saison zu Ende geführt werden kann und welche Wettkämpfe stattfinden. Fast im Minutentakt gibt es neue Einschränkungen und Verbote, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zumindest zu verlangsamen. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass in den nächsten Wochen kaum ein Wettbewerb ausgetragen wird. Den einen oder anderen Verein könnte das in wirtschaftliche Not bringen. "Freie Presse" fasst die aktuelle Lage zusammen.

Niners: Die Zweitligabasketballer könnte es besonders hart treffen. Sie spielen aktuell eine fantastische Saison, stehen fünf Tage vor Ende der Hauptrunde bereits als Tabellenführer fest und wollen in den Playoffs unbedingt den Aufstieg schaffen. Ob es aber überhaupt noch zu Playoffs kommen wird, ist derzeit offen. Am kommenden Montag gibt es ein Treffen der Vereinsvertreter der Pro A (2. Liga) und Pro B (3. Liga). "Dort werden wir dann festlegen, wie es weitergeht, allerdings gibt es schon jetzt sehr unterschiedliche Meinungen", sagt Niners-Sprecher Matthias Pattloch. Von vorzeitigem Saisonende über eine mehrwöchige Spielpause bis hin zur Fortsetzung des Ligabetriebes ohne Zuschauer sei alles möglich, so Pattloch. "Aus sportlicher, vor allem aber aus wirtschaftlicher Sicht ist keine dieser Optionen wünschenswert für uns", sagt er. "Aber die Gesundheit geht vor, und so wird es definitiv kein normales Saisonende geben." Fest steht schon jetzt: Das nächste Spiel am 17. März in der Messe findet nicht statt.

Chemnitzer FC: Die nächsten beiden Spieltage in der 3. Liga sind auf einen noch nicht festgelegten Termin verschoben worden. Ob und wie die Saison aber überhaupt zu Ende gebracht werden kann, soll am kommenden Montag entschieden werden. "Dann treffen sich die Manager aller Drittligavereine in der DFB-Zentrale, um über das weitere Vorgehen zu beraten", sagt CFC-Sprecher Steffen Wunderlich. Auch hier sind verschiedene Szenarien denkbar - von der Fortsetzung des Spielbetriebes ohne Zuschauer bis hin zum vorzeitigen Abbruch der Saison. Für den noch immer insolventen CFC könnten damit dringend benötigte Zuschauereinnahmen wegfallen. Wie diese ersetzt werden könnten, ist völlig offen - das gilt auch für alle anderen Sportvereine. CFC-Trainer Patrick Glöckner hat für sein Team unterdessen mehr Trainingseinheiten in dieser Woche angesetzt, an den Wochenenden haben die Spieler frei.

Crashers: Das Männerteam hat die Saison in der Eishockey-Regionalliga regulär beendet. Allerdings hätte das U-20-Team ab dem kommenden Wochenende um den Aufstieg in die 2. Liga gespielt. Da der Eishockeyverband am Mittwoch den kompletten Spielbetrieb eingestellt hat, fallen diese Spiele aus. "Es ist noch nicht geklärt, was das für die Aufstiegsregelung heißt", sagt Crashers- Sportvorstand Torsten Buschmann, der ab dem kommenden Dienstag auch den kompletten Trainingsbetrieb hat einstellen lassen. "Vielleicht können wir im Sommer ja zwei Wochen eher wieder anfangen - wenn es die Situation dann zulassen sollte", so Buschmann.

Floorfighters: Das Spitzenspiel der Floorball-Bundesliga gegen Weißenfels am morgigen Samstag in der Schloßteichhalle soll wie geplant stattfinden, sagte Vereinssprecher Marcel Zielke am Donnerstag. "Wir haben dem Gesundheitsamt unsere Veranstaltung mit erwarteten 300 Zuschauern gemeldet, das Spiel ist genehmigt worden", sagte er. Anders sieht es wohl in der kommenden Woche aus, wenn in Berlin das Finalturnier im Pokal stattfinden soll, für das sich die Fighters qualifiziert haben. "Dafür sind aktuell weit über 1000 Karten verkauft, es wird wohl nichts mit einer Austragung werden", sagte Zielke. Eine Entscheidung wurde bis Donnerstagabend aber noch nicht getroffen.

Handballverein: Der HV Chemnitz müsste am Samstag in der 3. Liga der Frauen beim SV Halle-Neustadt II antreten. Bis zum Donnerstagabend hatten die 1. und 2. Liga und auch der Sächsische Handballverband alle Spiele des Wochenendes abgesagt. Auch die Stadt Halle untersagte alle öffentlichen Veranstaltungen. "Auch wenn wir weder vom Verband noch vom gastgebenden Verein eine konkrete Information haben, gehen wir stark davon aus, dass unser Spiel nicht stattfinden wird, weil es ja auch rein rechtlich nicht stattfinden darf", sagte HVC-Präsident Mario Schmidt am Donnerstagnachmittag. Wenig später kam dann auch die Bestätigung: Das Spiel der Chemnitzerinnen in Halle findet nicht statt. Wie und ob der Rest der Saison durchgeführt wird, ist auch hier noch offen.

Volleyballverein: Das Spiel des Volleyballvereins Chemnitz (VVC) am morgigen Samstag in der Regionalliga der Frauen in Erfurt ist am Donnerstag vom Verband abgesagt worden. Mehr noch: Der Verband hat beschlossen, die laufende Saison sofort zu beenden. Damit schließen die Chemnitzerinnen ihre erste Spielzeit als neu gegründeter Verein auf Rang drei ab.

Chemcats: Die Saison in der 2. Bundesliga ist beendet - vor den Playoffs und Playdowns. Das Frauenteam hat die Hauptrunde als Tabellenletzter beendet. Ob das nun bedeutet, dass die Cats automatisch absteigen, oder ob die Saison im Herbst mit denselben Mannschaften neu gestartet wird, ist nicht klar. Die Nachwuchsmannschaft der Chemnitzer hätte ab der kommenden Woche um die Meisterschaft gespielt, doch auch diese wurde mit sofortiger Wirkung beendet.

Gewichtheben: Der Vergleich in der Gewichtheber-Bundesliga zwischen dem Chemnitzer AC (CAC) und dem SV Obrigheim, der für Samstag geplant war, findet nicht statt. Darüber informierte der CAC am Donnerstag. "Beide Vereine haben sich auf Grund der Gesamtsituation geeinigt, den Kampf abzusagen", sagte CAC-Präsident Joachim Kunz. Es wäre das letzte Duell der Saison gewesen. Beide Mannschaften besaßen keine Chance mehr, in das Finale einzuziehen, sie behaupten einen Platz im Mittelfeld.

Heavy 24: Das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen findet zwar erst Ende Juni statt, schon nächste Woche könnte es aber zur Absage kommen. "Wir erwarten 1300 Teilnehmer plus Betreuer und Zuschauer. Wir wissen nicht, was die richtige Entscheidung ist. Aber wir müssen eigentlich jetzt planen und Verträge schließen", erklärt Mitorganisator Alex Liebers. "Wir wollen nicht irgendwann sagen müssen: Hätten wir es doch lieber abgesagt. Wir haben eine Verantwortung gegenüber allen Teilnehmern." (mit bew/kbe/mm/tbk)


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