Daniel Jung lässt Gegner alt aussehen

Der Kickboxer aus Chemnitz hat den Weltcup gewonnen. Jetzt will er sich noch einen sportlichen Traum erfüllen.

In der Boxhalle im Sportforum macht sich Daniel Jung warm für das anstehende Training. Der 29-Jährige fällt aber im Vergleich zu den anderen Faustkämpfern vom Boxclub Chemnitz mit seinen Trainingseinheiten etwas aus der Reihe: Jung ist Kickboxer. Und das sehr erfolgreich. Gerade erst stellte er sein Können erneut unter Beweis, gewann den World Cup im irischen Dublin. Bei diesem dreitägigen Turnier kämpften fast 4000 Kickboxer aus aller Welt um den Sieg. Es war der Auftakt zur Weltcup-Serie in diesem Jahr. "Ich wollte schon in meiner Klasse gewinnen", sagt Jung. Das tat er in den beiden Kämpfen beeindruckend. Sowohl im ersten als auch im zweiten Fight beherrschte er seine Gegner, bestimmte mit schnellen und harten Kombinationen das Geschehen. Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füßen und Händen wie bei den Kampfsportarten - Karate oder Taekwondo - mit konventionellem Boxen verbunden wird.

Am Weltcup muss Jung, der zur Nationalmannschaft gehört, teilnehmen. "Ich will im Oktober bei den Weltmeisterschaften in Sarajevo dabei sein", nannte er sein wichtigstes Ziel. Daran arbeite er seit Monaten. "Ich bin nicht mehr der Jüngste. Deshalb ist die Teilnahme an einer WM mein großer Traum", so der Kickboxer. Um das zu erreichen, müsse er unter anderem vordere Plätze bei nationalen und internationalen Turnieren belegen. Dass er das kann, hat er schon oft bewiesen. Der 29-Jährige hat mehrere deutsche Meistertitel geholt und ist viermal internationaler deutscher Champion geworden. Seinen bisher größten Coup landete Jung jedoch 2016 im slowenischen Maribor. "Bei der dortigen Europameisterschaft gewann ich die Bronzemedaille", erzählt er nicht ohne Stolz.

Für die Erfolge muss der Sportler vom Boxclub Chemnitz hart trainieren. "Zwei- bis dreimal an sechs Tagen der Woche bin ich in der Halle, haue mich richtig rein", betont er. Manchmal müsse er auch außerhalb von Chemnitz, beispielsweise in Erfurt, trainieren. "Das liegt schlicht und einfach daran, dass ich in Chemnitz nicht viele Trainingspartner mit der entsprechenden Qualität habe", begründet der 29-Jährige. Um das ganze Pensum zu schaffen, gab Jung seinen Beruf als Zahntechniker auf und wagte den Schritt ins Profigeschäft. Somit ist er der erste Chemnitzer Kickboxer, der ins Profilager wechselte. "Profilager klingt vielleicht etwas zu hoch. Ich würde es eher so nennen, dass ich jetzt profimäßig trainieren kann. Dabei werde ich von einer Plauener Sportmanagement Agentur unterstützt", erklärt Jung.

Zum Kickboxen ist er mit 17 Jahren gekommen. Aber auch das "normale" Boxen habe er betrieben. "Letzteres ist der Grundstein für das Kickboxen, bei dem noch die Bein- und Knietechnik dazukommen", so Jung. Es sei schon ein Unterschied, ob man die Faust oder das Schienbein beziehungsweise das Knie des Kontrahenten ins Gesicht bekommt. Kickboxen ist ein Verschleißsport - mehr noch als Boxen, sagt der Kampfsportler. Ans Aufhören habe er aber noch nie gedacht. Auch wenn seine Frau und sein Sohn durch den Sport oft etwas zu kurz kommen, denn Freizeit ist für Jung fast ein Fremdwort.

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