"Das kann nicht unser Anspruch sein"

Basketball-Zweitligist BV Chemnitz hat sein erstes Saison-Heimspiel gegen Aufsteiger Ehingen mit zehn Punkten Vorsprung gewonnen. Nach einem mitreißenden ersten Viertel ließen die Niners jedoch stark nach. Was war da los?

Fast sechs Monate keine Punktspiele in der Hartmannhalle: Dem Chemnitzer Publikum war anzumerken, wie sehr die erste Heimpartie der Saison 2016/17 herbei gesehnt wurde. Gut 1600 Besucher empfingen ihr Team euphorisch. Und die Niners legten gegen Aufsteiger Ehingen aus Baden-Württemberg los wie die jungen Basketball-Götter. Nach einem mitreißenden ersten Viertel mit einem überragenden Kapitän Michael Fleischmann, der elf Punkte erzielte, lagen die Schützlinge von Trainer Rodrigo Pastore 23:12 vorn.

Die rauschende Ball-Nacht fand jedoch ein jähes Ende, auch wenn sich die Chemnitzer letztlich mit 81:71 gegen den Neuling durch- setzen konnten. "Nichts gegen Ehingen, aber es kann nicht unser Anspruch sein, gegen den Aufsteiger mit zehn Punkten zu gewinnen", sagte Michael Fleischmann nach der Partie am Samstagabend. Der Kapitän, im Sommer aus Nürnberg zur BV gewechselt, ist ein Mann der klaren Worte. "Nach dem ersten Viertel sind wir dann unkonzentriert gewesen und haben dumme Aktionen gezeigt. Das hat Ehingen ausgenutzt", erklärte der 30-Jährige. Ein Spiel mit einem so frühen Vorsprung müsse man einfach cleverer über die Bühne bringen, ergänzte Fleischmann. Stattdessen witterten die Gäste Morgenluft und konnten kurz nach der Halbzeitpause sogar zum 40:40 ausgleichen.

Malte Ziegenhagen, Neuzugang von Erstligist Bayreuth, sprach später von einem Riss im Niners-Spiel. "Es ist viel Nervosität dabei gewesen, die zu Fehlern führte. Einige junge Spieler sind es offenbar nicht gewöhnt, vor so vielen Leuten zu spielen", resümierte der 25-Jährige. Ziegenhagen zeigte bei seiner Heimpremiere, dass er in die Rubrik "Führungsspieler" einzuordnen ist. "Ich bringe viel Energie aufs Feld und bin ein Verteidigungs-Tier", hatte der Berliner im Vorfeld der Saison erklärt.

Beides konnte er am Samstag zumindest phasenweise unter Beweis stellen - ebenso wie seine Wurfqualitäten. Ziegenhagen versenkte allein vier Dreier. Seine Erkenntnis aus der Ehingen-Partie: "Wir müssen souveräner und ruhiger spielen." Angetan zeigte sich Ziegenhagen von den Fans, die ihre Truppe durchgängig anfeuerten. "Die Stimmung in der Halle war top. Wir brauchen das Publikum auch - es ist sozusagen das Team hinter dem Team", sagte Ziegenhagen, der schon in den USA und in Argentinien gespielt hat.

Auch wenn die Niners gegen Ehingen den zwischenzeitlichen Ausgleich schlucken mussten, konnten sie nach dem Auftakterfolg bei den Gotha Rockets den zweiten Sieg im zweiten Spiel landen. Zu den wenigen Höhepunkten in Hälfte zwei zählte ein Dunk des US-Amerikaners Joe Lawson. Als der Neu- zugang mit den Kleiderschrank- Maßen den Ball zum 52:42 (26.) von oben in den Korb stopfte, kochte die Halle noch einmal. Bereits heute Abend ist die BV-Mannschaft wieder gefordert. Sie tritt in Heidelberg an. "Wir wollen immer gewinnen und auch dieses Spiel für uns entscheiden", betonte Kapitän Fleischmann, dessen Ehefrau Laila sowie die beiden Töchter Linea und Milia am Samstagabend zu den Besuchern in der "Hartmannhölle" gehörten.

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