Das Nordlicht beim CFC: Der Mann der schnellen Tore

Wenn Pelle Hoppe für die Chemnitzer Fußballer auf dem Feld steht, trifft er fast immer - weshalb er gute Chancen auf einen Einsatz im letzten großen Spiel der Saison hat.

Pelle Hoppe hat seit seinem Wechsel von Werder Bremen II zum CFC im Januar 2019 für die Himmelblauen zwar erst reichlich 120 Minuten auf dem Platz gestanden, dennoch ist der 19-Jährige bei den Fans als Mann der schnellen Tore bekannt. Für seinen ersten Saisontreffer, den er im Auswärtsspiel in Auerbach markierte, brauchte der Norddeutsche nach seiner Einwechslung gerade einmal eine Minute, beim zweiten Tor im Heimspiel gegen Optik Rathenow waren es fünf.

Am Sonntag stand Hoppe beim Auswärtsauftritt bei Viktoria Berlin das zweite Mal für Chemnitz in der Startelf. In dieser Partie hatte der Sekundenzeiger auf der Uhr gerade reichlich fünf Umdrehungen gemacht, bevor der Stürmer traf. "Es war eine Flanke von Erik Tallig, die der Gegner zwar klären konnte, mir den Ball aber vor die Füße spielte. Da habe ich das Tor gemacht", sagte Hoppe. Das 2:0 des CFC bereitete er vor, indem er seinen Sturmkollegen Daniel Frahn bediente. Doch diese beiden frühen Tore des feststehenden Regionalligameisters sollten nicht reichen, um sich bei den Berlinern für die Heimspielniederlage zu revanchieren. Am Ende stand eine 2:4-Pleite zu Buche, die durchaus hätte noch deutlicher ausfallen können. Torhüter Joshua Mroß parierte mehrmals hervorragend und verhinderte weitere Treffer. "Wir haben gut begonnen, dann aber den Faden verloren und am Ende verdient verloren", analysierte Hoppe.

Sein Trainer David Bergner musste in der Partie auf die gesperrten Dennis Grote und Rafael Garcia verzichten, besetzte zudem die Innenverteidigung mit Kristian Taag und Michael Blum und verschaffte so dem Stammpersonal Niklas Hohen-eder und Kostadin Velkov eine Pause. Velkov kam in der Pause für Taag, doch ein Bollwerk wurde die Abwehr des bereits als Meister feststehenden CFC deshalb nicht. Vielmehr hatte Mroß im himmelblauen Kasten mehr Ballkontakte, als ihm lieb war. Nach einer knappen Stunde war dann für Hoppe Feierabend, er war trotz des vorzeitigen Endes zufrieden. "Es war für mich ein schönes Gefühl, wieder länger spielen zu dürfen", sagte der 1,85 Meter große Akteur. Er wisse zwar, dass Bozic wegen der zweiten gelben Karte im Pokalendspiel gegen den FSV Zwickau gesperrt sei, dennoch erhebe er keinerlei Ansprüche auf eine weitere Berufung. "Das entscheidet der Trainer. Wenn es mit einem Einsatz klappen würde, wäre es natürlich sehr schön", sagte der junge Kicker.

Ohnehin pflege er mit den Offensivkollegen Frahn und Bozic ein gutes Verhältnis. "Solange ich noch kein Auto hatte, hat mich Daniel immer mit zum Training genommen. Er gibt mir auch oft Tipps, wie ich mich besser verhalten kann", sagte Hoppe, für den der Wechsel nach Chemnitz auch die erste Standortveränderung in seinem Fußballerleben ist. Mittlerweile hat er in Chemnitz eine Wohnung bezogen und wohnt nur einen Steinwurf entfernt von Deji Beyreuther. "Wir sind ja im gleichen Alter. Da ist es gar nicht schlecht, dass wir Nachbarn sind", sagte Hoppe. Insgesamt habe die Mannschaft es ihm auch sehr leichtgemacht, in der neuen Umgebung schnell Fuß zu fassen. Und mittlerweile klappt es auch mit dem Sächsisch. "Zu Beginn hatte ich mit dem Dialekt große Probleme und musste mich sehr konzentrieren, um etwas zu verstehen. Aber das hat sich nun auch eingependelt", sagte er. Und in Sachen Studium der sächsischen Sprache kann der Offensivakteur noch ein paar Semester anhängen. Denn bei den Himmelblauen hat er einen Vertrag bis Sommer 2020 unterschrieben.


CFC schafft Stelle für Anti-Rassismus-Beauftragten

Daniel Maaß (47) ist ab sofort Anti-Rassismus-Beauftragter beim CFC.

Er ist seit 2010 für den Bayerischen Fußball-Verband als Konfliktmanager tätig. "Konflikte und Probleme mit Rassismus gibt es leider immer wieder. Sie tauchen überall auf, nicht nur in Sachsen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, aber alle haben eines gemeinsam: Sie müssen benannt und mit voller Überzeugung angegangen werden. Genau das wollen wir gemeinsam tun", erklärte Maaß.

Neben der Erstellung eines Konzeptes für die Anti-Rassismus-Arbeit des CFC wird Maaß auch in beratender Funktion tätig sein. Zudem ist er Anlaufstelle für Betroffene und Aussteiger. Mit der Schaffung der Stelle kommt der CFC einer Auflage des Sportgerichtsurteils des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) nach der offiziellen Trauerminute für einen Ex-Neonazi im Stadion nach. (tre)

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