Der CFC-Trainerneuzugang aus Mönchengladbach

Marcel Höttecke ist beim Drittliga-Aufsteiger für die Torhüter verantwortlich. Sein früher Wechsel vom Fußballprofi zum Coach kam durch einen überraschenden Anruf zustande.

Kaum in Chemnitz, legte er eine Punktlandung hin: Einen Tag vor dem Trainingsstart des CFC bezog der neue Torwarttrainer Marcel Höttecke eine Wohnung in der Stadt. "Damit konnte ich mich gleich voll auf die Arbeit im Verein konzentrieren", sagt der 32-Jährige. Er tritt die Nachfolge von Thomas Köhler an, der vorige Saison sowohl Torwarttrainer als auch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Himmelblauen war. Köhler konzentriert sich künftig auf den Jugendbereich.

Marcel Höttecke, der in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen) geboren wurde, stand selbst lange zwischen den Pfosten. Und das auf hohem Niveau: Zu seinen Profistationen gehörten Borussia Dortmund und Union Berlin. "Es ist schon beeindruckend, im Dortmunder Stadion vor mehr als 80.000 Zuschauern zum Kader zu gehören oder sogar im Tor zu stehen", so Höttecke. Beim BVB kam er immerhin auf fünf Einsätze im Bundesligateam.

Wer weiß, wie weit er es gebracht hätte, wäre er nicht schon früh vom Verletzungspech verfolgt gewesen. "Mit Anfang 20 erlitt ich einen Kreuzbandriss. Fünf, sechs Jahre später hatte ich vier Knie-Operationen hinter mir", berichtet der 1,99-Meter-Mann. Angst vor einem frühen Ende der Karriere, wie sie viele Spieler in der Situation gehabt hätten, verspürte Höttecke aber nicht. Sein Traumjob war sowieso ein anderer. "Ich habe sehr früh meine Leidenschaft für die Trainerlehre entdeckt. Als 19-Jähriger war ich schon als Übungsleiter für Fußballschulen aktiv", erzählt Höttecke.

Im Frühjahr 2016 veränderte ein Anruf, der wie aus heiterem Himmel kam, sein Leben. Am Telefon war Uwe Kamps, Torwarttrainer bei Borussia Mönchengladbach. "Zwei Jahre zuvor hatte ich in Gladbach hospitiert. Ich war völlig überrascht, dass sich Uwe Kamps noch an mich erinnerte", berichtet Höttecke. Er konnte dem Angebot, Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach zu werden, nicht widerstehen. Zuletzt war er dort unter anderem fürs Training der Keeper im U-23-Bereich zuständig. Zu diesem Team gehörte auch ein Feldspieler namens Joel Richter. Er ist der Sohn der Karl-Marx-Städter Stürmerlegende Hans Richter, was Marcel Höttecke nicht wissen konnte. "Joel ist ein klasse Typ. Wir sind auch mal ins Gespräch gekommen, über seinen Vater haben wir aber nicht geredet", sagt Höttecke. Wenn er früher gewusst hätte, dass er nach Chemnitz wechselt, und Joel Richter davon erzählt hätte, wäre das bestimmt ein Thema gewesen, fügt er hinzu.

Nach drei Jahren bei den "Fohlen" im tiefsten Westen ist Marcel Höttecke nun also in Sachsen gelandet. CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik und Chefscout Kevin Meinhardt hatten ihn zunächst gefragt, ob er sich einen Wechsel nach Chemnitz vorstellen könne. "Das war im Frühjahr", berichtet der 32-Jährige. Als sich der CFC dann jedoch zum zweiten Mal meldete, sei alles ganz schnell gegangen.

Inzwischen hat Höttecke im Sportforum die ersten Übungseinheiten mit den Keepern Jakub Jakubov und Joshua Mroß - der dritte Torwart Florian Sowade wird den Verein wohl verlassen - absolviert und zeigt sich zufrieden. "Der CFC hat gute, entwicklungsfähige Torhüter. Ich freue mich auf die Arbeit mit den Jungs, die sehr gut mitziehen", betont Höttecke, über dessen Vertragslaufzeit Stillschweigen vereinbart wurde. Eines steht für ihn allerdings fest: "Ich plane, langfristig in Chemnitz zu bleiben."


Testspiel in Limbach-Oberfrohna

Nach dem 30:0-Sieg in Lugau (2. Kreisklasse) bestreitet der CFC am Mittwoch seine zweite Testpartie. Ab 18 Uhr spielen die Himmelblauen im Waldstadion in Limbach-Oberfrohna gegen Landesligist VfL Pirna-Copitz. "Wir stehen am Anfang der Saisonvorbereitung. Da brauchen wir zunächst Kontrahenten, die der Mannschaft nicht gleich alles abverlangen", sagte CFC-Sprecher Steffen Wunderlich. Mit jedem Test werde die Qualität der Gegner steigen. Auftritte wie in Lugau und Limbach-Oberfrohna seien zugleich eine gute Gelegenheit für den Verein, sich seinen Fans im Umland zu präsentieren.

Der CFC tritt am Mittwoch im Waldstadion zwar nicht gegen den dort beheimateten FSV Limbach-Ober- frohna an, dennoch sei die Vorfreude auf diese Partie groß, betonte der Limbacher Vereinspräsident Marcel Körner. "Wegen der sehr guten Bedingungen hier kommt der CFC gern zu uns. Ich hoffe am Mittwoch auf 800 bis 1000 Zuschauer", so Körner. Gespannt sein dürfe man vor allem auf die Neuzugänge des Clubs. (ms)

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