Der Läufer mit dem langen Atem

Sören Schramm vom Chemnitzer LV Megware ist Deutscher Meister über 100 Kilometer geworden. Und die nächste große Herausforderung steht schon vor der Tür.

Er hat keinen Coach, arbeitet sich seinen Trainingsplan selbst aus - und hat damit Erfolg: Sören Schramm vom Chemnitzer Laufverein (CLV) Megware. Vor kurzem wurde der 39-Jährige Deutscher Meister über 100 Kilometer in der Altersklasse 35. Das sei für ihn ein wenig überraschend gekommen. "Wichtig ist, dass man vor dem Start genau im Auge hat, wie man die lange Distanz angehen wird", sagt Schramm. Das sei nicht immer einfach. "Entscheidend ist dabei natürlich die Tagesform. Dennoch habe ich vor jedem 100-Kilometer-Lauf eine Zeitvorstellung, beginne meist mit einem flotten Tempo", erklärt der 39-Jährige.

Am schwersten sei jedoch die zweite Hälfte. "Zwischen 60 und 90 Kilometern ist die schwierigste Phase. Die muss man überstehen", so der Läufer vom CLV Megware. Auf etwas ist Schramm besonders stolz: "Ich habe noch nie einen 100-Kilometer-Lauf abgebrochen." Und er weiß noch genau, wann er seinen ersten "Hunderter" bestritten hat. "Das war 2010 im brandenburgischen Grünheide, einem Ortsteil von Kienbaum, wo sich noch heute das Bundesleistungszentrum für Spitzensportler befindet", betont Schramm.

Selbst ein Spitzensportler wollte der 39-Jährige nie werden. "Mit dem Leistungssport hatte ich zu keiner Zeit etwas am Hut. Das liegt vordergründig daran, dass ich mich erst mit 24 Jahren dem Laufen verschrieben habe", begründet er. Vorher spielte der gebürtige Annaberger Tennis. Zum Laufen ist Schramm, wie er sagt, nach "Lust und Laune" gekommen. Heute ist die Sportart nicht nur zu seinem Hobby, sondern fast schon zu einer Leidenschaft geworden. Insgesamt bestreitet er neun Disziplinen - unter anderem über 800, 1500, 3000 und 5000 Meter bis hin zum Marathon (42,195 Kilometer). Wenn er die 100 Kilometer als seine Lieblingsstrecke bezeichnet, müssten andere Distanzen für ihn eigentlich ein Klacks sein. Doch weit gefehlt. "Bei kürzeren Strecken werden ganz andere Geschwindigkeiten gelaufen", sagt der fünffache Landesmeister über 100 Kilometer.

Schramm ist auch bei zahlreichen Läufen in der Region am Start - und das sehr erfolgreich. "Ich habe dreimal den Chemnitzer Laufcup und einmal den Westsachsencup gewonnen", erzählt der Diplom- Jurist. Meist absolviere er dort Strecken über 10 oder 20 Kilometer. Zu seinen Lieblingsveranstaltungen gehören der Adelsberg- sowie der Stauseelauf in Rabenstein. "Beide bieten ein sehr schönes Ambiente, obwohl sie sehr anstrengend sind", unterstreicht der Läufer. In diesem Jahr habe er jedoch nicht so oft an Wertungsläufen teilgenommen. "Mein Augenmerk galt mehr den längeren Strecken." Am morgigen Sonntag steht bereits eine weitere große Herausforderung an. "Im Urlaub nehme ich am Gardasee-Marathon teil", blickt Schramm auf seinen nächsten Start voraus.

Erfolge stellen sich freilich nicht von allein ein. Dafür ist ein umfangreiches Trainingspensum notwendig. Das ziehe er seit Jahren durch. "Ich laufe fast jeden Tag, aber unterschiedliche Routen und Distanzen", merkt Schramm an. Dabei gehe die Tour auch mal quer durch die Innenstadt, wenn er zwischen dem Schloßteich und dem Stadtpark unterwegs ist. Es kann zudem passieren, dass er entlang des Kappelbachradweges bis nach Grüna und zurück läuft - mit genauso großem Ehrgeiz wie bei einem Wettkampf.

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