Dieser Mann kommentiert sogar Schach

Daniel Pfaff hat aus seiner Liebe zum Sport ein etwas außergewöhnliches Hobby gemacht. Seine Stimme ist bei vielen Wettkämpfen zu hören - nur ein Verein hat ihn noch nicht angefragt.

Dass er einmal selbst Basketball gespielt hat, ist für Daniel Pfaff aktuell ein großer Vorteil. Denn dadurch kennt er all die verschiedenen Handzeichen, welche die Schiedsrichter im Laufe eines Spieles anzeigen. Und er kann viele Entscheidungen sofort ans Publikum übermitteln. Nicht an irgendein Publikum - sondern an die frenetischen Fans des Zweitligaspitzenreiters Chemnitz Niners. Seit dieser Saison ist Pfaff der offizielle Hallensprecher des Vereins und hat mit seiner lockeren Art sofort die Herzen der Fans erobert.

Was nicht gerade einfach war, denn auch Vorgänger Olaf Kadner war und ist bei vielen Sportbegeisterten in der Stadt beliebt. Allerdings hat sich der Basketballverein entschieden, ihn nicht mehr einzusetzen. Hintergrund ist die Gedenkminute für einen verstorbenen Neonazi vor einem Spiel des damaligen Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC, bei der Kadner einen Trauertext verlas. Während der CFC seinen Stadionsprecher mittlerweile wieder einsetzt, haben es die Niners bei ihrer Entscheidung belassen.

Daniel Pfaff möchte über den Grund, warum er nun auch in der Messehalle vor mehr als 3000 Fans für Stimmung sorgen darf, nicht weiter sprechen. Viel lieber redet er über seine Leidenschaft: den Sport. "Mein Vater war sehr sportbegeistert und hat mich angesteckt", sagt der 42-Jährige. "Ich habe mich schon als Kind für alle möglichen Sportarten interessiert und selbst Fußball und Basketball gespielt." Als dann 1997 eine Anfrage von Freunden kam, ob er mal ein Beachvolleyballturnier stimmlich begleiten könnte, sagte er zu - und fand sein Hobby.

"Ich habe dann für viele Vereine in Chemnitz als Sprecher gearbeitet. Zum Beispiel für die Volleyballerinnen des CPSV in der Bundesliga oder bei verschiedenen Radsportveranstaltungen", sagt Daniel Pfaff, der hauptberuflich als Vertriebsleiter bei der Chemnitzer Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft tätig ist. Seit mehr als zehn Jahren ist er der Hallensprecher der Bundesliga-Floorballer Floorfighters, beim jährlich stattfindenden Mountainbikemarathon "Heavy 24" ist er seit dem ersten Tag dabei und gehört schon fast zum Organisationsteam. "Da ich auch noch einige Werbeveranstaltungen oder Galas moderiere, sind die Wochenenden damit meist verplant", sagt Pfaff.

Obwohl seine Stimme bei sehr vielen Sportveranstaltungen der Stadt in aller Ohren ist, wurde er vom größten Publikumsmagneten im Sportbereich noch nicht angefragt. Als der CFC nach der zwischenzeitlichen Trennung von Olaf Kadner in diesem Frühjahr ohne Stadionsprecher dastand, habe sich niemand bei ihm gemeldet, sagt Pfaff. Dafür hat der gebürtige Burgstädter in seiner Karriere aber schon einmal eine Sportart kommentiert, die eigentlich nicht kommentierbar ist: Schach. "Da hat mal ein Großmeister gleichzeitig gegen mehrere Konkurrenten gespielt und ich habe meine Einschätzung dazu gegeben. Hat Spaß gemacht, geht bei normalen Spielen aber nicht", lacht Pfaff.

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