Kaum Sonne in der Türkei: CFC trotzt dem nassen Wetter

Die Regionalligafußballer haben die erste Woche im Trainingslager hinter sich gebracht - und dem Hotelpersonal viel Arbeit an der Waschmaschine verschafft.

Es war das erklärte Ziel des Chemnitzer FC, mit der Buchung des Trainingslagers in der Türkei der heimischen Kälte und den schneebedeckten Fußballplätzen zu entfliehen. Dieser Plan ist aufgegangen, in der Region Side herrschen derzeit in der Spitze zweistellige Plusgrade. Doch während der souveräne Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Nordost bisher seine Gegner fast immer nass- gemacht hat, steht die Truppe von Cheftrainer David Bergner am Mittelmeerstrand immer wieder im Regen. Regelmäßig gab es in der ersten Hälfte des Trainingslagers in Side, das noch bis zum kommenden Donnerstag dauern wird, reichlich Niederschlag.

Für Bergner ist das jedoch nur ein Luxusproblem. "Sicherlich haben wir mit Regen und Wind zu kämpfen. Dennoch können wir unter fantastischen Bedingungen trainieren und insbesondere täglich auf grünem Rasen arbeiten", hebt der Coach nochmals die Vorzüge der Entscheidung hervor, das Team ins Flugzeug verfrachtet zu haben und für knapp zwei Wochen unter mediterranem Flair gegen die Bälle treten zu lassen. "Die Mannschaft geht mit Spaß und Freude an die Aufgaben, das Hotel ist toll", sagt der Trainer. Die Herberge der CFC-Kicker biete alles, was man brauche. Im Gebäude haben deshalb auch nicht nur die Himmelblauen ihre Zelte aufgeschlagen. Vielmehr logieren gleichzeitig die Teams von Germania Halberstadt sowie der U 17 und der U 19 der Stuttgarter Kickers in der Bettenburg.

Während der scharfe Start in die Urlaubssaison noch auf sich warten lässt, können sich die Hotelmitarbeiter auf kommende Aufgaben schon einmal einstimmen. Wenn der CFC-Tross nach den Trainingseinheiten wieder einrückt, kümmert sich das Hotelpersonal unter anderem darum, dass die Klamotten gewaschen und getrocknet werden. Damit dennoch immer reichlich Hemden und Hosen im Schrank liegen, führt Teambetreuer Torsten Bittermann die Regie. Einen Kleidungs-Engpass wird es in Side für die Spieler also nicht geben. "Wir haben genug Ausrüstung mitgenommen", versichert Bittermann.

Seine Kollegen von der medizinischen Abteilung haben sich auch schon eingerichtet. Immer dann, wenn Trainer Bergner das Tagesprogramm auf den Sportstätten abgepfiffen hat, beginnt für das Team um Olaf Renn der Tag so richtig. "Wir haben einen konkreten Zeitplan aufgestellt, aus dem ersichtlich ist, wann welcher Spieler behandelt wird. Aber grundsätzlich sind wir rund um die Uhr für die Kicker da", sagt Renn.

Neben Training und Behandlungen stehen für den CFC auch Testspiele auf dem Programm. Nach dem 2:2 am Donnerstag gegen die Grasshoppers Zürich wird am Sonntag gegen den TSV Steinbach-Haiger getestet. Der Gegner kämpft wie die Himmelblauen in der Regionalliga um Punkte, allerdings in der Staffel Südwest. Dort spielt der TSV durchaus eine bemerkenswerte Rolle und belegt aktuell hinter dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Saarbrücken den dritten Tabellenplatz. Glaubt man den Vorhersagen der Meteorologen, müssen sich am Wochenende nicht nur die Fußballer bewegen, auch die Hotelbediensteten, die sich um die Wäsche kümmern, werden wieder ins Laufen kommen - es sind erneut reichlich Niederschläge prognostiziert.

Regen hin oder her - CFC-Coach Bergner freut sich auf das zweite Testspiel. "Gegen Zürich haben wir in der ersten Halbzeit mit wenig Mut gespielt, hatten nach dem Seitenwechsel mehr Ballbesitz und eine bessere Raumaufteilung. Ich habe das Unentschieden durchaus als gerechtes Resultat gesehen", sagt er. Nach dem Abpfiff der Partie gegen Steinbach geht es dann in die dritte Halbzeit. Aber nicht, wie beim Volkssport, in der Kneipe, sondern vielmehr auf der Massagebank, an den Waschmaschinen und im Trainerzimmer sicherlich auch an der Taktiktafel. Oder man geht schwimmen - Wasser ist ja reichlich da.


Mittelfeldspieler wechselt aus Erfurt zum Chemnitzer FC

Ein Neuzugang ist am Freitag zur Mannschaft des CFC ins Trainingslager gestoßen. Von Rot-Weiß Erfurt wurde Liridon Vocaj (Foto) verpflichtet. Der 25-Jährige hat

unter anderem für die Würzburger Kickers und den TSV 1860 München II gespielt. "Ich kenne Liri noch aus meiner Zeit in Erfurt, wo er vor seiner Verletzung auf der defensiven Mittelfeldposition ein echter Führungsspieler war", sagte CFC-Trainer David Bergner.

Mit der Verpflichtung Vocajs reagiert der CFC auf den überraschenden Abschied von Niclas Erlbeck, der erst vergangene Woche aus Jena nach Chemnitz gewechselt war, am Sonntag aber aus privaten Gründen um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte. Erlbeck war als Ersatz für den verletzten Mittelfeldmann Matti Langer geholt worden. (tre)

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