Neue CFC-Herausforderung heißt Viktoria Berlin

In der Heimpartie gegen den Hauptstadt-Club peilt der Spitzenreiter der Regionalliga den 16. Sieg im 16. Spiel an. Ein Profi des Chemnitzer Kaders wird mit einer Maske ins Stadion gehen.

Fußball-Regionalliga bedeutet, dass elf gegen elf spielen - und am Ende gewinnt der Chemnitzer FC. Auf diesen einfachen Nenner kann man das bisherige sportliche Geschehen in der Vierten Liga, Staffel Nordost, bringen. Die Himmelblauen marschieren einsam voran, sind mit 13 Punkten Vorsprung vor dem Berliner AK unangefochtener Tabellenführer.

Am morgigen Samstag (Anstoß: 13.30 Uhr im Stadion Chemnitz an der Gellertstraße) wollen die Schützlinge von Cheftrainer David Bergner den 16. Sieg im 16. Spiel einfahren. Die neue CFC-Herausforderung heißt FC Viktoria Berlin. Mit dem Hauptstadt-Club tritt ein weiteres Team an, um den Chemnitzern die ersten Zähler abzuknöpfen. Mit Blick auf die Partie tat Bergner am Donnerstag das, was ein Trainer trotz langer Siegesserie tun muss: Er verwies darauf, wie schwer die Aufgabe wieder wird. "Viktoria Berlin verfügt über eine sehr homogene Mannschaft mit talentierten Jungs aus der Berliner Region", sagte Bergner. Der nächste CFC-Gegner versuche, in neue Sphären vorzudringen, fügte der 44-Jährige hinzu. Bergner sprach damit den Einstieg eines chinesischen Investors an, mit dessen Hilfe der FC Viktoria in naher Zukunft den Profifußball erreichen will.

Für Außenstehende ist es fast ein Wunder, wie konstant die CFC-Profis ungeachtet der finanziellen Lage des Vereins ihre Leistungen abrufen. Auf die Frage, wie er die äußerst schwierigen Bedingungen im Umfeld möglichst von den Kickern fernhält, sagte Bergner: "Wir gehen offen mit der Situation um. Wenn Spieler diesbezüglich Fragen oder Probleme haben, können sie jederzeit zu uns kommen - meine Tür und die des Sportdirektors stehen immer offen." Und komme es vor, dass ein Profi deswegen "nicht ganz bei der Sache ist", werde das Gespräch mit ihm gesucht, um seine Zweifel zu zerstreuen. Für Bergner ist der Trainerjob in Chemnitz offenbar auch eine Ausbildung zum Psychologen.

Gut zureden wird der 1,97-Meter-Mann zurzeit auch seinem Ersatztorhüter Florian Sowade. Der 21-jährige Keeper hat schmerzhafte Erinnerungen an die zu Ende gehende Trainingswoche. Wie Bergner am Donnerstag berichtete, zog sich Sowade einen Nasenbeinbruch zu. "Es passierte während einer Spielform, an der auch die Torhüter auf dem Feld beteiligt sind", erklärte der CFC-Coach. Sowade sei mit Abwehrspieler Kristian Taag zusammengerauscht, "der für seine Zweikampfstärke bekannt ist".

Inzwischen ist die Nase von Sowade wieder geradegerückt worden, fügte Bergner hinzu. Der Schlussmann werde am Samstag mit einer Gesichtsmaske auf der Bank Platz nehmen - und auch einsatzbereit sein, sollte Stammtorhüter Jakub Jakubov etwas zustoßen. Den kleinen Trainingsunfall nahm der CFC-Trainer mit Gelassenheit zur Kenntnis. "Wo gehobelt wird, fallen Späne", so Bergner.

Tickets Eintrittskarten für die Heimpartien des CFC sind in den Shops der "Freien Presse" erhältlich. Das Viertelfinale im Sachsenpokal zwischen den Himmelblauen und Bischofswerda wird am 17. November ab 15.30 Uhr an der Gellertstraße ausgetragen.


Welche neue Rolle Ex-Vorstandschef Mathias Hänel beim CFC spielt

Er ist bei Spielen des Chemnitzer FC wieder regelmäßig im Stadion zu Gast: Mathias Hänel, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Himmelblauen. Mitunter konnte man Hänel im vertrauten Gespräch mit dem jetzigen Vorstand für Finanzen und Sport, Thomas Sobotzik, beobachten. Welche Rolle spielt der 54-jährige Chefarzt beim insolventen Viertligisten? Das Gerücht, er kümmere sich um die Sponsorengewinnung beim CFC, sei falsch, erklärte Vorstandsmitglied Sobotzik am Donnerstag auf Anfrage. "Wir nutzen aber die Kontakte und Ressourcen von Herrn Dr. Hänel", fügte er hinzu.

Dies betreffe zum einen den medizinischen Bereich. Als Abwehrspieler Kostadin Velkov in einer Partie nach einem Zusammenstoß mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Platz musste, sei durch die Hilfe von Hänel "eine sofortige und optimale Versorgung des Spielers im Klinikum Chemnitz" möglich gewesen, berichtete Sobotzik. Zudem habe Hänel zur Beilegung des lange schwelenden Streits zwischen CFC-Insolvenz- verwalter Klaus Siemon und dem ehemaligen Vereinsvermarkter Infront beigetragen. Das Schweizer Unternehmen unterstützt seitdem die Sanierungspläne des Clubs. (ms)

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