Neue Spieler, Rekordetat und große Ziele

Die Basketballer starten in die Zweitliga-Saison. "Freie Presse" gibt einen Überblick, was das Team auszeichnet, was sich in der neuen Spielstätte ändert und mit welchem Budget geplant wird.

Kader: Im Gegensatz zu früheren Jahren haben die Niners in diesem Sommer keinen großen Umbruch vollzogen. Mit Malte Ziegenhagen, Jonas Richter, Robin Lodders, Ivan Elliot und Virgil Matthews laufen fünf Stammspieler der Vorsaison erneut für die Niners auf. Matthews geht in seine fünfte Saison für die Chemnitzer. Dazu kommt mit Chris Carter ein Rückkehrer, der in der Saison 2016/17 schon einmal fast den Aufstieg mit den Niners geschafft hat und damals zu den besten Spielern der Liga gehörte. Neu in der Mannschaft sind Niklas Wimberg, Luis Figge, Terrell Harris und Dominique Johnson. Außer Harris - einer von nun vier US-Amerikanern im Team - haben alle schon Erfahrung in der Bundesliga gesammelt. Schwer wiegt der Abgang von Lukas Wank, den die Niners gern gehalten hätten, der aber in die Bundesliga wechselt. Bezüglich der Körpergröße haben die Sachsen durch den Abgang von Georg Voigtmann (2,13 Meter) eingebüßt. Dafür ist nun mit Dominique Johnson (95 Kilogramm bei 1,94 Meter Körpergröße) ein sehr robuster Spieler im Kader. Mit dem - zuletzt starken - jungen Leon Hoppe stehen elf Spieler zur Verfügung.

Trainer: Rodrigo Pastore geht in seine fünfte Saison. So lange am Stück hat noch nie ein Coach die Chemnitzer Basketballer betreut. Dabei hätte er aufsteigen können, verrät Niners-Präsidentin Micaela Schönherr: "Er hatte viele Angebote aus der Ersten Liga." Er habe aber schnell klargestellt, dass er in Chemnitz bleiben wolle, so Schönherr: "Er hat gesagt: ,Ich bin hier noch nicht fertig.'" Unterstützt wird Pastore wie im Vorjahr von Steven Hutchinson und Michael Wende. Neu im Trainerstab ist der Italiener Francesco Briguglio, der sich um die Athletik der Sportler kümmert. Zuletzt fiel Pastore wegen dringender privater Angelegenheiten in seiner Heimat Argentinien aus. Ob er zum Saisonstart am Samstag in Hagen dabei ist, ist noch offen.

Saisonziel: Die Vereinspräsidentin ist zurückhaltend. "Wir werden irgendwann aufsteigen. Die Frage ist nur, wann", sagt Schönherr. Die Spieler sind deutlich offensiver. Neuzugang Luis Figge erklärt, er sei nach Chemnitz gekommen, um Bundesliga zu spielen. Spieler, die in der vergangenen Saison dabei waren, sprechen vom "unfinished business" (unvollendeter Job). Es geht ihnen darum, das zu schaffen, was ihnen im dramatischen Aufstiegsfinale mit dem besseren Ende für Hamburg verwehrt blieb: den Aufstieg in die Bundesliga. Die Vorbereitung ließ hoffen: Trotz verletzungsbedingter Ausfälle gewannen die Niners acht von zehn Testspielen, schlugen auch Erstligist Hamburg.

Etat: Die Niners hatten trotz verpasstem sportlichen Aufstieg die Lizenz für die Bundesliga beantragt und einen positiven Bescheid erhalten. Das heißt, sie hätten auch den Mindestetat von drei Millionen Euro erreicht. So hoch sei das Budget für die Zweite Liga nicht, sagt Geschäftsführer Steffen Herhold: "Einige größere Sponsoren machen ihr Engagement von der Bundesliga abhängig." Erstmals werde man aber die Zwei-Millionen-Euro-Grenze reißen. Das gelinge auch dank 20 neuer Sponsoren, die man im Sommer habe gewinnen können, so Herhold.

Spielstätte: Die Hartmannhalle war zuletzt oft ausverkauft und bot zu wenig Platz für die wachsende Anzahl Sponsoren. Die Niners tragen deswegen künftig alle Liga-Begegnungen in der Messe aus. Deren Kapazität wird durch die Einkürzung der Hinterkorbtribünen auf 4200 Zuschauer reduziert, kann aber bei Topspielen auf 5200 Plätze aufgestockt werden. Die Messe soll zudem optisch verkleinert werden, um eine ähnlich enge Umgebung wie in der Hartmannhalle zu schaffen. "Es wird darauf ankommen, die Messe zu unserem neuen Wohnzimmer zu machen", sagt Schönherr. Der Verein habe nur einen Schritt vorweggenommen, der bei einem Aufstieg ohnehin notwendig geworden wäre. Als Ziel gibt Geschäftsführer Herhold einen Zuschauerschnitt von 3000 an. Im Vorverkauf wurden bislang 1300 Tickets abgesetzt - ein aus Herholds Sicht guter Wert. Die Preise für die Karten haben sich um etwa einen Euro erhöht.


Kommentar: In der Favoritenrolle

Bestes Spätsommerwetter, Sonntagnachmittag - und dennoch schauen sich 500 Zuschauer ein Spiel der Niners an - eine Testpartie wohlgemerkt. Die Vorfreude auf die Saison ist offenbar groß. Und damit auch die Hoffnung, dass die Chemnitzer nach zwei Anläufen endlich den Gang in die Erste Liga schaffen. Nach allem, was die Niners investiert haben, ist dieser Schritt auch fällig. Allerdings ist die Konkurrenz wohl noch stärker als in der vergangenen Saison. Heidelberg bekommt eine neue Arena und will dort Bundesliga-Basketball zeigen, Jena als Absteiger den direkten Wiederaufstieg. Trotzdem: Auch die Niners sind ein Favorit - und müssen diese Rolle annehmen.

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