Niners-Spieler hat Geschmack am Nationaltrikot gefunden

Jonas Richter hat mit der deutschen Auswahl bei der Universiade in Neapel den fünften Platz belegt. Sein erstes großes Turnier soll nicht das letzte bleiben.

Die Laune war bestens, als Jonas Richter am Freitagnachmittag ans Telefon ging. Im Gespräch mit "Freie Presse" erzählte der Basketballprofi der Chemnitz Niners, dass er gerade auf dem Weg zum Vesuv sei. "Wir feiern heute unseren Abschluss, weil wir am Samstag, wenn die offizielle Schlussfeier stattfindet, bereits auf dem Heimweg sind", sagte der Chemnitzer, der vor wenigen Tagen seinen 22. Geburtstag feierte. Der Ausflug zum Vulkan war nur ein Teil des freien Tages, den Richter und der Rest der deutschen A2-Nationalmannschaft am Freitag genießen konnten. Und er war auch Lohn für die gute Platzierung des Teams, das bei der Universiade, den Weltsportspielen der Studenten, in Neapel an den Start gegangen und von Bundestrainer Henrik Rödl betreut worden war.

Nach Siegen in der Gruppenphase gegen Norwegen und Italien sowie einer Niederlage gegen Kanada zog die deutsche Auswahl ins Viertelfinale ein, wo sie gegen den späteren Goldmedaillengewinner USA knapp mit 74:76 unterlag. Nach dem Sieg gegen Lettland und der gelungenen Revanche gegen Kanada in der Platzierungsrunde beendeten die Deutschen das Turnier auf dem fünften Rang. "Wir haben uns im Laufe des Turnieres deutlich gesteigert und ich glaube, dass jeder Spieler von der Universiade profitiert und sich entwickelt hat", sagte Bundestrainer Rödl.

Die Weltsportspiele der Studenten werden seit 1959 im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen, Basketball ist eine der wenigen Disziplinen, die bislang bei jeder Universiade im Programm waren. Dabei konnte Deutschland zwei Medaillen erkämpfen, jeweils mit den Herrenteams - zunächst 1989 Bronze und 2015 sogar Silber, wobei man im Finale der siegreichen US-Auswahl erst nach zwei Verlängerungen unterlag. Seinerzeit standen unter anderen die heutigen A-Nationalspieler Johannes Thiemann und Maodo Lo im Aufgebot, das vom damaligen U20-Nationaltrainer Rödl gecoacht wurde, welcher mittlerweile zum Herrenbundestrainer aufgestiegen ist und erneut das Universiade-Team dirigierte. In dieser Funktion hielt er in den vergangenen Monaten nach den besten deutschen Basketballern, welche parallel eben auch noch studieren, Ausschau und wurde in Chemnitz gleich zweimal fündig. Jonas Richter sowie Lukas Wank, der mittlerweile nach Braunschweig gewechselt ist, spielten sich mit ihren Leistungen während der zurückliegenden Zweitligasaison in den Fokus und schafften bei den anschließenden Trainingslagern der A2-Nationalmannschaft den Sprung in die finale Universiade-Auswahl.

"Das war mein erstes Turnier dieser Art und es war eine großartige Erfahrung", sagte Richter. "Es wäre natürlich schön, wenn ich wieder für die A2-Nationalmannschaft nominiert werde oder gar den Sprung ins erste Team schaffe. Perspektivisch ist das mein großes Ziel." Zunächst steht aber Urlaub an. Und Anfang August startet Richter mit den Niners in die Vorbereitung auf die neue Saison in Chemnitz.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...