Schwieriger Neubeginn beim TSV Ifa

Vom plötzlichen Tod seines Vorsitzenden Ende Februar hat sich der rund 500 Mitglieder starke Verein in Gablenz noch nicht erholt.

Andreas Kuhn versucht erst gar nicht, die Lage zu beschönigen. "Wohin die Reise bei uns geht, weiß ich nicht. Wir brauchen noch mindestens zwei Leute für einen neuen Vorstand, ansonsten werden wir schlimmstenfalls zwangsverwaltet", sagt der langjährige Mitstreiter des TSV Ifa. Der frühere Spieler war bis vor wenigen Tagen Fußball-Abteilungsleiter des Gablenzer Vereins, dem annähernd 500 Mitglieder angehören und der aus fünf Abteilungen besteht.

Dieses Amt hat er inzwischen abgegeben, weil er mit Beginn des nächsten Jahres zunächst kommissarischer Vorsitzender des Gesamtvereins werden soll. "Ich trete das Erbe von ,Kasse' an", erklärt Kuhn und meint damit seinen Freund Mario Kasputtis, der bis Ende Februar dieses Jahres die Geschicke beim TSV Ifa geleitet hatte und etwa 80 Prozent der Vereinsarbeit leistete, wie Kuhn schätzt.

Doch dann der Schicksalsschlag: Nach einer Jogging-Runde brach Kasputtis zusammen und verstarb wenig später im Krankenhaus. Vom Tod des 55-Jährigen hat sich der TSV bis heute nicht erholt, wie Kuhn durchblicken lässt. Ein zwischenzeitlich neugewählter Vorsitzender könne sein Amt wegen Krankheit inzwischen nicht mehr ausüben.

Ein neues Führungsgremium muss her. "Doch heutzutage will sich kaum noch jemand ein Ehrenamt antun und Verantwortung übernehmen. Ob wir einen Vorstand zusammenbekommen, kann ich nicht sagen", so Kuhn. Er sei schon froh, dass sich drei Fußballer der ersten Mannschaft, die in der Landesklasse bisher eine starke Saison spielt, um den Marketingbereich beim TSV kümmern. Und auch sein Nachfolger als Fußball-Abteilungsleiter ist bereits gewählt: René Wagner, der zugleich Trainer des ersten Männerteams ist. Lange will er diese Doppelfunktion jedoch nicht bekleiden, kündigt Wagner an: "Das funktioniert nicht. Man hat ja auch noch einen Beruf und ein Familienleben. So etwas macht keine Partnerin mit. Deshalb werde ich mein Traineramt im kommenden Sommer abgeben."

Die Lage bei Ifa schätzt er nicht ganz so negativ ein wie Andreas Kuhn. Seines Wissens gebe es einige Interessenten von außerhalb, darunter Vorruheständler, die sich künftig im Vorstand engagieren wollen. In der Fußball-Abteilung, in der er zu Hause ist, sei die Situation erfreulich. "Mit unserer Männermannschaft sind wir als Tabellensechster gut unterwegs. Manchmal rutschten wir personell auf dem Zahnfleisch, haben aber das Beste daraus gemacht", betont Wagner. Auch der Nachwuchs, bei dem mittler- weile Spielgemeinschaften mit dem TSV Germania gebildet wurden, sei gut aufgestellt.

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