Sportabzeichentag mit guten Bekannten

Bei der traditionellen Veranstaltung des Stadtsportbundes war eine Familie nicht nur zahlenmäßig stark vertreten.

Frank Molle nimmt Anlauf beim Hochsprung, die Latte liegt bei 80 Zentimetern. Er schafft die Höhe ohne Probleme. "Das reicht, mehr geht heute nicht", sagt er. Der 73-Jährige ist am Samstag Teilnehmer bei dem vom Stadtsportbund veranstalteten Tag des Deutschen Sport- abzeichens in der Leichtathletik- und in der Schwimmhalle im Sportforum.

Dort will der Chemnitzer zeigen, dass er noch fit ist. Aber er geht nicht als Einzelkämpfer an den Start. Zusammen mit seinen Söhnen Thomas (42 Jahre) und Martin (35), den beiden Enkeln Marius (15) und Alma (4), seinem Schwiegersohn Tilo (47) sowie Martins Freundin Anne (32) treten die Molles als Team beim Generationen-Sprung an - sieben Familienmitglieder aus drei Generationen. "Ich bin schon das vierte Mal dabei, und es macht immer wieder Spaß, weil alles sehr locker zugeht", betont Frank Molle.

Inzwischen steht der Senior beim Standweitsprung. Die beste Weite lautet 1,28 Meter. Damit ist der 73-Jährige zufrieden. Noch vor 20 Minuten saß er auf dem Fahrrad und hat 20 Kilometer zurückgelegt. "Das war für mich nicht anstrengend, weil ich in meiner Freizeit oft mit dem Rad unterwegs bin", sagt der ambitionierte Tischtennisspieler. Für das Sportabzeichen müssen die Teilnehmer jeweils eine Übung in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination absolvieren. Das Radfahren gehört zur Kategorie Ausdauer. Martin Molle entscheidet sich dort jedoch für den 3000-Meter-Lauf. "Das ist seit Jahren meine Lieblingsdisziplin", unterstreicht der 35-Jährige. Auch er beteiligt sich wie sein Vater Frank zum vierten Mal am Tag des Deutschen Sportabzeichens. Die Molles seien sogar schon mit mehr Familienmitgliedern als diesmal am Start gewesen. "Aber es klappt eben nicht immer, alle zusammenzubekommen. Dennoch hat es auch 2018 kein langes Überlegen gegeben mitzumachen. Wir haben das zeitig genug geklärt", sagt Martin lächelnd.

Nahezu eine Stunde später greift Marius ins sportliche Geschehen ein. Der 15-Jährige kommt von der Schule direkt in die Leichtathletikhalle. Und er überlegt nicht lange, welche Übungen er in Angriff nehmen wird. "Ich habe mich im Bereich Kraft für den Standweitsprung entschieden", erklärt Marius. Die anderen Starter im Familienteam können sich mit dieser Disziplin nicht anfreunden, beteiligen sich lieber am Medizinballwerfen. "Das war eine gute Wahl, denn mit 11,80 Meter bin ich mehr als zufrieden", hebt Schwiegersohn Tilo hervor. Der Tag des Deutschen Sport- abzeichens sei hervorragend dafür geeignet, um seine Fitness zu überprüfen. So sieht es auch Frank Molle. "Darüber hinaus ist der Wettbewerb ein Beispiel dafür, wie man Generationen gemeinsam für das Sporttreiben begeistern kann", so der 73-Jährige. Nach gut drei Stunden hat jeder von den Molles die vier Prüfungen für das Sportabzeichen absolviert - wie immer mit Bravour.

Thomas Laudeley vom Stadtsportbund zieht ein positives Fazit. "Wir hatten neben Erstteilnehmern wieder viele Stammgäste dabei. Das hängt sicher damit zusammen, dass der Tag des Deutschen Sportabzeichens in Chemnitz immer am zweiten Septemberwochenende statt- findet. Das steht bei vielen fest im Kalender", sagt der 51-Jährige. Der Stadtsportbund habe sich 2018 ein Ziel gestellt: "Wir wollen, dass in diesem Jahr mindestens 875 Personen das Sportabzeichen bekommen. Das soll unser Beitrag zu 875 Jahre Chemnitz sein."

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