Trainer, Kader, Spielstätte - Wie es bei den Niners weitergeht

Nach dem verpassten Bundesligaaufstieg beginnen beim Basketball-Zweitligisten die Vorbereitungen auf die kommende Saison - einschneidende Veränderungen nicht ausgeschlossen.

Trainer: Seit vier Spielzeiten betreut der Argentinier Rodrigo Pastore die Niners. Zweimal sind sie in dieser Zeit knapp am Bundesliga-Aufstieg gescheitert. Pastore hat noch einen Vertrag bis Sommer 2020 plus ein Jahr auf Option. Dass er diesen erfüllt, daran lassen weder der Verein noch der Trainer selbst Zweifel. "Ich will die Mannschaft in die Bundesliga bringen. Und ich bin kein Mensch, der seine Arbeit nicht zu Ende bringt", sagt der 46-Jährige. Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold ergänzt, es gebe keine Zweifel an der Arbeit des Trainers. Unter seiner Führung habe sich die Mannschaft immer weiterentwickelt und zeige attraktiven Basketball.

Kader: Aus der aktuellen Mannschaft haben nur Leon Hoppe, Malte Ziegenhagen und Jonas Richter Verträge für die kommende Saison. Das ist nicht ungewöhnlich, weil im Basketball häufig Kontrakte mit nur einem Jahr Laufzeit geschlossen werden. Die US-Amerikaner reisen in den kommenden Tagen in ihre Heimat und sondieren den Markt. Kapitän Ziegenhagen könnte die Niners bei einem Wechsel in die Bundesliga verlassen. Der "Freien Presse" sagte er: "Ich will in Chemnitz bleiben." Sollte aber ein namhafter Bundesligist anklopfen, sei ein Weggang nicht ausgeschlossen, so der 27-Jährige. Geschäftsführer Herhold will den Großteil des Teams zusammenhalten. "Wir haben einen Job, den wir zu Ende bringen wollen", sagt er in Bezug auf den verpassten Bundesligaaufstieg. Bei der Kaderplanung widme man sich zuerst den deutschen Spielern (immer zwei müssen gleichzeitig auf dem Feld stehen). Schlüsselakteur ist Lukas Wank, der eine starke Saison gespielt hat. Was die US-Amerikaner betrifft, dürfte den Niners vor allem an einer weiteren Zusammenarbeit mit Kavin Gilder-Tilbury gelegen sein. Gespräche mit den Spielern beginnen diese Woche. Das Team soll Ende Juli/Anfang August komplett sein.

Budget: Bei einem Aufstieg hätten die Niners einen Etat von mindestens drei Millionen Euro vorweisen müssen - und das wohl geschafft. "Wir hätten die Lizenz für die Bundesliga bekommen", sagt Herhold. Eine entsprechende Mitteilung habe er von der Liga-Leitung erhalten. Trotz des verpassten Aufstiegs hätten viele Sponsoren angekündigt, die für die Bundesliga vereinbarten Beträge zu zahlen, berichtete Niners-Präsidentin Micaela Schönherr auf der Chemmy-Sportlergala. Der Geschäftsführer ergänzt, man werde in der kommenden Saison keinen Drei-Millionen-Etat erreichen, das Budget im Vergleich zur gerade zu Ende gegangenen Spielzeit (etwa 1,3 Millionen Euro) aber vergrößern.

Spielstätte: Im Falle eines Aufstiegs hätten die Niners ihre Heimspiele in der Messe ausgetragen. Die stehe auch in der Zweiten Liga zur Verfügung, sagt Ralf Schulze, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Messe. Die Entscheidung, wo die Heimspiele stattfinden, sei noch nicht getroffen, sagt der Niners-Geschäftsführer. Er halte nichts von einem ständigen Wechsel zwischen Hartmannhalle und Messe, wolle deswegen eine feste Lösung, so Herhold. Die Messe hat den Vorteil, mehr Zuschauer zu fassen. Sie bietet zudem bessere Möglichkeiten für die Betreuung der wachsenden Zahl von Sponsoren. Er wisse aber auch, dass viele Fans an der Hartmannhalle hingen, sagt der Geschäftsführer: "Das Thema ist nicht frei von Emotionen." Man tausche sich deswegen mit den Anhängern aus.

Konkurrenz: Als erster Absteiger aus der Bundesliga steht Science City Jena fest. Als zweites Team könnte es Crailsheim erwischen. Beide Vereine kennen die Zweite Liga, sind meist schnell wieder aufgestiegen. "Sie sind stabil und haben Geld", meint Herhold. In der zu Ende gegangenen Saison war Bundesligaabsteiger Gotha direkt in die Regionalliga gegangen - ein Vorteil im Aufstiegskampf. Viel tut sich auch bei Zweitligist Heidelberg, der eine neue Halle bekommt. Anders gesagt: Die Konkurrenz ist groß, die Liga wird stärker, der Aufstiegskampf vermutlich noch enger.

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