Viel Brisanz vor Relegationsspiel

Die U 19 des CFC hat nach der 1:4-Hinspielpleite gegen den Eimsbütteler TV kaum noch Chancen auf den Bundesligaaufstieg - auch wegen eines wohl irregulären Gegentores.

Der Groll hat sich bei Kay-Uwe Jendrossek auch Tage danach noch nicht ganz gelegt. "Unwürdig" seien die Rahmenbedingungen beim Relegationshinspiel um den Aufstieg in die U-19-Bundesliga in Hamburg gewesen, meint der CFC-Nachwuchs-Trainer. Sein Team verlor die Partie beim Eimsbütteler TV mit 1:4 und hat vor dem Rückspiel nur noch geringe Chancen auf den Aufstieg.

Was Jendrossek verärgerte, war der kurzfristig anberaumte Wechsel der Spielstätte. Statt auf einem Naturrasen wurde die Begegnung auf einem Kunstrasenplatz ausgetragen. Der Eimsbütteler TV begründete das mit heftigen Niederschlägen kurz vor der Partie. Auf Kunstrasen waren die Himmelblauen indes nicht eingestellt. "Eine linke Nummer", nennt Jendrossek den Spielstättenwechsel deswegen.

Dazu kommt eine kuriose Szene, die den Spielverlauf entscheidend beeinflusste. Die Chemnitzer hatten in der zweiten Hälfte den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt - eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Dann führten die Hamburger eine Ecke aus, ein Spieler der Gastgeber kam an den Ball, der an den Pfosten und von dort in die Arme des Chemnitzer Torhüters sprang, der augenscheinlich vor der Torlinie steht. Der Keeper wollte weiterspielen, zum Entsetzen der CFC-Spieler entschied der Schiedsrichter aber auf Tor für die Gastgeber, die damit 3:1 in Führung gingen - wohl eine Fehlentscheidung. Das erinnert an zwei Fälle in der Bundesliga, die als Phantomtore bekannt wurden. In einem Fall aus dem Jahr 1994 (Thomas Helmer) wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt, in einem anderen aus dem Jahr 2013 (Stefan Kießling) nicht. Auf Anfrage von "Freie Presse" zum Spiel des CFC teilt der DFB mit, es liege - wie im Fall von Stefan Kießling - eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters vor, die unanfechtbar sei und somit keine Spielwiederholung rechtfertige. Der CFC habe zudem keinen Einspruch gegen die Wertung der Partie eingelegt, ergänzt der DFB-Pressesprecher.

Allein auf diese Missstände führt Trainer Jendrossek die Niederlage seines Teams ohnehin nicht zurück. "Auch wenn das Ergebnis verfälscht ist, muss man anerkennen, dass Eimsbüttel in der ersten Halbzeit deutlich überlegen war", sagt der Coach. Es sei wichtig, dass seine Spieler nicht noch einmal solch eine Leistung ablieferten wie am Sonntag, sagte er vor dem Rückspiel am morgigen Samstag (11 Uhr, Sportforum). "Es kommt immer vor, dass andere Mannschaften besser sind. Aber man sollte sein Potenzial abrufen", so der Coach.

Brisant ist die Partie noch aus einem weiteren Grund: Beide Teams trafen mit nahezu denselben Spielern bereits in der Relegation zur U-17-Bundesliga vor zwei Jahren aufeinander - mit dem besseren Ende für die Hamburger.

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