Volleyballerinnen gewinnen Derby nach Fünf-Satz-Krimi

Die Damen des CVV haben den VC Zschopau mit 3:2 bezwungen. Nun müssen sie sich mit einer ganz neuen Rolle abfinden.

Es sollte wohl ein Ansporn sein. "Und jetzt den zweiten Satz genauso angehen und dann schnell auf den Weihnachtsmarkt." Diesen Satz sagte der Hallensprecher nach dem ersten Durchgang des Derbys in der Volleyball-Regionalliga zwischen dem Chemnitzer Volleyballverein (CVV) und dem VC Zschopau, den die Gastgeberinnen klar mit 25:14 entschieden. Doch wer nach der Partie tatsächlich noch in die Innenstadt wollte, musste das länger schieben, als es anfänglich schien. Denn statt eines Sieges im Schnelldurchgang bekamen die 150 Zuschauer in der Sporthalle auf dem Terra-Nova-Campus am Sonntag einen zwei Stunden dauernden Fünf-Satz-Krimi zu sehen - mit dem besseren Ende für den CVV. Das Team von Trainer Klaus Meier siegte mit 3:2 (25:14, 23:25, 16:25, 25:11, 15:13).

Als "typisches Derby" bezeichnete die Chemnitzerin Andrea Friedrich die Begegnung. Viele Spielerinnen würden sich gegenseitig kennen, wüssten um die Stärken und Schwächen der anderen. Deswegen sei die Partie so abwechslungsreich gewesen: "Die Zuschauer haben viel zu sehen bekommen. Für uns war es ein Nervenspiel." Die Gastgeberinnen starteten stark, brachten schnelle Angriffe ins Feld der Zschopauerinnen. Die schienen im ersten Satz zum Teil überfordert, scheiterten immer wieder an den starken Blöcken des CVV und machten viele einfache Fehler. Mitte des zweiten Durchgangs kippte das Match. Die Gäste, die zuvor schon Tabellenführer Leipzig besiegt hatten, zeigten sich besser auf die Chemnitzerinnen eingestellt, waren agiler und variabler im Angriff. Und plötzlich unterliefen dem CVV einfache Fehler. "Wir haben die Euphorie aus dem ersten Satz nicht mitgenommen. Und im dritten Satz hatten wir ein absolutes Annahmeproblem. Da sind uns etwas die Nerven geflattert", bilanzierte Klaus Meier und ergänzte: "Der Biss und der Wille waren aber da."

Das zeigte sich im vierten Satz. Mit dem Rücken zur Wand trumpften der CVV wieder auf, gewann den Durchgang mit großem Vorsprung und erzwang so den entscheidenden fünften Satz, der im Tiebreak gespielt wird. Der war schließlich so eng wie die ganze Partie, keine Mannschaft konnte sich mehr als zwei Punkte absetzen. Nach zwei Stunden landete schließlich ein Angriffsschlag von Andrea Friedrich im Feld der Zschopauerinnen - der entscheidende Punkt zum 15:13. "Wichtig war, dass wir als Team bis zum Schluss daran geglaubt haben, gewinnen zu können", meinte Friedrich.

Ihre Mannschaft belegt hinter Leipzig den zweiten Rang - und das als Aufsteiger. "Wir liegen über den Erwartungen", meinte Friedrich. Auf den CVV kommt nach der Weihnachtspause eine neue Rolle zu. Unterschätzt werde seine Mannschaft nach der starken Hinrunde nun wohl nicht mehr, meinte der Coach. Nun gelte es, das bislang Gezeigte zu wiederholen. "Wir sind in der Liga angekommen. Jetzt müssen wir uns behaupten", sagte Meier. Einen Durchmarsch in die dritte Liga hatte der Übungsleiter zuletzt aber ausgeschlossen.

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