Vom Erfenschlager Kicker zum Drittliga-Profi

Der 19-jährige Erik Tallig hat sich in die Stammelf des CFC gespielt. Den Sprung zum Club schaffte er als Kind mit einer besonderen Leistung.

Im Spiel des Chemnitzer FC gegen den 1. FC Kaiserslautern lief die 76. Minute, als er den Rasen verlassen musste und durch Dejan Bozic ersetzt wurde. Vom Publikum im Stadion an der Gellertstraße bekam Erik Tallig reichlich Beifall. Die Stimmung war in Anbetracht der deutlichen Führung der Himmelblauen so gut wie lange nicht. Mit dem 3:1-Sieg am Sonntagnachmittag gegen den ehemaligen Deutschen Meister konnte der CFC erstmals in dieser Saison die Abstiegsplätze der Dritten Liga verlassen. "Wir haben verdient gewonnen, das gesamte Team hat wieder an einem Strang gezogen", schätzte Erik Tallig am Montag im Gespräch mit der "Freien Presse" ein. Zugleich übte der Jungprofi Selbstkritik. "Ich hatte gegen Kaiserslautern wenige Ballkontakte und bin kaum zum Abschluss gekommen", lautete sein Fazit.

Dabei gibt es für das Chemnitzer Eigengewächs wenig Grund, an sich zu zweifeln. Vielmehr hat der erst 19-Jährige unter dem neuen CFC-Trainer Patrick Glöckner zu einem kleinen Höhenflug angesetzt. In den vergangenen vier Pflichtspielen stand der 1,78 Meter große Offensivmann immer in der Startelf und markierte drei Tore. Zum Zungeschnalzen war sein Treffer zum 1:1 in Ingolstadt, als er von der Strafraumgrenze beherzt abzog.

Doch Tallig bleibt bescheiden. "Natürlich ist es ein schönes Gefühl, wenn man in den Spielen von Beginn an randarf. Aber jetzt gilt es für mich, im Training weiter Gas zu geben", sagte die Chemnitzer Nachwuchshoffnung. In der laufenden Serie stand er bereits in neun Punktspielen auf dem Platz. Zum Vergleich: In der gesamten Regional- ligasaison 2018/19 hatte er es auf insgesamt nur elf Einsätze gebracht, die meisten von kurzer Dauer.

Trainer Glöckner sieht in Tallig einen bodenständigen Typen, der aber auch den Blick für die Realität geschärft habe. "Erik ist ein Spieler, der immer an sich arbeitet, weiterwill und sich nicht ausruht. Ihm ist klar, dass er sich auch nicht aus- ruhen kann, wenn er im Team bleiben möchte", sagte Glöckner. Apropos Team: Im Kader der Himmelblauen herrsche "ein tolles Klima", versicherte Tallig und ergänzte: "Ich bin einfach stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein." Er machte keinen Hehl daraus, dass die Chemnitzer schon jetzt heiß wie Frittenfett auf die nächste Begegnung am Samstag um 14 Uhr beim Tabellenvorletzten Preußen Münster sind.

Seine Fußballer-Laufbahn hatte der gebürtige Chemnitzer als Kind beim SSV Textima Erfenschlag begonnen. Damals spielte seine Mannschaft in einer Staffel mit dem himmelblauen Nachwuchs. "Einmal haben wir bei den E-Junioren den CFC mit 10:3 bezwungen, neun Tore davon habe ich geschossen. Daraufhin lud mich der damalige Verantwortliche Daniel Wölfel zum Probetraining ein", erklärte der offensive Mittelfeldakteur, wie er 2009 zum Club kam.

Auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Christian ist Fußballer. Er gehört bei den U-17-Junioren der Himmelblauen zum Bundesliga-Aufgebot. Doch anstatt wie Erik auf Torejagd zu gehen, steht er in der Verteidigung seinen Mann. "So oft es geht, schauen wir gegenseitig unsere Spiele an und werten sie dann auch gemeinsam aus", erzählte Erik Tallig.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...