Von der Schul-AG in die deutsche Nationalmannschaft

Basketballspielerin Anabel Neuber-Valdez hat eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich. Neben ihrer ersten Nominierung für ein internationales Turnier gab es auch mit ihrem Verein Großes zu feiern.

Das nennt man dann wohl perfekte Vereinsarbeit: Als Anabel Neuber-Valdez in die zweite Klasse ging, machte sie das erste Mal Bekanntschaft mit dem Chemnitzer Frauenbasketballverein Chemcats. Der Club machte mit einer AG in der Schule Werbung für seinen Sport, auch Anabel versuchte sich mal im Körbewerfen.

Mittlerweile ist Basketball aus dem Leben der 18-Jährigen nicht mehr wegzudenken. Mehr noch: Neuber-Valdez gehörte in den vergangenen Jahren zu den Leistungsträgerinnen in sämtlichen Nachwuchsteams der Chemcats und schaffte sogar den Sprung in die Jugendnationalmannschaft. Mit der deutschen U 18 nahm sie erst vor einigen Tagen an der Europameisterschaft in Sarajevo teil, wo das Team am Ende Sechster wurde. "Das war mein erstes großes internationales Turnier und damit ein tolles Erlebnis", sagt Neuber-Valdez, deren Mutter aus der Dominikanischen Republik und Vater aus Deutschland stammen. "Ich bin in der Dominikanischen Republik geboren; als ich drei Jahre alt war, sind wir nach Deutschland gezogen", erzählt sie.

Nachdem sie vom Basketballvirus infiziert wurde, schaffte die Flügelspielerin den Sprung aufs Sportgymnasium, wo sie im kommenden Jahr ihr Abitur machen will. "Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Durch meinen Sport habe ich aber einige Möglichkeiten", sagt sie. Über die ehemalige Chemcats-Trainerin Amanda Davidson kam der Kontakt zu Colleges in den USA zustande, sie erhielt bereits Anfragen. Damit hätte Anabel Neuber-Valdez die Chance, es ihrer Teamkollegin bei den Chemcats und in der Nationalmannschaft gleichzutun. Elea Gaba wechselt in diesem Jahr in die US-amerikanische College-Basketball-Liga. Die 19-Jährige wird in der kommenden Saison für die Buffalo Bulls aus dem Bundesstaat New York auf Korbjagd gehen.

"Ich weiß aber wirklich noch nicht, ob ich so ein Angebot annehmen werde", sagt Anabel Neuber-Valdez. "Ich möchte gern studieren. Es kann auch gut sein, dass ich hier in der Heimat bleibe." Denn bei den Chemcats fühle sie sich wohl, betont die Chemnitzerin. "Dass es jetzt im Vorstand und auf der Trainerposition einige Wechsel gab, kann uns sicherlich guttun", sagt sie. "Das bringt auch mal frischen Wind rein."

Die Damenmannschaft der Chemcats wird in der kommenden Saison trotz erreichten Klassenerhaltes in der 1. Bundesliga eine Etage tiefer antreten, um dort einen Neustart mit jungen Spielerinnen aus dem eigenen Verein zu wagen. Als Trainer fungiert ab sofort Thomas Seltner - für Anabel Neuber-Valdez ist das kein Unbekannter. Denn mit ihm an der Seitenlinie gewann sie in diesem Frühjahr völlig überraschend die Deutsche Meisterschaft in der Altersklasse U 19. "Das war mein bisher größter sportlicher Erfolg", sagt die 1,74 Meter große Basketballerin. "Gemeinsam mit der Nominierung für die EM war es also ein sehr gutes Jahr für mich. So kann es in den kommenden Jahren sehr gern weitergehen."

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