Von Werder zum CFC: Talent bisher nur im Pokal gefragt

Für den ehemaligen Bremer Kristian Taag ist Chemnitz die erste Station im Männerbereich. Der 18-Jährige hat bisher wenig Einsatzchancen erhalten, was ihn jedoch nicht aus der Ruhe bringt.

Beim Training des Chemnitzer FC blieben die Bälle am Donnerstag im Schrank. Stattdessen stand bei den Kickern des Regionalligisten Regeneration an - in Form von lockeren Läufen und Dehnungsübungen. Dass Chefcoach David Bergner diese Trainingsinhalte anordnete, hatte seinen guten Grund: Am Mittwoch mussten die Himmelblauen im Sachsenpokal ran und hatten beim 4:2 (2:1)-Sieg gegen den Landes- ligisten FC Lößnitz mehr Mühe als erwartet.

Kristian Taag zählte zu den Akteuren, die in dieser Partie für den CFC 90 Minuten auf dem Platz standen. "Lößnitz hat uns das Leben nicht einfach gemacht und gut dagegen gehalten. Doch am Ende haben wir verdient gewonnen", sagte der 18-Jährige. Er kam im Sommer aus der Nachwuchsabteilung von Werder Bremen nach Chemnitz, wurde zuvor auch in der Jugend von Hannover 96 ausgebildet. In Bremen, wo er drei Jahre lang am Ball war, legte er sein Abitur ab. "Auf die schulische Ausbildung hat man bei Werder sehr viel Wert gelegt", berichtete der Kicker. Der CFC stellt für ihn nun eine neue Herausforderung dar, ist es doch seine erste Station im Männerbereich. "In der ersten Woche musste ich genauer zuhören, da hätte ein Wörterbuch nicht geschadet", denkt der gebürtige Hamelner schmunzelnd an seine Anfangszeit in Sachsen zurück. "Aber an den Dialekt habe ich mich dann schnell gewöhnt und mich insgesamt gut hier eingelebt", sagte der Innenverteidiger.

Während er in den beiden Pokalspielen gegen Markkleeberg und Lößnitz jeweils über die komplette Distanz auf dem Platz stand, ist seine bisherige Einsatzzeit im Spiel- betrieb der Liga dünn gesät. Gegen den Berliner AK war es eine Minute, in Rathenow durfte der Rechtsfuß elf Minuten mitmischen. Bei den anderen zwölf Partien stand er jeweils im Kader, hoffte jedoch vergeblich auf einen Einsatz. Dasselbe Schicksal könnte Taag am Sonntag ereilen, wenn die Mannschaft von Trainer Bergner beim ZFC Meuselwitz (Anstoß: 13.30 Uhr in der Bluechip-Arena) aufläuft und ihre Serie von 14 Siegen in Folge ausbauen will. "Natürlich erhoffe ich mir mehr Einsatzzeit. Aber wir Spieler auf der Bank leisten mit unserer täglichen harten Arbeit im Training auch unseren Beitrag, dass die Mannschaft noch kein Spiel verloren hat", sagte der zurückhaltende junge Kicker. Er mache sich über den Zeitpunkt der nächsten Berufung keine Gedanken. "Ich denke vielmehr von Training zu Training. Und wenn ich mich dort verbessere, habe ich erst einmal alles richtig gemacht", meinte Taag. Wann er seine nächste Chance bekomme, entscheide Trainer Bergner, fügte er brav hinzu.

Für Kristian Taag wird sich bis zum nächsten Anpfiff fast alles um Fußball drehen, denn auch wenn er nicht zum Training oder Pflichtspiel unterwegs ist, spielt das runde Leder die erste Geige in seinem Leben. In der Nachbarwohnung lebt sein Teamgefährte Jakob Gesien, der aus Rostock stammt. "Wir sind schon oft zusammen losgezogen, um die Stadt zu erkunden", erzählte Taag. Bleibt zu hoffen, dass der Niedersachse und sein Mannschaftskollege aus Mecklenburg-Vorpommern dabei wirklich kein sächsisch-deutsches Wörterbuch mehr brauchen.


Bulgarischer Abwehrspieler für zwei Partien gesperrt

Beim nächsten Regionalligaspiel am Sonntag in Meuselwitz muss Tabellenführer Chemnitzer FC auf Kostadin Velkov verzichten. Nach seiner Roten Karte aus der Partie bei Hertha BSC II wurde der Bulgare für zwei Begegnungen gesperrt und darf somit erst am 10. November gegen Viktoria Berlin wieder auflaufen. Zudem sind mit Fabian Müller, Jakob Gesien und Paul Milde drei Kicker verletzt beziehungsweise angeschlagen.

In der Jugend-Bundesliga treten die U-17-Spieler des CFC am Samstag bei Tennis Borussia Berlin an. Der Chemnitzer Nachwuchs steht derzeit auf einem Abstiegsplatz. Auch die U-19-Junioren des Clubs fahren nach Berlin, wo sie am Sonntag in der Regionalliga auf den FC Viktoria treffen.kbe

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