Warum die Chem-Cats auf den Heimvorteil verzichten

Der Bundesligist richtet am Wochenende das Pokalfinal-Turnier in Chemnitz aus - und spielt trotzdem in einer ungewohnten Umgebung.

Zum ersten Mal seit sieben Jahren haben die Chem-Cats das Pokal-Halbfinale der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) erreicht - und am Wochenende die Chance, die Trophäe zu gewinnen. Doch als wäre das nicht schon aufregend genug, sind die Katzen auch noch Ausrichter des Turniers, zu dem die Bundesligisten aus Keltern, Wasserburg und Göttingen nach Chemnitz kommen.

Vor eigenem Publikum treten die Chem-Cats im Halbfinale am Samstag gegen Keltern an. Laut Vize- präsidentin und Vereinssprecherin Susann Drechsel hat der Verein seinen Heimvorteil jedoch gewissermaßen verschenkt. Eigentlich sind die Cats in der Sporthalle am Schloßteich zuhause. Nach langer Diskussion habe man sich für die wesentlich größere Hartmannhalle als Austragungsort entschieden. "Die Hartmannhalle ist hoch- modern und das Foyer außerdem viel größer als unseres am Schloßteich", erklärt Drechsel und fügt hinzu: "Bei Heimspielen merken wir immer wieder, wie eng es wird, wenn sich in dem kleinen Vorraum viele Zuschauer sammeln." Die Sporthalle am Schloßteich fasst nach Angaben der Stadtverwaltung 600 Zuschauer - in der Hartmannhalle stehen 2000 Sitzplätze zur Verfügung. Susann Drechsel rechnet am Wochenende mit täglich etwa 1000 Zuschauern. "Ich denke, dass wir nur eine Tribüne öffnen müssen", sagt die Vizepräsidentin. "Sollten doch mehr Zuschauer kommen, haben wir noch Kapazitäten."

Von den drei gegnerischen Teams hätten sich um die 100 Fans angekündigt. Als Ausrichter des Pokal- finales sei es auch Aufgabe der Chem-Cats, den Anhängern aus Keltern, Wasserburg und Göttingen bei der Hotelsuche zu helfen, sagt die Sprecherin. "Die Spielerinnen selbst quartieren wir im Dorint-Hotel an der Brückenstraße ein. Der Vorteil dabei ist der kurze Weg zur Hartmannhalle und in die Innenstadt", sagt Drechsel.

Zur Vorbereitung des Final- turniers habe sich vereinsintern ein Organisationsteam mit etwa 15 Personen gegründet. Darunter seien neben Trainern auch Eltern jüngerer Spielerinnen. Neben der Gästebetreuung ist vor allem die Logistik eine große Aufgabe des Organisationsteams, wie Susann Drechsel erklärt. "Unsere ganzen Werbemittel und die Technik zur Live-Übertragung im Internet müssen von der Schloßteichhalle zur Hartmannhalle transportiert werden." Das Pokalfinale sei eine gute Gelegenheit, um Chemnitz etwas bekannter zu machen. "Und es ist unser Beitrag zur 875-Jahr-Feier der Stadt", fügt Drechsel hinzu.

Außer den Chem-Cats hatte sich noch der TSV Wasserburg aus Bayern als Ausrichter beworben, sagt DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht. Welche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle gespielt haben, will Barbknecht nicht verraten. "Geschäftsführung und Vorstand haben sich einstimmig für Chemnitz entschieden", heißt es lediglich.

Der Halbfinal-Gegner der Chem-Cats, die Rutronik Stars Keltern, stehen in der Liga-Tabelle aktuell auf Platz eins - die Chemnitzerinnen auf Rang acht. "Wir werden es am Samstag definitiv nicht einfach haben", weiß Susann Drechsel. Sollten die Chem-Cats Keltern aus- stechen können, geht es am Sonntag im Endspiel entweder gegen Wasserburg oder gegen Göttingen.

Zeitplan Halbfinalspiele am Samstag: 14 Uhr: Göttingen gegen Wasserburg, 17 Uhr: Chemnitz gegen Keltern; Spiel um Platz 3: Sonntag, 12 Uhr; Finale: Sonntag, 15 Uhr.

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