Wasserball-Talent hat die Olympischen Spiele im Visier

Nicole Vunder ist bei den "Schwarzen Perlen" in Chemnitz zur Nationalspielerin geworden. Dass sie jetzt beim Meister in Berlin spielt, liegt auch daran, dass es ihr altes Team nicht mehr gibt.

Viel besser hätte es Nicole Vunder kaum erwischen können. Seit Sommer spielt die 17-Jährige für den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Wasserfreunde Spandau aus Berlin. Sie ist damit bei einer Mannschaft gelandet, die es erst seit der vergangenen Saison gibt, die den deutschen Frauen-Wasserballsport aber gehörig aufmischen will. Mit Verstärkungen aus aller Welt hat sich der Verein, der im Männerbereich seit Jahren zur deutschen Spitze gehört, nun auch eine starke Frauenmannschaft aufgebaut.

Eine der Verstärkungen ist Nicole Vunder. Bis zur vergangenen Saison war sie noch beim Schwimmclub in Chemnitz aktiv, mit den "Black Pearls", den "Schwarzen Perlen" also, spielte sie trotz ihres noch jungen Alters in der Frauen-Bundesliga mit. Der SCC hatte eines der jüngsten Teams der Liga - und das ist für den Verein jetzt zum Problem geworden. "Einige der älteren Spielerinnen haben im Sommer aus verschiedenen Gründen aufgehört", sagt Geschäftsführerin Heike Oelsner. "Nur mit jungen Spielerinnen hätten wir das nicht auffangen können." Zudem sei der Auftrag, die Wasserballerinnen am Stützpunkt in Chemnitz auszubilden, erfüllt gewesen. Mehrere Spielerinnen haben den Sprung ins Nationalteam gepackt - auch Nicole Vunder.

Die gebürtige Vogtländerin - sie stammt aus Rodewisch - hat alle Nachwuchsauswahlmannschaften durchlaufen und gehört aktuell auch zum Kader der A-Nationalmannschaft, mit der sie im Vorjahr bei der Europameisterschaft in Barcelona den achten Platz belegte. "Auch eine Junioren-Weltmeisterschaft in Neuseeland habe ich schon spielen dürfen - das sind natürlich großartige Erlebnisse", sagt sie. Als im Sommer das Angebot aus Spandau kam, hat Nicole Vunder schnell zugesagt. Denn in Berlin hat sie jetzt die Chance, international zu spielen. In der Vorrunde der Champions League war sie bereits dabei, allerdings verpasste das deutsche Team gegen die Vertretungen aus Spanien, Italien, der Slowakei und Ungarn den Einzug in die nächste Runde. "Im kommenden Jahr greifen wir wieder an", sagt Vunder, die nicht nur mit ihrem Verein auch internationale Erfolge feiern will. Mit der Nationalmannschaft soll spätestens 2024 die Teilnahme an den Olympischen Spielen gelingen. In welchem Verein sie dann spielt, ist für die ehemalige Chemnitzerin noch nicht sicher. "Es gibt viele starke Ligen in Europa", sagt sie. "Mein Traum wäre es aber, mal in Russland zu spielen. Denn meine Familie hat Wurzeln in Sibirien." Erst einmal gilt der Fokus aber der Bundesliga in Spandau. "Ich bin ja noch jung und habe Zeit, mich weiter zu entwickeln", sagt Vunder.

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