Wasserballerinnen nach Heimsieg auf Playoff-Kurs

Die Bundesliga-Frauen haben gegen Bochum mit 7:5 gewonnen. Nach einem holprigen Saisonstart läuft es mittlerweile - was sich die Trainerin gut erklären kann.

Manchmal, sagt Vivien-Sophie Krause, habe sie das Gefühl, dass ihre Mitspielerinnen noch mehr Gas geben, wenn sie sie leiden sehen. Unter leiden versteht die Torhüterin der Bundesliga-Wasserballerinnen des Schwimmclubs Chemnitz (SCC) das Kassieren von Gegentreffern. Insofern war der Auftakt zum Heimspiel der Black Pearls gegen Blau-Weiß Bochum am Samstagabend wohl tatsächlich ein Ansporn für ihre Mitspielerinnen: Zwei Minuten waren gerade einmal gespielt, zwei Angriffe hatten die Bochumerinnen vorgetragen - und schon musste Krause zweimal den Ball aus dem eigenen Tor holen. "Nach dem 0:2 waren wir auf dem Nullpunkt", sagt die 15-Jährige, die den schlechten Auftakt vor allem auf Fehler in der Verteidigung zurückführte.

Ein Nullpunkt, der ihrer Trainerin aber keine Sorgen bereitete. "Ich war mir auch zu diesem Zeitpunkt ganz sicher, dass wir das Spiel gewinnen werden", sagt Anja Skibba. Sie sollte recht behalten. Isabell Brödner und Nicole Vunder sorgten mit ihren Treffern noch im ersten Viertel für den 2:2-Zwischenstand. Dass die Partie nicht sofort in Richtung der Chemnitzerinnen kippte, lag an deren Abschlussschwäche in der ersten Hälfte. Mehrmals tauchten SC-Spielerin frei vor der Bochumer Torfrau auf, scheiterten aber jeweils. "Wir haben zu viele Chancen liegenlassen. Dazu kam, dass die Spielerinnen es perfekt machen wollten - und dabei den komplizierten Weg gewählt haben", analysiert die Trainerin. Nach dem Seitenwechsel sollte sich das ändern. Erneut Brödner und Vunder sowie Lara Möller warfen einen 5:2-Vorsprung heraus. Nikola Busauerova und Vunder mit ihrem dritten Treffer des Tages machten im Schlussviertel den Deckel drauf. "Wir waren konditionell besser und haben Geschwindigkeit ins Spiel gebracht", erklärt Skibba das Erfolgsgeheimnis.

Ihre Mannschaft ist mit nun 6:6-Punkten und dem dritten Rang ein heißer Kandidat für die Meisterschaftsrunde der besten vier Teams. Dabei lief es gegen Ende des vergangenen Jahres schlecht. Nach einem Sieg zum Saisonauftakt unterlagen die Black Pearls in Bochum und kassierten später eine heftige 6:20-Pleite gegen Serienmeister Uerdingen. "Unser Saisonstart war holprig", sagt die Trainerin. Sie führt das vor allem auf die Belastung ihrer Spielerinnen im Sommer und Herbst zurück. Mehrere SC-Damen gehören zum Frauen- oder Nachwuchs-Nationalteam und absolvierten mit diesen die Europameisterschaft. "Sie hatten keine Pause. Das erklärt ihr Tief."

Zu jenen, die zuletzt im Badeanzug der U-17-Nationalmannschaft ins Becken springen durften, gehört auch Vivien-Sophie Krause. Sie stammt aus Zwickau, wo sie mit dem Wasserball begann, ehe sie vor vier Jahren ans Sportinternat nach Chemnitz wechselte. "Damals bin ich schulisch erst mal abgerutscht und habe gemerkt, dass ich mich voll auf Schule und Sport konzentrieren muss", berichtet die 15-Jährige. Das gelang offenbar. In diesem Jahr peilt Krause die Realschulprüfungen an, will danach noch aufs Gymnasium wechseln. "Ich bin gerade in meiner Hochphase, es läuft alles gut."

Das sieht auch ihre Trainerin so, die vor allem das Eröffnungsspiel der Torfrau lobt. "Sie hat einen extremen Sprung gemacht, ist die beste Torhüterin ihrer Altersklasse und ein Erfolgsgarant", sagt Skibba. Sie hat geradezu ein Luxusproblem. Denn mit Aileen Sieber gehört auch die U19-Nationaltorhüterin zum Chemnitzer Team. Die Mannschaft hat wie in den Vorjahren mit den geringsten Altersdurchschnitt aller Bundesligisten. Um den Titel soll sie dennoch mitspielen.

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