Wie sich zwei Extremsportler auf Hawaii-Trip vorbereiten

Den Limbacher Alexander Kunze und Robin Schneider aus Chemnitz verbindet die Leidenschaft für den Triathlon. Unter Mithilfe der "Freien Presse" haben sich die beiden gefunden, um gemeinsam für den Wettkampf aller Wettkämpfe zu trainieren.

Einmal sind sie schon gemeinsam geschwommen - im Steinbruch in Hartmannsdorf. Die Triathleten Alexander Kunze und Robin Schneider kannten sich bis vor wenigen Wochen noch gar nicht. Während Kunze, der für den STV Limbach-Oberfrohna startet, in der Chem- nitzer Region zu Hause ist, hatte Schneider seinen Lebensmittelpunkt bis zum vergangenen Sommer noch in Gera. Dann zog er aus privaten Gründen nach Chemnitz und sorgte schnell für sportliche Schlagzeilen: Bei einem Iron-Man-Wettbewerb im kalifornischen Santa Rosa wuchs Schneider in diesem Frühjahr über sich hinaus.

Nach 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem abschließenden Marathonlauf über 42,195 Kilometer stand er in der Altersklasse 25 bis 29 auf dem obersten Treppchen und hatte damit sein lange verfolgtes Ziel erreicht: die erstmalige Qualifikation für den Wettkampf aller Wettkämpfe, den Iron Man auf Hawaii im Oktober. "Jahrelang bin ich nachts aufgeblieben, um den Wettbewerb im Fern- sehen zu verfolgen", berichtet der 28-Jährige. Beim nächsten Mal wird er selbst dabei sein - und kann auf die unverhoffte Unterstützung eines Triathlon-Haudegens bauen.

Alexander Kunze hatte mit Interesse die Berichterstattung über Schneiders Coup in Kalifornien verfolgt. "Freie Presse" stellte den Kontakt her. "Ich habe ihm erst mal einen Glückwunsch zu seiner Qualifikation für Hawaii geschickt, bald darauf haben wir das erste Mal telefoniert", berichtet der 46-Jährige, der bereits zum vierten Mal beim Königstriathlon startet. Dass die Chemie zwischen den beiden stimmen würde, sei von vornherein klar gewesen. "Man ist doch dankbar, wenn man jemanden findet, der dieselbe Leidenschaft für etwas hegt. Alex bietet mir mit seiner Riesenerfahrung einen großen Mehrwert bei meiner Vorbereitung", betont Robin Schneider. Die beiden haben sich schon viel unterhalten. "Über Hawaii reden wir aber noch separat", bemerkt der Neu-Chemnitzer, der sich demnächst der SG Adelsberg anschließen will.

Schneider hat als Extremsportler mit Ende 20 noch viel vor sich. Für Alexander Kunze steht hingegen fest: "Mein vierter Start beim Iron Man auf Hawaii wird mein letzter sein." Aufwand und Kosten seien hoch, auch wenn ein Teil von Sponsoren übernommen wird. Kunze hätten wohl auch drei Starts beim Wettkampf aller Wettkämpfe genügt. Doch beim letzten Mal im Jahr 2015 hatte er im Vorfeld großes Pech: Bei einem Radtraining stieß er unverschuldet mit einem Pkw zusammen, ging mit Prellungen und Stauchungen sowie einem aufgerissenen Mittelfinger auf Hawaii an den Start.

Es reichte nur zu Platz 38 in seiner Altersklasse. "So wollte ich nicht abtreten. Bei meinem vierten Start in diesem Jahr soll ein Rang in den Top 10 herausspringen, was unter rund 300 Startern nicht einfach wird", sagt Kunze, der wieder von Frau und Tochter begleitet wird. "Sie sind meine wichtigsten Fans", betont der Familienvater. Seine Stärken sind das Radfahren und das Laufen. Mit dem Schwimmen steht er ein wenig auf Kriegsfuß - ganz anders als sein neuer Gefährte, der diese Sportart früher leistungsorientiert betrieben hat. "Robin ist ein Schwimm-Gott", bemerkt der 46-Jährige. Sich in kurzer Zeit eine neue Technik im Wasser von ihm abzuschauen und anzueignen, sei jedoch nicht möglich. "Es ist erwiesen, dass man die Abläufe etwa 7000 Mal wiederholen muss, bevor sie richtig funktionieren", hat der Athlet vom STV Limbach in Erfahrung gebracht. Robin Schneider nickt zustimmend: "Bis Hawaii wird das nichts mehr."

Der 28-Jährige blickt mit Ehrgeiz auf seine Premiere beim Großereignis voraus. "Auch ich will in meinem Altersbereich weit vorn landen. Wenn es gut läuft, könnte ich unter neun Stunden bleiben - damit wäre ich unter den ersten Drei", so Schneider, der vor Ort von seiner Lebensgefährtin, den Eltern und von Freunden unterstützt wird. "Wir haben ein Haus etwas abseits gemietet", berichtet der Thüringer. Profitieren kann er sicher auch von den Tipps, die ihm Alexander Kunze gibt. Das betrifft zum Beispiel den Marathon. "Es ist eine enorme Belastung, noch 42 Kilometer laufen zu müssen, nachdem man bei Hitze vorher schon knapp vier Kilometer geschwommen und 180 Kilometer Rad gefahren ist", sagt der Limbacher. Es sei wichtig, auf seinen Körper zu hören und nicht zu viel zu wollen. "Gegebenenfalls muss man sich auch mal zwei Minuten hinsetzen", so Kunze.

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