Angriff auf Polizisten: Geldauflage für den Täter

Stark alkoholisierter Falkensteiner hatte Krach mit der Ehefrau

Auerbach/Falkenstein.

Am Ende war alles wohl nur halb so schlimm, wie die Anklage vermuten ließ: Ja, der angeklagte Falkensteiner habe zum Schlag gegen ihn ausgeholt, erklärte ein Polizist im Zeugenstand am Mittwoch vor dem Auerbacher Amtsgericht: "Aber das war kein gezieltes Schlagen, eher so ein Gefuchtel." Was nachvollziehbar scheint - der 50-jährige Falkensteiner hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 2,5 Promille Alkohol im Blut, selbst für ihn als Alkoholiker sei das eine ganze Menge, räumte er ein.

Erst am Tag zuvor sei er von der Entgiftung zurückgekommen und gleich wieder rückfällig geworden, berichtete der Angeklagte freimütig. Dann habe er seinen Rausch ausschlafen wollen - als ihn seine Ehefrau herausklingelte, die kurz vorher ausgezogen war. Nun wollte sie ein paar Sachen holen, was dem Mann überhaupt nicht passte. Es kam zu einem Wortgefecht, die Frau rief die Polizei. Zwar waren die Beamten wohl eigentlich nicht zuständig für diese Art Streit - dennoch leisteten sie Hilfe und deeskalierten die Situation zunächst. Zusammen mit dem Ehemann habe er sogar eine Kommode aus der Wohnung getragen, schilderte der erwähnte Polizist. Dann sei die Schwester des Mannes aufgetaucht und habe sich im Treppenhaus mit der Ehefrau verbal angelegt. Woraufhin der Falkensteiner, der "seine Ruhe haben" wollte, zunehmend wütend wurde und schließlich auf seine Frau losging, die auf halber Treppe stand. Dabei soll er auch versucht haben, sie hinunterzuschubsen, was als "versuchte gefährliche Körperverletzung" angeklagt wurde. Nun griffen die Polizisten ein und drängten ihn in seine Wohnung zurück, was ihm gar nicht passte. Er wollte jetzt weg - irgendwohin nach draußen.

Es kam zum Gerangel und Gefuchtel, schließlich lag der Mann am Boden und krallte sich am Treppengeländer fest, bis dann doch die Handschellen klickten und er erst mal in die Ausnüchterungszelle einrückte. Ein Polizist trug leichte Schürfwunden davon, angeklagt wurde der Falkensteiner wegen "tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte".

Die Ehefrau ist inzwischen wieder daheim eingezogen, die Beamten nahmen das Ganze eher locker, und so zeigte auch Richter Helmut Böhmer Milde: Das Verfahren gegen den Falkensteiner wird eingestellt, wenn er 950 Euro an die Staatskasse zahlt. Und das fällt ihm nicht leicht.

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