Das Bier zum Fest ist gebraut

In viereinhalb Wochen feiern die Treuener ihren Hutzentag. Zusammen mit dem Programm reift eine Spezialität, die es nur hier gibt.

Treuen.

Vor zwei Jahren sind die Treuener erstmals mit einer Filmnacht in das Hutzentag-Wochenende gestartet, voriges Jahr gehörte zum ersten Mal ein Open-Air-Gottesdienst zum Festprogramm. Eine Spezialität des Treuener Stadtfestes gibt es dagegen fast von Anfang an: Wenn am Wochenende vom 24. bis 26. Mai in der Trebastadt der 16. Hutzentag gefeiert wird, gibt es das Hutzenbräu der Privatbrauerei Blechschmidt im 15. Jahr im Ausschank.

Längst müssen Liebhaber der dunklen Schwarzbier-Spezialität nicht mehr bis zum jährlichen Hutzentag warten, um den von den Blechschmidt-Braumeistern ersonnenen Gerstensaft mit dunklem Malz und zwölf Prozent Stammwürze genießen zu können. "Das Bier ist inzwischen fast das ganze Jahr über im Angebot. Damit haben wir uns auf die Nachfrage eingestellt - so wie beim Bockbier. Das ist auch so eine Spezialität, die früher erst ab Herbst in den Verkauf und den Ausschank kam, aber heutzutage das ganze Jahr gefragt ist", sagt Karl Blechschmidt.


Bei aller Verwunderung über den Wandel der Verbrauchergewohnheiten versichert der 82-jährige Braumeister: "Das Hutzenbräu, das zum Hutzentag ausgeschenkt wird, ist gerade frisch gebraut worden, damit es sechs Wochen Zeit hat, zu reifen. Anschließend wird es schonend filtriert."

So wie alle Biere, die in dem Familienbetrieb entstehen und in Treuen und dem Vogtland vertrieben werden: Neben Bock und Hutzenbräu sind das vor allem das Treuener Pilsner, Vogtlandbräu Spezial und Vogtlandbräu Schwarzbier.

Inzwischen hat Karl Blechschmidt die seit 1925 in Familienbesitz befindliche Brauerei in die Hände von Sohn Arndt abgegeben. Doch noch immer ist der Senior nahezu täglich in der Brauerei anzutreffen. Denn die firmiert seit ein paar Jahren unter der Marke "Handwerksbrauerei und -museum Blechschmidt" - womit die Familie auf ein weiteres Standbein verweist, das sich zudem wachsender Nachfrage erfreut: die Brauereiführungen.

"Im Winterhalbjahr haben wir die nicht im Angebot; die Produktionsräume sind nicht geheizt", begründet Karl Blechschmidt die saisonale Pause. Doch im April sind die Führungen wieder angelaufen. Meist freitags und samstags sind Gruppen in der historischen Brauerei unterwegs, lassen sich von Karl Blechschmidt Wissenswertes über Bier und Braukunst sowie die Geschichte der Treuener Brauerei - die Stadt hat seit 1483 Braurecht - erzählen. Und zum Abschluss der Führung wird natürlich Treuener Bier verkostet.

 


Drei Tage mit Anhutzen, Hutzentag-Gaudium und Gottesdienst

Der Treuener Hutzentag erlebt in diesem Jahr die 16. Auflage; gefeiert wird am Wochenende 24. bis 26. Mai.

Zum Anhutzen am Freitag, seit 2017 der Auftakt zum Stadtfest, soll wieder ein Familienfilm auf dem Markt gezeigt werden.

Der Samstag ist der eigentliche Hutzentag, gefeiert wird nachmittags und abends. Ab 14 Uhr gibt es ein Bühnenprogramm, Angebote von Händlern und Besucher können Handwerkern über die Schulter schauen. Was den Hutzentag von anderen Stadtfesten unterscheidet, das ist nicht nur die noch immer familiäre Atmosphäre, sondern das spezielle Hutzentag-Gaudium - verschiedene Geschicklichkeitsspiele, wobei die Veranstalter immer wieder mit neuen Ideen überraschen.

Am Sonntag wird zu einem Open-Air-Gottesdienst der Kirchgemeinde Treuen eingeladen.

Der Hutzentag ist eine Gemeinschaftsaktion. Initiiert im Jahr 2004 vom Verein Treuen & Co., Gewerbe-Handel-Handwerk, wirken auch die Kulturbanausen, das Juzet und erstmals die Stadt Treuen mit. (fp)

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