Diakonie betreibt künftig Kirchen-Kita

Der Kindergarten der Kirchgemeinde St. Petri in Rodewisch gilt als einer der ältesten im Vogtland. Ab 1. April führt ihn ein neuer Betreiber weiter - wenn auch vorerst im Notbetrieb.

Rodewisch.

Der Betreiberwechsel hat nichts mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun. Die Übernahme des Kindergartens der ev.-luth. Kirchgemeinde Rodewisch in die Trägerschaft der Diakonie Auerbach zum 1. April erfolgt planmäßig auf der Basis eines Vertrages, den die Diakonie und das Regionalkirchenamt vor kurzem abgeschlossen haben. Das bestätigt Pfarrer Eckehard Graubner aus Falkenstein. Der stellvertretende Superintendent des Kirchenbezirks Vogtland war im Dezember vergangenen Jahres damit beauftragt worden, sich um den in Schwierigkeiten steckenden Kindergarten der Kirchgemeinde zu kümmern. Um 1884 als Kinderbewahranstalt gegründet, gilt die Rodewischer Einrichtung als eine der ältesten Kitas im Vogtland, die auch zu DDR-Zeiten in Kirchenhand geblieben war.

Die schwierige Lage in Rodewisch war durch die angespannte Personalsituation infolge von Krankheit und Schwangerschaften entstanden und hatte sich Ende 2019 verschärft. Zudem lasteten mit der langen Erkrankung der Pfarrerin viele administrative Aufgaben auf dem Kirchenvorstand, was zu Rücktritten und schließlich zu dessen Auflösung geführt hatte.

In dieser Situation behalf man sich zunächst mit der Kooperation mit der Rodewischer Kita "Schwalbennest", die von der Diakonie Auerbach betrieben wird. Dies ließ bei allen Beteiligten den Entschluss reifen, die Diakonie dauerhaft als neuen Träger der Kita an Bord zu holen.

"Mit dem Vertrag zwischen dem Regionalkirchenamt und uns kann der Trägerwechsel rechtssicher zum 1. April vollzogen werden", bestätigt Diakonie-Vorstand Sven Pruß-Delitsch. Auch die Betriebserlaubnis liege vor. "Wir konnten drei neue Kolleginnen gewinnen. Damit stehen für die Betreuung der bis zu 70 Kinder 9 Erzieherinnen zur Verfügung - im Normalbetrieb", schränkt Pruß-Delitsch ein. Denn davon ist der evangelische Kindergarten derzeit wie alle Kindereinrichtungen in Sachsen weit entfernt: "Aktuell haben wir drei Kinder in der sogenannten Notbetreuung", gibt der Diakonie-Vorstand Auskunft.

Was die weitere Zusammenarbeit zwischen Träger und Kirchgemeinde in Bezug auf den Kindergarten angeht, verweist Pruß-Delitsch auf die nach dem Trägerwechsel anstehenden Gespräche. Schließlich bleibe die Kindergarten-Immobilie Eigentum der Kirchgemeinde. Auch Vize-Superintendent Graubner sieht trotz Trägerwechsel sichergestellt, dass sich die Rodewischer Kirchgemeinde weiter inhaltlich einbringen und so die Tradition diesen lange bestehenden Kindergartens bewahrt werden kann.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.