Frischer Wind an der Talsperre Pirk

Der Tourismus an der Talsperre läuft gut, Investitionen sind dennoch vielfach überfällig. Die alten Probleme will ein neuer Mann jetzt anpacken.

Weischlitz/Oelsnitz.

Führungswechsel am Stausee: Mit Frieder Pfand hat ein neuer Mann den Vorsitz im Verband Naherholung Talsperre Pirk übernommen. Im Dachverband der Vereine an der Talsperre folgt der Lengenfelder auf den Chemnitzer Klaus Keller, der sein Amt im Sommer zur Verfügung gestellt hatte. Wie Keller ist auch sein Nachfolger schon Jahrzehnte fest mit dem Gewässer vor den Toren von Oelsnitz verbunden. Seit Anfang der 1980er-Jahre gehört die Familie Pfands zu den Dauercampern. Keller habe gute Arbeit geleistet, sagt der frühere Unternehmer. "Diese gilt es fortzusetzen und die Ziele umzusetzen."

Vor diesen Zielen steht jedoch seit Jahren ein Strukturproblem, das jede Investition und damit jeden Schritt in die Zukunft blockiert. Die touristische Infrastruktur an der Talsperre Pirk wird über eine GmbH betrieben - und damit privatwirtschaftlich. Der Zugang zu staatlichen Fördermitteln ist damit weitestgehend versperrt. "Es sind hier aber Fördermittel notwendig", sagt Frieder Pfand. Die vom Verband betriebene GmbH könne aus eigener Kraft keine Großprojekte stemmen. "Sie hat aber immer ein positives und gleichbleibendes Betriebsergebnis erwirtschaftet", sagt Frieder Pfand.

Durch unterschiedliche Strukturen hat sich an den vogtländischen Talsperren eine Drei-Klassen-Gesellschaft etabliert. Während in Zeulenroda der Freistaat Thüringen klotzt und an der nahen Talsperre Pöhl ebenfalls mithilfe von staatlichen Zuschüssen beispielsweise eine neue Anlegestelle gebaut worden war, kämpfen die Pirker seit Jahren vergebens nur um den Bau einer zeitgemäßen öffentlichen Toilette. Frieder Pfand packt deshalb die Strukturdebatte jetzt an. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die Varianten auf den Tisch legen soll. Wichtigster Punkt: "Wir brauchen wieder mehr Nähe zu den Kommunen", sagt Pfand. "Der Abstand ist zuletzt leider immer größer geworden." Oelsnitz soll wieder mit ins Boot, aber auch Weischlitz sei durchaus angesprochen. Lob findet Pfand für die Landestalsperrenverwaltung. Es gebe eine gute Zusammenarbeit mit dem Staumeister, Dinge würden schnell und unkompliziert gelöst.

Im Blickfelder der Pirker befindet vor allem die Stadt Oelsnitz, deren Einwohner die Talsperre traditionell als ihr Naherholungsgebiet betrachten. Oberbürgermeister Mario Horn (CDU), der nach eigener Aussage bei der Strukturfindung mitwirkt, will sich neuen Wegen nicht verschließen, wie er gestern der "Freien Presse" sagte. Wenn es vernünftige Möglichkeiten gebe, mit ins Boot zu gehen, sei er dazu bereit. "Es geht darum, die Talsperre aufzuwerten, um nicht den Anschluss zu verlieren", so Horn. Bis zur Gründung von Verband und GmbH im Jahr 1999 hatte die Stadt an der Pirk selbst die Verantwortung inne.

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