Kaiserstraße Auerbach: Stadt hofft nach Bau auf Impulse

1,8 Millionen Euro sind bereits in die Sanierung der einstigen Prachtmeile geflossen. Die Hälfte ist fertig. Ziehen nun wie gewünscht Dienstleister mit Neuansiedlungen nach?

Auerbach.

Die Kaiserstraße markiert die Hauptachse durch Auerbachs Gründerzeitviertel. Einst ließen sich Fabrikanten hier links und rechts schmucke Jugendstilbauten hinsetzen - als Zeichen für ihren Erfolg. Der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sei Dank. Aber auch zu DDR-Zeiten bis weit nach der Wende sei die Straße eine mit zahlreichen Geschäften gesäumte und belebte gewesen, berichtet Stadtsprecher Hagen Hartwig. Zuletzt war die einstige Pracht der Straße stark verblasst.

Das soll wieder anders werden. Seit rund einem Jahr ist die Kaiserstraße deshalb Großbaustelle. Am gestrigen Donnerstag hat die Stadtverwaltung den ersten Abschnitt nach dessen Abschluss offiziell wieder freigegeben. 340 Meter vom Kreisverkehr Reumtengrüner-, Willy-Brand- und Plauensche bis zur Schulstraße wurden für 1,8 Millionen Euro inklusive Wasser-, Abwasser- und Erdgasleitungen neu - also grundhaft, wie es im Behördendeutsch heißt - gebaut.

Parkbuchten, Bauminseln - und beidseits Radwegstreifen: Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) wies daraufhin, dass dies die erste Trasse in der Stadt mit Radweg auf der Straße sei. "Ich hoffe auf beiderseitige Rücksicht von Auto- und Fahrradfahrern", sagte er. Und weiter: Zehn Ahorn für die Bauminseln würden im Herbst gepflanzt.

Wenn der zweite Abschnitt von der Schul- bis zur Falkensteiner Straße 2020 ebenfalls abgeschlossen sein wird, sind mindestens 3,6 Millionen Euro in den Straßenbau samt Versorgerleitungen an der Kaiserstraße geflossen. Der kommunale Anteil beträgt insgesamt knapp zwei Millionen, zu 80 Prozent gefördert.

Das Kalkül der Verwaltung: Dass die Attraktivität der Straße Hausbesitzer zu Investitionen animiert, damit der ein oder andere Schandfleck links und rechts wieder zu einem schmucken Mehrfamilienhaus wird. Bauamtsleiter Patrick Zschiesche: "Die Kaiserstraße ist Fördergebiet", wirbt er. Bisher sei die Nachfrage leider bescheiden.

Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Wia, Reinhard Kahle, hofft zudem auf neue Dienstleister: "Die Kaiserstraße ist prädestiniert für Versicherungen, Architekturbüros, et cetera", sagt er. Doch auch er weiß, dass es schwer wird, die richtigen Investoren für sanierungsbedürftige Häuser zu finden. Die Gefahr, dass an Spekulanten verkauft werde, sei immer da.

Auch Citymanager Uwe Prenzel hat die Kaiserstraße im Blick: Wohlwissend, dass zwei Jahre Straßenbau Einzelhändlern häufig das Genick bricht, hofft auch er auf einen gewerblichen Neuanfang an Auerbachs einstiger Prachtstraße ...

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