"Lichthupe kriege ich nur von vorn"

Oldtimer lockten am Samstag 1200 Besucher nach Wilzschhaus. Die Zahl der Teilnehmer war noch nie so groß.

Schönheide.

Historische Fahrzeuge erfreuen sich wachsender Beliebtheit - auch beim Old- und Youngtimer-Treffen des Fördervereines Historische Westsächsische Eisenbahnen am Samstag in Wilzschhaus. 174 Fahrzeuge aus Vorkriegs- und DDR-Zeit säumten die Gleise am Bahnhof Schönheide-Süd, mehr als bei den ergangenen Treffen. Über 1200 Besucher kamen.

"Unsere Gäste schätzen das besondere Ambiente und die zusätzlichen Angebote," sagt Vereinschef Marco Drosdeck. "Neben der Oldtimerpräsentation kann man den Bahnhof und Schienenfahrzeuge besichtigen oder mit der Motordraisine durchs Muldental fahren."


Neueinsteiger unter den Oldtimerpiloten war Ulf Zimmermann aus Kirchberg, seit neun Monaten Besitzer eines Ford Model A, Baujahr 1930. Der 54-jährige Elektromeister hat sich mit dem in den USA gebauten und von dort überführten Schmuckstück einen lange gehegten Traum erfüllt. Angetrieben von nur 40 Pferdestärken unterwegs zu sein, empfindet er als "Entschleunigung". Dabei ist die fast 90-jährige Karosse auch heute noch alltagstauglich. "Ich bin damit kein Verkehrshindernis," sagt Zimmermann. "Lichthupe kriege ich nur freundlich von vorn."

Früher verachtet, heute geliebt, das gilt für den Trabant. Besonders die ausgestellten "rundgelutschten" 500er- und 600er-Modelle wurden teilweise derart originalgetreu restauriert, als seien sie gerade in Zwickau vom Band gelaufen. Beim Aufbau seines Trabant 601 hat der Werdauer Christian Strohmeier andere Maßstäbe gesetzt. In einjähriger Bauzeit ist ein Fahrzeug in auffälligem Armee-Look mit Faltdach entstanden. Das gab es als Original nie.

Viel Betrieb herrschte auf der Schiene: Bei den Touren des Wernesgrüner Schienenexpresses blieb kein Platz leer. Heike und Wolf-Rüdiger Beetz aus Schönheide haben mit Tochter Loreen und Enkelsohn Leonard die Fahrt durchs Muldental genossen und Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit aufgefrischt. "Ich bin hier regelmäßig zum Tanz nach Schönheide gefahren", erinnert sich der gebürtige Rautenkranzer. Das Paar hatte sich bei einer dieser Gelegenheiten kennengelernt und auf den Schienen so ein Stück seiner Familiengeschichte geschrieben.

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