Musikanten geben seltenes Heimspiel

Drei Kirmestage liegen hinter den Treuenern. Diesmal verlangten sie den Veranstaltern noch mehr ab als sonst.

Treuen.

Musik, Tanz, Fußball, Spiel, Spaß und ein Festgottesdienst. Soweit folgte das dreitägige Treuener Kirmes-Programm der fast 30-jährigen Tradition. An manchen Stellen setzten FSV Treuen und Stadtverwaltung diesmal noch eins drauf. Nachdem sich das Zelt im Kulturzentrum bereits Samstagnachmittag bei Blasmusik und später dank Simultan gut gefüllt hatte, drohte es am Sonntagnachmittag aus allen Nähten zu platzen: Zum ersten Mal ließ Stefanie Hertel in Treuen von sich hören und brachte ihre Dirndl-RockBand mit.

Eine Premiere erlebten die Gäste auch zum Familiennachmittag am Samstag. Statt einer spielten zwei Kapellen. Die Original Treuener Blasmusikanten gehören quasi zum Inventar. Das Auerbacher Jugendblasorchester sorgt für eine weitere musikalische Note. Das war für zwei junge Musiker aus der Treuen mit mehr Auftritten verbunden: Paul und Anna Kropfgans spielen in beiden Ensembles. Anstrengend fand der elfjährige Paul das Pensum trotzdem nicht. "Es geht eigentlich", sagte er. Seit zwei Jahren verstärkt er die Blasmusikanten - als eines von drei Familienmitgliedern. Kapellenleiter Joachim Dressel freut sich über den jüngsten Mann. "Paul ist ein musikalisches Talent und auch schon Solist am Schlagzeug", erzählte er. Der älteste Bläser hat das 86. Lebensjahr vollendet und spielt Tuba.

Während sich das Jugendblasorchester aus fast allen Genres bedient, schwören die Treuener auf Böhmische und Egerländer Blasmusik. "Unser Stammpublikum will genau das hören", weiß Dressel. Gelegenheit gibt es in der Heimatstadt nur zweimal: zur Kirmes und beim Weihnachtsmarkt. Ansonsten ist das Ensemble mit 14 Instrumentalisten und drei Sängern anderswo unterwegs. Auch wenn immer mal wieder Junge nachrücken, macht sich Dressel Sorgen um die Zukunft. Seit 1982 leitet er die Kapelle. "In dieser Zeit habe ich 25 Trompeter ausgebildet. Davon ist keiner mehr dabei. Sie arbeiten auswärts oder gehen zum Studium", sagte der 65-Jährige.

Der FSV Treuen ist froh, ungefähr 150 Mitglieder zu haben. "So ein Fest kann man ohne den Verein nicht stemmen", betonte Präsident Swen Dietrich. An die 100 waren das Wochenende über im Einsatz.

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