Musiker hauen in der Arena auf die Pauke

Über 700 Musikfreunde haben das Herbstkonzert des Auerbacher Jugendblasorchesters am Samstag in der Schlossarena gehört. Ein Quantensprung.

Auerbach.

Wer Konzerte des Auerbacher Jugendblasorchesters erleben will, muss normalerweise die Treppen zur Aula der Geschwister-Scholl-Oberschule hochsteigen. Nicht so diesmal. Am Samstag gab das städtische Ensemble seinen Einstand in der Schlossarena - vor etwas mehr als 700 Gästen. Damit war die Mehrzweckhalle fast ausverkauft.

Die wenigsten Tribünengäste ahnten wohl, wie viel Arbeit in der Konzertvorbereitung und dem eigentlichen Auftritt steckte. Bis das Programm "Von Rom bis Moskau" mit Werken von Schostakowitsch, Tschaikowski, Chatschaturjan, Rossini und Rachmaninow saß, musste intensiv geübt werden. Den letzten Schliff verpasste ihnen Jörg Küttner. Der ehemalige Direktor vom Sächsischen Blasmusikverband sagte einer Einladung zum Probelager im Waldpark Grünheide zu. Vier Tage investierten er und seine Schüler während der ersten Herbstferienwoche. "Damit haben wir sehr viel erreicht", zog Orchesterleiter Andreas Schmidt am Samstag Bilanz. "Ohne das Probelager hätten wir hier Probleme gehabt."

So viel Vorarbeit war nötig, weil zwischen der auf 230 Sitzplätze beschränkten Aula im Schul-Vereinsheim und der Mehrzweckhalle Welten liegen. Er sei erstaunt angesichts der "schönen Akustik", sagte das Bläser-Oberhaupt. "Es gibt keinen so schrecklichen Schall, die Turnhalle saugt das auf. Aber hier spielen alle zu leise. In der Aula muss ich sie bremsen." Auftritte des Jugendblasorchesters finden fast ausnahmslos in kleineren Räumen statt - oder unter freiem Himmel. "In der Aula haben wir uns auch immer gegenseitig gehört", so Schmidt weiter. "Hier hört die eine Seite nicht, was die andere macht." Was letztendlich mehr Konzentration auf den Dirigenten und sämtliche Mitspieler erfordert.

Premiere hatte auch eine Neuanschaffung: Seit September können die vier Schlagzeuger im Orchester ordentlich auf die Pauke hauen. Yannik Ressel ist einer derjenigen, die das wuchtige Instrument mit dem satten Bass vor Publikum spielen durften. Bedeutet trommeln jetzt tatsächlich mehr Kraftaufwand? Nicht unbedingt, sagte der 13-jährige Kottengrüner. "Teilweise sogar weniger." Er ist jedenfalls davon begeistert. "Damit klingt der Ton ganz anders." Auch im Publikum gingen die Daumen hoch. Nicht nur für den Neuzugang. "Die Halle ist bei Konzerten ideal. Noch dazu hat jeder den Überblick. Es sitzen zwar auch Leute ganz hinten, aber die sehen trotzdem was", so Babette Henning und Nadja Kreyer aus Auerbach.

Die 39 Instrumentalisten wollen "ihrer" Aula trotzdem treu bleiben. Mit einer Ausnahme: Herbstkonzerte werden weiter in der Schlossarena stattfinden. Bis dahin hofft Andreas Schmidt noch ein paar Interessierte zu finden. "Wir haben schon Nachwuchs", sagt er. "Aber spärlich."

www.jbo-auerbach.de

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